Fußball | Cottbus braucht neuen Trainer - Energie und Bommer trennen sich
Die Hängepartie hat ein Ende: Die Vereinsspitze von Energie Cottbus hat sich entschieden. Und zwar gegen Rudi Bommer. Der Trainer geht - nach einer sachlichen Analyse, wie es hieß. Über seine Nachfolge wurde noch nicht entschieden. Im Gespräch sind die Namen Stephan Schmidt und Franco Foda.
Energie Cottbus sucht einen neuen Trainer. Wie Präsident Ulrich Lepsch Dienstagmittag bestätigte, trennt sich der Verein von Rudi Bommer. Die Entscheidung fiel bei einem Krisentreffen der Energie-Spitze am Montagabend. "Wir haben die Situation sehr sachlich analysiert und sind gemeinsam zu der Erkenntnis gekommen, mit einer Veränderung den Druck vom Team nehmen zu können", so Lepsch in einer Pressemitteilung. "Es ehrt den Trainer, dass es ihm stets um die Sache und nie um sich selbst ging. Die Entscheidung ist beiden Seiten sehr schwer gefallen". Menschlich habe es gepasst. "Wir hätten nicht geadcht, dass es so ausgehen würde".
Wer neuer Coach bei dem Fußball-Zweitligisten in der Lausitz wird, ist noch nicht bekannt. Laut Lepsch laufen Gespräche mit mehreren Kandidaten. Übergangsweise übernimmt Bommers Assistent Uwe Speidel den Job.
Rudi Bommer hatte Energie Cottbus Anfang 2012 als Trainer übernommen. Der Verein erreichte in den vergangenen neun Spielen lediglich einen Sieg und steht jetzt auf dem vorletzten Tabellenplatz. 13 Punkte nach 13 Spieltagen - das ist der bislang schlechteste Saisonstart der Cottbuser in der 2. Liga.
Trotz des drohenden Rauswurfs hatte Bommer noch am Montag das Training der Lausitzer Profis geleitet. Anders als bei einer normalen Übungseinheit in Cottbus wurde das Geschehen bei strömenden Regen von rund 50 Zuschauern beobachtet und von mehreren Kamerateams aufgezeichnet. Bommers Vertrag lief ursprünglich bis Saisonende.
Bommer findet nette Worte zum Abschied
Der 56-Jährige reagierte mit Bedauern auf das Ende seiner Trainer-Zeit in Cottbus. Ihm habe der Job sehr viel Spaß gemacht, sagte Bommer dem rbb am Dienstag. Er lobte das Energie-Umfeld und die Fans: Der Umgang sei vorbildlich gewesen und er müsse "das Ganze nun erstmal sacken lassen". Die Mannschaft habe die Botschaft "ziemlich bedröppelt" aufgenommen bei der Verkündigung in der Kabine am Morgen, so Bommer.
"Bommer raus"-Rufe nicht zu überhören
Die Suche nach einem neuen Coach soll möglichst schnell abgeschlossen werden. "Ob das schon bis zum Auswärtsspiel in Hamburg gelingt, wird sich nach Gesprächen mit verschiedenen Kandidaten zeigen", teilte Lepsch mit. Nach dem Spiel gegen St. Pauli am kommenden Montag wären durch die Länderspielpause zwei Wochen Zeit für Maßnahmen in Verein und Team ohne Wettkampfdruck.
Angeblich verhandelt Energie bereits mit Stephan Schmidt als möglichen Nachfolger. Der 37-Jährige hatte bis Mai den Liga-Konkurrenten SC Paderborn trainiert, war dort allerdings wegen anhaltender Erfolglosigkeit im Mai entlassen worden. Schmidt ist Berliner, spielte bei Hertha, Tennis Borussia, den Reinickendorfer Füchsen und bei Babelsberg und war vor seinem Engagement bei Paderborn U19-Trainer bei Hertha und Wolfsburg. Zudem soll die Clubführung Kontakt zum früheren Kaiserslautern-Trainer Franco Foda aufgenommen haben.
Bommer war zuletzt vor allem vorgeworfen worden, kein klares taktisches Konzept zu haben. In den vergangenen Spielen hatten die Zuschauer mehrfach Trainer und Mannschaft im Stadion der Freundschaft ausgepfiffen und "Bommer raus"-Rufe skandiert.





