Jeff Tomlinson (Quelle: imago)

Eishockey | Jeff Tomlinson stärker unter Druck - Durchhalteparolen bei den Eisbären

Kurz vor dem Spiel gab es die Meisterringe. Doch seit der 2:4 Pleite gegen Straubing Tigers sind die Titelverteidiger trübes Schlusslicht der DEL. Bei den Eisbären Berlin herrscht Ratlosigkeit. Und für Trainer Jeff Tomlinson könnte es ungemütlich werden.

Wie geht es weiter bei den Eisbären Berlin? Durch eine verdiente 2:4-(1:2, 1:1, 0:1)-Heimniederlage am Sonntag gegen das bisherige Schlusslicht Straubing Tigers war der Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) auf den letzten Platz abgerutscht. Der Tiefpunkt einer ohnehin schon mehr als tristen Saison: Nach der siebten Niederlage im elften Spiel ist der Titelverteidiger nun Tabellenletzter.

"Wir müssen uns den Hintern aufreißen"

In der Teambesprechung nach dem Spiel sprach Trainer Jeff Tomlinson seinen Spielern Grundlegendes ab: "Ich bin sehr sehr enttäuscht. Teilweise sind die Jungs nicht gelaufen."

Kapitän André Rankel hingegen setzte zur Durchhalteparole an: "Wir müssen uns den Hintern aufreißen. In jedem Training." Nach dem Karriereende langjähriger Leitwölfe wie Stefan Ustorf und Felski stehen nun Führungsspieler wie Rankel oder Florian Busch in der Pflicht, die Pleitephase möglichst schnell zu überwinden. "Das war teilweise erschreckend von uns", sagte Busch: "Ich bin jetzt elf Jahre bei den Eisbären und kann mich nicht erinnern, in so einer kurzen Periode so oft verloren zu haben."

Tomlinson unter Druck

Eisbären-Idol Sven Felski, der nach der vergangenen Saison zurückgetreten war, erkannte bei seinen ehemaligen Mitspielern ein mentales Problem: "80 Prozent von der Truppe sind letztes Jahr Meister geworden, die Qualität ist da. Die Jungs haben wenig Selbstvertrauen im Augenblick. Das gilt es zu ändern", sagte Felski gegenüber dem rbb. 

Vor allem Trainer Jeff Tomlinson gerät immer stärker unter Druck. "Ich weiß jetzt nicht, wie sich der Verein entscheidet. Ich hoffe, dass er weiter die Möglichkeit bekommt, mit den Jungs zu arbeiten", sagte Felski.

Dies scheint derzeit auch die Linie des Vereins zu sein. Zumindest offiziell stellt niemand den Nachfolger von Erfolgscoach Don Jackson infrage. Auch wenn es für die Eisbären ein denkbar schlechter Zeitpunkt war, ans Tabellenende abzurutschen: Denn zur Ringübergabe war Klub-Besitzer Philip Anschutz aus der USA in die deutsche Hauptstadt geflogen. Seine Frau Nancy hatte zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit die Ehrung vorgenommen. Doch dann musste der Geldgeber einen komplett desolaten sportlichen Auftritt erleben. Noch sitzt Tomlinson fest im Sattel. Aber es könnte ungemütlich für ihn werden.

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