Jubel bei Hertha BSC nach dem Tor zum 1:1 Ausgleich (Quelle: imago)

Fußball | 3:1 gegen Mainz - Hertha feiert dritten Heimsieg

Nach dem Pokal-Aus gegen Kaiserslautern hat Hertha BSC in der Fußball-Bundesliga in die Erfolgsspur zurückgefunden. Am Samstag siegte der Aufsteiger im heimischen Olympiastadion gegen den FSV Mainz nach einem 0:1-Pausenrückstand noch mit 3:1. In der Tabelle kletterten die Berliner vorerst auf Rang fünf.

Hertha BSC hat sein Formtief überwunden und mit dem 3:1 über den FSV Mainz nach drei sieglosen Spielen wieder einen Erfolg gelandet. Nachdem die Gäste durch Nicolai Müller bereits in der achten Minute in Führung gegangen waren, wirkte Hertha zunächst verunsichert und tat sich im Spielaufbau schwer. Doch Sami Allagui drehte mit seinem Doppelpack in der 48. und 73. Minute die Partie, die Berliner spielten jetzt selbstbewusst auf und konnten durch Änis Ben-Hatira nur eine Minute später auf 3:1 erhöhen.

Ben-Hatira: ein Tor, ein Assist

Für das Team von Trainer Thomas Tuchel war es schon die fünfte Pflichtspiel-Niederlage nacheinander. Die Mainzer sind mit neun Punkten inzwischen nur nur Elfter. Der Aufsteiger aus Berlin dagegen rückt in der Tabelle vorerst auf den fünften Platz vor.

Hertha-Trainer Jos Luhukay hatte nach dem peinlichen Pokal-Aus in Kaiserslautern wieder acht Stammkräfte in die Startformation hineinrotiert. Doch zunächst zeigte sich sein Team verunsichert. Die Mainzer waren von Tuchel, der von einer Grippe genesen war, zunächst bestens eingestellt. Kompakt machten sie die Räume eng - und nutzten gleich zu Beginn eine Schlafeinlage der Berliner Defensive.

Änis Ben-Hatira (dpa-Archivbild)
Torschütze zum 3:1 gegen Mainz: Änis Ben-Hatira

Ex-Mainzer Allagui trifft zweimal gegen alten Club

Luhukay reagierte mit einem zusätzlichen Offensivmann nach der Pause - mit schnellem Erfolg. Ben-Hatira schickte Ramos, der Müller umkurvte und Allagui perfekt bediente. Vor seinem fünften Saisontor düpierte der tunesische Nationalspieler Allagui den Mainzer Joo-Ho Park und schoss den Ball Müller durch die Beine.

Tuchel musste seine komplette Innenverteidigung umstellen, da Kapitän Nikolce Noveski und Bo Svensson angeschlagen nicht weitermachen konnten. Das konnten die Gäste nicht kompensieren. Nach schönem Pass von Per Ciljan Skjelbred setzte Ben-Hatira mit einem 20-Meter-Schuss den Schlusspunkt. Die Erleichterung bei den Berliner war groß. "Gute Eindrücke allein helfen nicht", hatte Hertha-Coach Jos Luhukay vor dem Spiel gesagt.

Herthas Abwehr wurde kalt erwischt

Eric-Maxim Choupo-Moting konnte ungehindert von Peter Pekarik und Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger den Ball in den Berliner Strafraum bugsieren, wo Müller schneller reagierte als der Japaner Hajime Hosogai. Das spielte den Gästen, die wie Hertha gegen einen Zweitligisten aus dem Pokal ausgeschieden waren, zunächst in die Karten.

Das 4-1-4-1-System von Tuchel verhinderte lange Zeit Hertha-Chancen. Bis auf zwei Fernschüsse von Ronny (11. und 40.), von denen zumindest der erste den nach auskurierter Verletzung wieder fitten Heinz Müller forderte, geriet das Mainzer Tor nicht in Gefahr.

Emotionaler Ausbruch des Hertha-Trainers

Hertha-Trainer Jos Luhukay bewies aber nicht nur mit der Einwechslung des Tunesiers ein glückliches Händchen. Auch seine Kabinenpredigt in der Halbzeitpause dürfte entscheidend zum ersten Erfolg nach zuvor vier Pflichtspielen ohne Sieg beigetragen haben. "Da ging es nicht um Taktik, nicht um Technik, sondern um den absoluten Siegeswillen. Ich denke, ich habe die richtigen Worte gefunden", sagte Luhukay.

"Der Trainer ist lauter geworden als sonst und hat uns wach gemacht", berichtete Kapitän Lustenberger von der Kabinenansprache.

Als Luhukay während der Pressekonferenz gefragt wurde, ob er damit die passende Antwort auf die Kritik an seiner Totalrotation bei der Pokal-Niederlage in Kaiserslautern (1:3) gegeben habe, erlaubte sich der 50-Jährige einen für seine Verhältnisse emotionalen Ausbruch: "Ihr tut alle so, als ob Hertha alle Mannschaften im Vorbeigehen schlagen könnte", sagte der Hertha-Coach und schlug mit der Faust auf den Tisch: "Ich muss mich nicht verteidigen, es war von A bis Z gut überlegt." Außerdem kritisierte der Trainer weiter: "Es ist doch nicht selbstverständlich, dass Hertha BSC von der ersten Minute an ein Heimspiel dominiert. Warum redet Ihr über die erste Halbzeit und nicht über die zweite Halbzeit? Da haben wir einen Rückstand aufgeholt und das Spiel mit viel Power und Dynamik gedreht."

Ben-Hatira bilanzierte: "Es war schon Frust dabei, den wir uns von der Seele geballert haben."

Hertha hat vier Spiele auf einen Sieg gewartet

Zuvor hatte der Bundesliga-Aufsteiger seit vier Spielen auf einen Sieg gewartet - und die Art und Weise, wie die Berliner am vergangenen Mittwoch beim 1. FC Kaiserslautern aus dem DFB-Pokal geflogen waren, hatte die Fans nicht gerade optimistisch gestimmt. Doch die Führungsriege ließ sich nicht verunsichern. Auf der Pressekonferenz am Freitag hatten Luhukay und Manager Michael Preetz die Bedenken der anwesenden Journalisten zu zerstreuen versucht - zurecht, wie sich jetzt herausstellte.

Von einer Krise könne gar nicht die Rede sein, hatte Luhukay gesagt. Dazu seien die bisher absolvierten Punktspiele zu stark gewesen, auch das gegen den VfB Stuttgart. Dabei habe sich Hertha trotz der 0:1-Niederlage stark präsentiert. Nach dem blamablen Pokal-Aus müsse man sich nun wieder voll auf die Bundesliga konzentrieren, erklärte Luhukay.

Einen Tag zuvor hatte der Niederländer bereits die Verantwortung für die 1:3-Schlappe in Kaiserslautern übernommen - nachdem er seine Startelf in der Pfalz auf neun Positionen verändert hatte. "Das muss ich auf mich nehmen", sagte ein zerknirschter Luhukay - dennoch wollte er der Pokalpleite für das Spiel gegen Mainz keine Bedeutung zumessen. Das sah auch Hertha-Manager Michael Preetz so.

Jonathan Schmid (l) von Freiburg und Johannes van den Bergh (r) von Berlin kämpfen um den Ball (Quelle: dpa)

Trendwende verpasst - Hertha holt nur einen Punkt in Freiburg

Nach zwei Niederlagen in Serie hat Hertha BSC die angepeilte Trendwende verpasst. Die Berliner trennten sich am Sonntag vom SC Freiburg mit einem 1:1 Unentschieden und landen damit im Mittelfeld der Tabelle. Weitere Hiobsbotschaft: Herthas Innenverteidiger Anthony Brooks verletzte sich in der ersten Halbzeit am Arm und fällt womöglich länger aus.