Die Eisschnellläuferin Claudia Pechstein bei den Deutschen Meisterschaften 2013 in Inzell (Bild: dpa)

Eisschnelllauf | DM in Inzell - Claudia Pechstein feiert Doppelsieg

Claudia Pechstein hat zum Start in die Olympiasaison gleich ein doppeltes Ausrufezeichen gesetzt: Bei den Deutschen Meisterschaften der Eisschnellläufer in Inzell siegte die Berlinerin im Alter von 41 Jahren unangefochten sowohl über die 3.000 als auch über die 5.000 Meter. Jenny Wolf dagegen wurde nach einem Ausrutscher im ersten Durchgang über 500 Meter nur Achte.

Für Claudia Pechstein hätte es nicht besser laufen können. Zum Auftakt der Olympiasaison holte sich die Berlinerin bei den Deutschen Meisterschaften der Eisschnellläufer in Inzell gleich zwei Titel. Nachdem sie ihre Dauerkonkurrentin Stephanie Beckert aus Erfurt am Samstag bereits über 3.000 Meter düpiert und ihren siebten nationalen Titel über diese Distanz geholt hatte, folgte am Sonntag auch der Sieg über 5.000 Meter.

"Es war ein optimales Wochenende, ich bin gut durchgekommen und sehr zufrieden", sagte Pechstein. Zuletzt hatte sie vor allem durch ihre öffentliche Auseinandersetzung mit dem Weltverband ISU und dem DOSB für Schlagzeilen gesorgt. Ob Pechstein auch international um den Sieg fährt, wird sich jedoch erst in Calgary zeigen. So hatte etwa Olympiasiegerin Martina
Sablikova (Tschechien) Pechsteins 3000-m-Zeit in der Vorwoche an gleicher Stelle um rund vier Sekunden unterboten. Ihr 5000-m-Lauf (7:10,45) glich angesichts fehlender ernstzunehmender Konkurrenz auf dem Eis einem Trainingslauf.

Für die drei Kilometer lange Distanz hatte Pechstein, die inzwischen 41 Jahre alt ist, 4:07,20 Minuten benötigt; Titelverteidigerin Beckert kam in 4:12,76 Minuten knapp vor Bente Kraus aus Berlin (4:12,82) auf den zweiten Platz.

"Die Weltspitze ist noch ein Stück weg, aber man hat heute gesehen, dass ich nicht 100 Prozent geben musste, um hier zu gewinnen. Aber das war ein Schritt in die richtige Richtung", meinte Pechstein, für die es der 18. und 19. Sieg bei Deutschen Meisterschaften war.

Jenny Wolf (dpa-Archivbild)
Sprinterin Jenny Wolf blieb der siebte Titel in Folge versagt.

Seriensiegerin Jenny Wolf patzte

Nach sechs Meistertiteln hintereinander ist die Serie von Jenny Wolf am Sonntag gerissen. Im ersten Durchgang über 500 Meter war die Olympia-Zweite ausgerutscht und musste alle Titelhoffnungen begraben. "Ich kann mir das nicht erklären", meinte die 34-Jährige kopfschüttelnd in einer ersten Reaktion. Klar in Führung liegend, war sie schlecht in die letzte Kurve gegangen und weggerutscht.  Im zweiten Lauf holte sich die 34-Jährige in 37,74 Sekunden dann aber ihren Bahnrekord zurück, der ihr vor zwei Wochen von der Chinesin Wang Beixing entrissen worden war. "Das war mein Minimalziel", sagte Wolf.

Den Sieg sicherte sich Judith Hesse (Erfurt), die bereits am Samstag über 1.000 m gesiegt hatte. Monique Angermüller (Berlin) konnte sich über ihren vierten 1500-m-Titel in Folge freuen. "Ich bin ganz zufrieden mit dem Lauf, aber ich kann mich noch steigern", sagte die 29-Jährige.

Samuel Schwarz verteidigt Titel über 1.000 Meter

Zum Auftakt der Titelkämpfe hatte sich der Berliner Samuel Schwarz am Samstag den Titel über 1.000 Meter gesichert. Zum Start in den Olympia-Winter legte der Berliner in 1:10,13 Minuten die beste Zeit auf das Eis und verteidigte seinen Titel erfolgreich.

Der 30-jährige Schwarz, der bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 für eine Überraschung auf seiner Paradestrecke sorgen will, war trotz seines Erfolgs niedergeschlagen. "Ich bin unzufrieden. Ich habe den Lauf nicht so hinbekommen, wie ich wollte. Wenn man international mithalten will, ist das zu wenig", sagte Schwarz, der Denis Dressel (Erfurt) und Nico Ihle (Chemnitz) auf die Plätze verwiesen hatte.

Bei den Frauen hatte Judith Hesse über 1.000 Meter ihren ersten von zwei Titeln gewonnen. Dabei erzielte sie in 1:15,92 Minuten eine persönlicher Saisonbestleistung. Titelverteidigerin Monique Angermüller aus Berlin sowie Gabriele Hirschbichler aus Inzell gelegten die Plätze zwei und drei. "Damit habe ich nicht gerechnet, es ist schön für das Selbstvertrauen", sagte Hesse.