Archivbild: Julia Simic vom 1.FFC Turbine Potsdam am Ball (Bild: dpa)

Überraschungssieg in der Champions League - Turbine schafft Sensation gegen Lyon

Damit hatten wohl nur hartgesottene Fans gerechnet: Die Fußballerinnen von Turbine Potsdam haben die Hinspiel-Niederlage im Achtelfinale der Champions League wettgemacht und den großen Favoriten aus Lyon gestürzt. Nach dem Spiel knallten die Sektkorken.

Potsdamer Paukenschlag: Turbine Potsdam hat das Aus in der Champions League überraschend abgewendet. Das Team von Trainer Bernd Schröder schaltete den Top-Favoriten Olympique Lyon nach dem 0:1 im Heim-Hinspiel mit einem 2:1 (1:1) im Rückspiel aus - und darf weiter vom dritten Europapokal-Triumph nach 2010 und 2005 träumen.

"Wir hatten den Mädels immer wieder eingeimpft, dass Turbine Geschichte schreiben kann, dass wir in der Lage sind, auch gegen große Gegner Spiele zu drehen", erklärte Co-Trainer Dirk Heinrichs.

Den Siegtreffer erzielte die norwegischeMaren Mjelde (73.) per Elfmeter. Zuvor hatte Turbine-Spielführerin Stefanie Draws (33.) bei den Gästen nach dem frühen Führungstreffer von Lyons Camille Abily (12.) neue Hoffnung aufkeimen lassen.

Bernd Schröder (c) dpa
Turbine-Trainer Bernd Schröder ist stolz auf seine Frauen (Quelle: dpa).

"Wahnsinn: Jung und frech setzt sich durch"

Bis zu Mjeldes Treffer war der französische Serienmeister Lyon die überlegene Mannschaft, stieß auch danach immer wieder vor das Tor der Potsdamerinnen vor. Doch Turbines Torhüterin Ann-Katrin Berger hielt den Sieg für die Brandenburgerinnen fest. "Wir haben uns das Weiterkommen verdient, weil wir schon im Hinspiel gut gespielt hatten", sagte Trainer Schröder nach der nervenaufreibenden Partie: "Hier zwei Tore gegen ein Team zu schießen, das sonst immer 0:0 spielt uns seit Jahren nicht mehr zu Hause verloren hat - das ist sensationell." Aus deutscher Sicht sind in der Königsklasse weiter zwei Eisen im Feuer: Triple-Gewinner VfL Wolfsburg hatte am Vortag den schwedischen Meister FC Malmö ausgeschaltet (3:1/2:1).

"Unser Glück war vielleicht auch, dass Olympique so früh in Führung gegangen ist. Die haben gedacht, dass sie durch sind. Wir haben aber nicht aufgesteckt und Lyon niedergekämpft. Wahnsinn: Jung und frech setzt sich durch und kommt weiter", sagte Heinrichs nach der hartumkämpften Partie.

Turbine-Coach Schröder sagte weiter, dass dieser Sieg das junge Team - 21 Jahre nur im Durchschnitt - für eine ganze Saison beflügeln könnte.

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