Die Geschäftsführer von Hertha BSC, Michael Preetz (Sport) (r), und Ingo Schiller (Finanzen) (Quelle: dpa)

Fußball | Mitgliederversammlung im ICC - Hertha baut 5,2 Millionen Euro Schulden ab

Mitgliederversammlungen bei Hertha BSC können schon mal turbulent sein, doch am Montagabend gab es Applaus: Sportlich steht der Verein sehr gut da, zudem ist Ruhe eingekehrt bei der alten Dame. Und Geschäftsführer Ingo Schiller durfte verkünden, dass der Verein seinen Schuldenberg abgebaut hat - etwas zumindest. Die positive Entwicklung spiegelt sich auch in den Mitgliederzahlen wider.

Fußball-Bundesligist Hertha BSC kann schon jetzt auf ein rundum positives Jahr zurückblicken. Sportlicher Erfolg, weniger Schulden und ein Mitgliederrekord - diese erfreuliche Bilanz stellten die Berliner am Montag vor.

Die Mitglieder von Hertha BSC stimmen am 18.11.2013 in Berlin während der Mitgliederversammlung des Vereins über die Tagesordnung ab (Quelle: dpa)
1354 Mitglieder sind ins ICC gekommen.

Mehr Vereinsmitglieder als je zuvor

30.000 Mitglieder hat der Verein mittlerweile. "Das ist Rekord für Hertha", verkündete Präsident Werner Gegenbauer auf der Jahreshauptversammlung am Abend im Berliner ICC. "Wir haben lange gebraucht, um diese Marke zu knacken", fügte der Hertha-Präsident vor den 1354 stimmberechtigten Mitgliedern hinzu.

Das 30.000. Vereinsmitglied konnte nicht anwesend sein. "Die junge Dame aus dem Umland hat keinen Babysitter gefunden", erklärte Gegenbauer.

Cheftrainer Jos Luhukay (l) und Manager Michael Preetz (Quelle: dpa)
Luhukay und Preetz: Langfristige Verträge

Applaus für den sportlichen Erfolg

Den größten Applaus des Abends erhielt die anwesende Profi-Mannschaft samt Trainer Jos Luhukay. Nach zwölf Spieltagen liegt der Aufsteiger mit 18 Punkten auf Platz sieben der Bundesliga. "Wir sind auf einem guten Weg", hatte Gegenbauer im Vorfeld der Mitgliederversammlung erklärt.

In den Verein sei Ruhe eingekehrt, die Verträge mit Trainer Jos Luhukay und Manager Michael Preetz wurden bis 2016 verlängert. "Die Zusammenarbeit in der sportlichen Verantwortung stimmt", meint Gegenbauer.

Preez lobte die Mannschaft als "absolut konkurrenzfähig". Sie habe den Schritt von der 2. Bundesliga in die Bundesliga schnell vollzogen. "Wir werden diesen Weg in den kommenden Wochen und Monaten weitergehen - mit Mut und mit Leidenschaft", versprach der Manager.

5,2 Millionen Euro zurückgezahlt

Durch den sportlichen Erfolg hat sich auch die finanzielle Lage bei Hertha verbessert. Die Verbindlichkeiten wurden um 5,2 Millionen Euro auf 36,8 Millionen Euro verringert, erläuterte Geschäftsführer Ingo Schiller. Die vergangene Saison schloss der Verein zwar mit einem Minus von 7,8 Millionen Euro ab. Durch den Verkauf der Catering-Rechte konnten aber zehn Millionen Euro erlöst werden, die in der Bilanz verrechnet wurden.

Der Verein konnte über 20.000 Dauerkarten absetzen und liegt mit einem Zuschauerschnitt von 55.000 deutlich über der kalkulierten Marke von 47.500. Dadurch werden Mehreinnahmen von rund einer Million Euro in die Kassen fließen. Um den immer noch hohen Schuldenberg weiter abtragen zu können, "müssen wir uns aber langfristig in der Bundesliga etablieren", sagte Schiller.

Finanzentwicklung bei Hertha BSC

Saison Etat in Euro Personalkosten Verbindlichkeiten
2006/2007 67,9 Mio. 24,7 Mio. 46,8 Mio.
2007/2008 77,8 Mio. 27,7 Mio. 29,0 Mio.
2008/2009 85,9 Mio. 35,9 Mio. 33,0 Mio.
2009/2010 79,5 Mio. 28,0 Mio. 37,3 Mio.
2010/2011 61,8 Mio. 22,7 Mio. 34,7 Mio.
2011/2012 79,8 Mio. 32,4 Mio. 42,0 Mio.
2012/2013 65,5 Mio. 26,6 Mio. 36,8 Mio.
2013/2014 69,0 Mio. 23,0 Mio.  
(geplant)      

Kritik an Trennung von Fiedler

In der anschließenden Aussprache machten einige Fans ihrem Ärger über die Trennung vom langjährigen Torwart und -Torwarttrainer Christian Fiedler Luft. Insgesamt aber überwog für Hertha-Boss Gegenbauer die Harmonie: "Es war eine schöne, konzentrierte Veranstaltung. Wir sind auf einem richtigen und guten Weg", fasste er den Abend zusammen.


Mit Informationen von Lars Becker

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