
Handball | Berliner wollen am Sonntag punkten - Spoljaric fit für Füchse-Spiel in Hannover
Aufatmen in Berlin: Gegen Hannover kann der wichtige Abwehrspieler Denis Spoljaric wieder spielen. Er hatte sich vor einer Woche am Knie verletzt. Trotzdem erwartet die Füchse ein starker Gegner, Trainer Sigurdsson hat vor den Niedersachsen Respekt. Füchse-Torwart Heinevetter legt sich nach seiner Geldstrafe derweil mit dem Liga-Geschäftsführer an.
Die Füchse Berlin können im Auswärtsspiel der Handball-Bundesliga am Sonntag (17.15 Uhr) beim TSV Hannover-Burgdorf auf Abwehr-Spezialist Denis Spoljaric zählen. Der Kroate hatte in der Partie am vergangenen Sonntag gegen die Rhein-Neckar Löwen (21:21) einen Schlag aufs Knie bekommen und konnte erst am Donnerstag wieder trainieren. "Es ist alles wieder gut, er hat Athletik-Training gemacht, er wird spielen", sagte Trainer Dagur Sigurdsson.
Auch Nationalspieler Sven-Sören Christophersen, der sich in den vergangenen Spielen nicht entscheidend in Szene setzen konnte, ist weiter auf dem Weg der Besserung. "Er hat in den letzten zwei Wochen einen großen Schritt nach vorn gemacht", befand Sigurdsson: "Aber man darf nicht vergessen, dass er aufgrund seiner Verletzung keine zehn Vorbereitungsspiele hatte." Christophersen hatte sich im Sommer am Knie operieren lassen.
Gemeinsam mit Hannover vertreten die Füchse Deutschland im EHF-Cup, dem Europapokalwettbewerb für Handball-Vereinsmannschaften. In der vergangenen Saison verlor Berlin zu Hause gegen die Niedersachsen. "Hannover ist seit fast zwei Jahren auf Augenhöhe mit uns. Wir hatten letzte Saison nur einen kleinen Vorteil am Ende", sagte Sigurdsson. Besonderen Respekt hat der Isländer vor den groß gewachsenen Rückraumspielern des Gegners. "Auch dieses Jahr ist Hannover stark. Den Rückraum muss man erst mal in den Griff kriegen. Das wird schwer", erklärte Sigurdsson.

Heinevetter kritisiert Handball-Bundesliga
Unterdessen geht der Konflikt zwischen Füchse-Keeper Silvio Heinevetter und der Handball-Bundesliga (HBL) weiter. Heinevetter ist nach seiner Geldstrafe für eine Schiedsrichter-Schelte nach dem Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen in die Offensive gegangen und hat Kritik an der HBL geübt.
Der Nationaltorhüter warf HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann vor, Schiedsrichter seinerseits bloßgestellt zu haben und forderte eine Strafe für die Liga. "Der Geschäftsführer der HBL stellt bei Facebook eine Szene vom Spiel Magdeburg gegen Rhein-Neckar Löwen rein und fragt öffentlich, ob das eine strittige Szene ist oder nicht, ob man es abpfeifen muss oder nicht", sagte Heinevetter gegenüber dem Fernsehsender Sport 1. "Wenn ich wegen Schiedsrichter-Beleidigung an den Pranger gestellt werde, wie hoch sollte dann die Strafe für den Geschäftsführer der HBL sein, seine Schiris so bloß zu stellen? Da verstehe ich die Verhältnismäßigkeit nicht."
Heinevetter hatte Einspruch gegen die Strafe eingelegt. Der 28-Jährige hatte nach dem Spiel der Berliner gegen die Rhein-Neckar Löwen (21:21) in der Vorwoche erklärt, seine Mannschaft sei "verarscht" worden. Der HBL-Ligaverband wertete dies als Angriff auf das Magdeburger Schiedsrichter-Duo Robert Schulze/Tobias Tönnies. "Es geht mir ums Prinzip, egal ob 20 oder 1000 Euro. Ich bin auch gern bereit das Doppelte zu bezahlen - aber dann an einen wohltätigen Zweck. Dann will ich aber auch, dass die Liga eine Strafe zahlt, weil sie ihre eigenen Schiris demütigen mit solchen Facebook-Videos", sagte Heinevetter.
Zugleich forderte Heinevetter, die Schiedsrichter nach Spielen öffentlich sprechen zu lassen. "Sie wollen ja, aber von der Liga ist es halt vorgeschrieben, dass sie sich zu strittigen Szenen nicht äußern dürfen", sagte er: "Wenn wir das durchkriegen, so wie beim Fußball, sind wir alle einen Schritt weiter." HBL-Sprecher Oliver Lücke kommentierte dies als einen Vorschlag, "über den man nachdenken kann und der in eine weiterführende Diskussion einfließen wird oder kann."


