Einlasskontrolle vor Energie-Stadion für Spiel gegen Dynamo Dresden (dpa-Archivbild)

Fußball | Nach Beinahe-Abbruch - Energie-Präsident kündigt harte Strafen für Randalierer an

Beinahe wäre die Zweitliga-Begegnung gegen Dynamo Dresden abgebrochen worden, weil aus dem Cottbuser Fanblock Leuchtfeuer aufs Spielfeld geworfen wurden. Einige Täter wurden bereits identifiziert. Den Randalierern droht nun ein lebenslanges Stadionverbot. Und auch sportlich lief es schlecht für Energie - die Lausitzer sind nach dem 0:1 auf den 15. Tabellenplatz abgerutscht.

Fußball-Zweitligist Energie Cottbus will rigoros gegen diejenigen vorgehen, die am Sonntag bei der 0:1-Niederlage in Dresden randaliert haben. Wie Vereinspräsident Ulrich Lepsch dem rbb sagte, erhielten diese Personen auf jeden Fall Stadionverbot, möglicherweise lebenslang.

"Das hat mit Fußball nichts zu tun, das sind auch nicht unsere normalen Fans", empörte sich Lepsch. Es seien ein paar wenige, die aus dem Rahmen fallen. Zuvor hatte Lepsch bereits angekündigt, dass der Verein Strafanzeige stellen werde, sollten gegen die Randalierer schon ein Stadionverbot bestehen. Dem Club seien fünf Täter namentlich bekannt, sagte Vereinssprecher Lars Töffling am Montag.

Die Vorfälle in Dresden bezeichnete Lepsch als "beschämend". "Dafür entschuldigen wir uns bei Dynamo und bei unseren zahlreichen eigenen Fans, die damit nichts zu tun hatten und einer Gefahr ausgesetzt wurden." Nach Angaben der Polizei Dresden erlitt ein Cottbuser Fan durch das Abbrennen der Feuerwerkskörper einen Asthma-Anfall, ein  weiterer Energie-Anhänger erlitt durch einen Knallkörper eine Ohrenverletzung.

Ermittlungsverfahren gegen FCE und BVB

Auch der Deutsche Fußball-Bund hat auf das Vorkommnis reagiert. So wird der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen Energie Cottbus einleiten. Gleiches gilt für den Erstligisten Borussia Dortmund; BVB-Fans hatten am Samstag bereits vor Beginn des Revierderbys bei Schalke 04 Bengalische Feuer in die benachbarten Zuschauerblöcke und auf das Spielfeld geschossen.

Cottbus-Fans (dpa, 2011)
Aus dem Cottbuser Fanblock wurden Leuchtfeuer aufs Spielfeld geworfen.

Schiedsrichter Felix Brych (München) musste die Begegnung in Dresden in der 65. Minute zunächst für zwei Minuten unterbrechen, nachdem aus dem Cottbuser Fanblock Leuchtraketen auf das Feld geflogen waren. Danach zündeten die Gäste-Anhänger erneut Pyrotechnik und warfen Feuerwerkskörper auf das Spielfeld - Brych schickte beide Mannschaften daraufhin in die Kabine.

Nach rund zehnminütiger Unterbrechung appellierte Energie-Kapitän Uwe Möhrle per Stadionmikrofon an die Randalierer: "Lasst uns das Spiel bitte vernünftig fortsetzen!" Kurz danach gab Brych das Spiel wieder frei.

ProFans: "Nicht das, was wir wollen"

Kritik an den Vorkommnissen in Gelsenkirchen und Dresden kommt auch von dem bundesweiten Fan-Bündnis ProFans, das sich eigentlich für die Legalisierung von Pyrotechnik einsetzt. Das Abfackeln von Raketen in Fanblöcken sowie das Werfen von Brandfackeln auf das Spielfeld seien "Wasser auf die Mühlen der Gegner von Pyrotechnik", sagte der Sprecher der Initiative, Philipp Markhardt, und fügte unmissverständlich hinzu: "Ich bin angepisst."

Energie auf Tabellenrang 15 abgerutscht

Auch sportlich lief es für die Lausitzer schlecht. Durch die unglückliche 0:1-Niederlage rutschte Energie von Platz 13 auf den 15. Tabellenrang ab. Die Entscheidung in einer weitgehend ausgeglichenen Partie fiel in der 72. Minute, als sich Dynamo-Stürmer Mickael Poté gegen Alexander Bittroff durchsetzte.

Angepeitscht von 29.593 Zuschauern hatte Dresden stürmisch begonnen, einige gute Chancen waren die Folge. Im Laufe der ersten Halbzeit passte sich Cottbus dem Tempo an, so entwickelte sich eine kurzweilige Begegnung. Einen Freistoß von Energie-Mittelfeldspieler Ivica Banovic (40.) wehrte Dynamo-Torwart Benjamin Kirsten ab. Auf der anderen Seite vergab Poté, der vor der Begegnung 364 Tage ohne Treffer geblieben war, per Kopf.

Auch nach der Pause spielten beide Teams munter weiter nach vorne. Der Cottbuser Charles Takyi (52.) scheiterte am stark reagierenden Kirsten, quasi im Gegenzug fehlte zunächst nur der letzte Pass für eine Riesenchance, später vergab Filip Trojan (57.) die Dresdner Führung. Nach weiteren Möglichkeiten auf beiden Seiten traf Poté mit der Schulter.

Fans von Energie Cottbus zünden Pyrothechnik beim Auswärtsspiel gegen Dynamo Dresden (Bild: dpa)

Fußball | 0:1 in Dresden - Energie verliert nach Beinahe-Abbruch

Für Energie Cottbus sollte das Spiel am Sonntag die Richtung für die nächsten Spieltage vorgeben - und die deutet nach unten. Denn nach dem 0:1 gegen Dynamo sind die Lausitzer auf den 15. Tabellenplatz abgerutscht. Überschattet wurde das Spiel von zwei Unterbrechungen. Einige unbelehrbare Energie-Fans hatten Raketen auf das Spielfeld geschossen.