Jos Luhukay, Trainer von Fußball-Bundesligist Hertha BSC, ballt am Spielfeldrand die Fäuste.

Wichtiges Auswärtsspiel am Sonntag - Luhukay will gegen wackelige Freiburger den dritten Sieg

Vielleicht ist bereits der sechste Spieltag einer der ganz wichtigen für Hertha BSC: Nach den Niederlagen gegen Wolfsburg und Stuttgart würde ein Sieg in Freiburg das Selbstvertrauen wieder stärken. In der Europa League, so Hertha-Coach Jos Luhukay, hätten sich die Schwarzwälder am Donnerstag "unerklärliche Fehler" geleistet. Die will er nutzen.

Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss am Sonntag beim SC Freiburg antreten - und kann dabei möglicherweise auch wieder auf Sebastian Langkamp zurückgreifen. "Wir haben noch zwei Einheiten, wenn er die gut durchsteht, ist er auf jeden Fall im 18er-Kader", sagte Trainer Jos Luhukay am Freitag. Sollte der 25-Jährige beschwerdefrei bleiben, gilt sein Comeback beim Tabellenvorletzten SC Freiburg am Sonntag als wahrscheinlich.

Am Mittwoch hatte der seit drei Wochen verletzte Innenverteidiger erstmals wieder mit dem Ball trainiert - und war auch am Donnerstag beim Training dabei.

Auch Kobiaschwili wird möglicherweise spielen

Auch Herthas Routinier Lewan Kobiaschwili darf sich leise Hoffnungen auf einen Einsatz an seiner alten Wirkungsstätte machen. "Lewan ist ein fantastischer Profi, der jeden Tag 100 Prozent gibt", sagte Luhukay über den 36-Jährigen. "Einen Einsatz hätte er sich sicherlich verdient." Kobiaschwili, der seine letzte Bundesligasaison absolviert, hatte von 1997 bis 2003 für die Breisgauer gespielt.

"Freiburg hat im Moment noch nicht die größte Stabilität", sagte Luhukay am Freitag mit Blick auf das 2:2-Unentschieden der Breisgauer in der Europa League am Donnerstag, bei dem sich der SC "unerklärliche Fehler" geleistet habe. Davon könne man profitieren, so Luhukay weiter.

Im Training ließ der Niederländer vor allem den Torabschluss trainieren. "Zuletzt hat uns vor dem Tor die letzte Entschlossenheit gefehlt. Das wollen wir in Freiburg besser machen", erklärte der Niederländer.

SC-Trainer Christian Streich kann mit dem Saisonstart nicht zufrieden sein.

Freiburg muss auch in der Europa-League ran

Seit Christian Streich zur Rückrunde der Saison 2011/12 den SC Freiburg übernommen hat, haben die Fans im Breisgau eine überaus positive Entwicklung erlebt. In der vergangenen Saison war der SC eine der Überraschungsmannschaften und konnte sich am Ende über einen sensationellen fünften Tabellenplatz direkt für die Europa League qualifizieren.

Der Start in die laufende Saison verlief allerdings eher schleppend, und so stehen nach fünf Spieltagen bisher nur zwei Punkte zu Buche. Immerhin: Ausgerechnet gegen Triple-Sieger Bayern München reichte es vor eigenem Publikum zu einem Remis.

Doch die Doppelbelastung durch Bundesliga und Europa League könnte für die Freiburger zu einer schweren Aufgabe werden. Wie SC-Coach Streich der "Bild"-Zeitung sagte, konnte er wegen des Euro-Auftakts am Donnerstagabend gegen Liberec aus Tschechien bislang noch keinen einzigen Gedanken an das Spiel gegen Hertha verschwenden. Und auch das Spiel gegen die Tschechen ließ viele Fragen offen: Nach einer 2:0-Führung mussten sich die Freiburger am Ende noch mit einem 2:2 zufrieden geben.

Hertha BSC Trainer Jos Luhukay (Bild:dpa)
Herthas Trainer Jos Luhukay hofft auf drei Punkte in Freiburg.

Seit zwölf Jahren in Freiburg nicht mehr verloren

Für die Berliner könnte der Europa-League-Einsatz der Schwarzwälder also von Vorteil sein. Während Hertha ausgeruht ins Spiel gehen kann, wird das Team von Streich noch das Donnerstagsspiel in den Knochen haben.

Hinzu kommt, dass die Berliner in Freiburg seit über zwölf Jahren ungeschlagen sind. Fabian Lustenberger will darauf aber nicht allzu viel geben: "Gegen Stuttgart hatten wir auch vorher eine super Serie", sagte Lustenberger der "Berliner Morgenpost".

In jedem Fall dürfte das Spiel in Freiburg zu einem ersten Wahrsager für den Bundesliga-Aufsteiger werden. Geht das Spiel im Breisgau verloren, wäre dies nach den verlorenen Spielen gegen Wolfsburg und Stuttgart die dritte Niederlage in Folge, und die Euphorie der ersten drei Spieltage wäre wieder verflogen. 

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