1.FFC Turbine Potsdam - FCR Duisburg (Quelle: 1. FFC Turbine Potsdam)

Bundesliga-Auftakt für Turbine - "Wir haben Qualität gewonnen, die uns unberechenbarer macht"

Für die Frauen von Turbine Potsdam beginnt die Bundesliga-Saison mit einem Heimspiel gegen den USV Jena am Sonntag. Nach einer Spielzeit ohne Titel wollen der "ewige Turbine-Trainer" Bernd Schröder und sein Team wieder angreifen. Turbine kämpft in der Meisterschaft, im Pokal und in der Champions League. Von Lars Becker.

Der große Umbruch vergangener Jahre ist in diesem Sommer bei Turbine Potsdam ausgeblieben. Mit Torjägerin Yuki Ogimi, Torfrau Alyssa Naeher und Spielmacherin Patricia Hanebeck haben allerdings doch drei Stammspielerinnen den Klub verlassen. Trainer Bernd Schröder hat bereits in der Winterpause mit der Verpflichtung zweier norwegischer Nationalspielerinnen reagiert. Die routinierte Mittelfeldspielerin Maren Mjelde und die junge Stürmerin Ada Hegerberg haben ihre Qualitäten bereits nachgewiesen. Beide standen gegen Deutschland im EM-Finale und sollen in der neuen Saison auch in Potsdam tragende Rollen übernehmen.

Spielerin Julia Simic vom Frauen-Fußballbundesligisten Turbine Potsdam aufgenommen am 15.08.2013 im Stadion Luftschiffhafen in Potsdam. (Quelle: dpa)
Die Potsdamerin Julia Simic.

Simic will von Anfang an ins Stamm-Team

Mit der Schweizer Nationalspielerin Lia Wälti und der seit Jahren als herausragendes Mittelfeldtalent gepriesenen Julia Simic vom FC Bayern hat Bernd Schröder zwei weitere interessante Akteurinnen geholt. "Julia hat uns früher oft sehr zugesetzt, ist eine intelligente Spielerin mit Starpotential, die bei uns sehr gut reinpasst", sagt Bernd Schröder. Die 24jährige Simic unternimmt nach zwei Kreuzbandrissen und annähernd zwei Jahren Pause bei Turbine einen Neubeginn und will "möglichst von Beginn an als Stammkraft auch eine tragende Rolle in der Mannschaft" spielen.

Berger und Sarholz kämpfen um die Nummer 1

Auf der Torhüter-Position kämpfen Ann-Katrin Berger und Anna Sarholz um die Nachfolge von Naeher als Nummer 1. Mit der jungen Laura Kristin Engler wurde zusätzlich eine Nachwuchskraft geholt.

Elsig und Zietz sind wieder fit
Das Gerüst der Mannschaft bilden weiterhin Torjägerin Genoveva Anonma, Antonia Göransson, Europameisterin Jennifer Cramer, Tabea Kemme und die  erst 18jährige Pauline Bremer. Bremer hält Trainer Schröder für eines der größten Talente im deutschen Frauen-Fußball. Große Stücke hält Schröder auch auf  die junge Johanna Elsig, die – wie Jennifer Zietz - nach einem Kreuzbandriss wieder fit ist. Zietz hat als einzige Spielerin neben Trainer Schröder seit 2004 sämtliche Turbine-Triumphe miterlebt: "Der Verlust von Yuki und Alyssa wiegt schwer, aber wir  haben Qualität hinzugewonnen, die uns unberechenbarer macht", bewertet die langjährige Spielführerin den aktuellen Kader und unterstreicht den überragenden Teamgeist. "Wir hatten viel Spaß als Mannschaft in der Vorbereitung", sagt Zietz über die intensiven, anspruchsvollen Wochen mit bis zu drei Trainingseinheiten pro Tag und vielen Testspielen. Unter anderem ging es gegen die Nationalmannschaft Nordkoreas. Beim Thema Grundlagen und Fitness versteht Trainer Schröder weiterhin keinen Spaß.

Teamfoto Turbine Potsdam (Quelle: 1. FFC Turbine Potsdam)
Das Team FCC Turbine Potsdam startet in eine neue Saison.

Schröder erwartet Vierkampf um die Meisterschaft

Turbine, der erfolgreichste deutsche Klub des letzten Jahrzehnts, ist wieder in allen drei Wettbewerben am Start. Nach zwei verloren DFB-Pokalfinals  in Köln würde Schröder den Pott im kommenden Jahr gerne mal wieder nach Potsdam holen. In der vergangenen Saison war der Triple-Sieger VfL Wolfsburg das Maß der Dinge. Für die Meisterschaft prognostiziert der Coach einen Vierkampf zwischen Wolfsburg, dem 1. FFC Frankfurt, dem FC Bayern und Potsdam. "Ziel muss sein", sagt Schröder, "Platz zwei und damit wieder die Champions League zu erreichen."

Wunschlos in der Champions League

Für die erste Hauptrunde der laufenden Champions League-Saison bekam Potsdam mit MTK Budapest aus Ungarn ein "Wunschlos". Im Achtelfinale würde Turbine dann aber voraussichtlich schon auf eine der stärksten europäischen Klubmannschaften, auf Olympique Lyon, treffen. Die Französinnen, hatten 2011 (gegen Potsdam) und 2012 in der "Königsklasse" triumphiert und waren 2013 erst im Finale an Wolfsburg gescheitert. Schröder nimmt’s gelassen: "Wenn man ganz weit vorne landen will, dann muss man auch Lyon mal schlagen, die sind in der Endkonsequenz auch mal wieder dran."

Vor dem anstehenden Pflichtspielauftakt am Sonntag mit dem Bundesliga-Heimspiel gegen Außenseiter USV Jena ist tatsächlich auch der 71jährige Schröder etwas nervös. "Man weiß ja nie wie’s läuft. Ein guter Start ist unwahrscheinlich wichtig. Wenn wir gut starten, hat man noch viel Freude an dieser Mannschaft."

Beitrag von Lars Becker