1899 Hoffenheim - Hertha BSC (Quelle: dpa)

Fußball | Zwei Tore von Ramos - Hertha gelingt in Hoffenheim der erste Auswärtssieg

Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC kann also doch auswärts gewinnen. Am Samstag  konnte das Team von Trainer Jos Luhukay gegen die TSG Hoffenheim drei Punkte einfahren und nach zuvor zwei Niederlagen in Folge in die Erfolgsspur zurückkehren. Zum Matchwinner avancierte Doppeltorschütze Adrian Ramos.

Bundesliga-Aufsteiger Hertha BSC hat am Samstag einen verdienten 3:2-Sieg bei 1899 Hoffenheim gelandet und damit den ersten Auswärtserfolg der Saison eingefahren. Herthas Stürmer Adrian Ramos avancierte mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 54. Minute und dem Siegtor sechs Minuten vor Schluss zum Matchwinner für die Berliner.

Herthas Spieler ließen sich nach dem Spiel minutenlang von ihren Fans feiern. Mit ihrem couragierten Auftritt bei Hoffenheim untermauerten sie ihren Ruf als Überraschungsteam der Fußball-Bundesliga und entzückten zugleich ihren Trainer Jos Luhukay. "Ich freue mich riesig und bin total angetan von meiner Mannschaft. Wir waren schon einige Male auswärts nahe dran, einen Sieg einzufahren. Heute war es endlich so weit", sagte der Niederländer.
 
Die Hertha, in ungewohntem Gelb-Orange, setzte zu Beginn der Partie nicht nur farblich ein Signal. Sami Allagui, den Trainer Jos Luhukay als zusätzliche Offensivkraft in die Anfangself gestellt hatte, bot sich schon in der 3. Minute die Chance zur Führung. Der 27-Jährige zielte jedoch ebenso ungenau wie 60 Sekunden später Ben-Hatira. Der tunesische Nationalspieler machte es im zweiten Anlauf aber besser, als er den Ball nach Vorarbeit von Ramos aus zentraler Position in der 13. Minute unhaltbar im Netz versenkte.

Hoffenheim lief Hertha über weite Strecken der ersten Halbzeit hinterher

Hoffenheim ließ sich von der Offensivlaune der Gäste sichtbar beeindrucken und lief Ball und Gegner über weite Strecken der ersten Halbzeit hinterher. Zwei Freistöße des Ex-Berliners Salihovic aus rund 30 Metern blieben die einzigen nennenswerten Aktionen bis zur Pause.

1899 Hoffenheim - Hertha BSC (Quelle: dpa)
Fabian Lustenberger (re) im Zweikampf mit Hoffenheims Kevin Volland.

Zu allem Überfluss musste Innenverteidiger David Abraham nach nicht einmal 30 Minuten verletzt vom Feld. Seinen Platz nahm Yannik Vestergaard ein. Immerhin ließ die in der Anfangsphase unsortierte TSG-Defensive nun nichts mehr zu, so dass sich Langeweile breitmachte.

Das änderte sich nach dem Wechsel schlagartig. Zunächst drückte Hoffenheim auf den Ausgleich, den der eingewechselte Fabian Johnson (49.) und Niklas Süle (51.) jedoch verpassten. Und dann zeigte Schiedsrichter Deniz Aytekin auf der anderen Seite völlig überraschend auf den Elfmeter-Punkt, nachdem Ramos bei einem Zweikampf mit Vestergaard ins Straucheln geraten war. Der Hertha-Stürmer nahm das Geschenk dankbar an und erhöhte auf 2:0.

Hertha verspielt 2:0-Führung

Das nahm den Hausherren zunächst wieder den Wind aus den Segeln. Zwar bemühte sich Hoffenheim nach Kräften um den Anschluss, doch der Aufsteiger aus der Hauptstadt stand hinten sicher und nutzte die Räume immer wieder zu gefährlichen Kontern. Per Skjelbred (58.) scheiterte aber an TSG-Torwart Koen Casteels.
  
So wurde es noch einmal spannend, weil Sebastian Langkamp den eingewechselten Sven Schipplock im Strafraum umrempelte und Salihovic den Elfmeter sicher verwandelte. Kurz darauf bewahrte Hertha-Keeper Thomas Kraft sein Team gegen Schipplock vor dem Ausgleich. Der fiel dann jedoch durch einen direkt verwandelten Freistoß von Salihovic in der 81. Minute.

Kurzzeitig sah es so aus, als sollte Hertha auch diesmal auswärts nicht siegen. Doch am Ende jubelte Berlin, weil auch Ramos zum zweiten Mal zuschlug - per Kopf in der 84. Minute.

Hertha belohnt sich für den hohen Aufwand

Vor dem Spiel bei Hoffenheim hatte Hertha-Trainer Jos Luhukay eindringlich vor der gegnerischen Offensive gewarnt. "Hoffenheim hat drei Spieler, die bislang für 18 Tore gut waren", sagte der Coach des Berliner Bundesligisten noch am Freitag dem rbb. Gemeint waren Kevin Volland, Anthony Modeste und Roberto Firmino. "Diese Spieler müssen wir über 90 Minuten in den Griff bekommen", betonte Luhukay. Hoffenheims Angriff gehöre zu den erfolgreichsten der Liga.

Den Schlüssel zum ersten Auswärtssieg der Saison sah Luhukay deshalb auch in der eigenen Offensive. "Damit wir uns für unseren Aufwand belohnen, benötigen wir eine höhere Effizienz in der Chancenverwertung", fordert der Trainer. Seine Mannschaft konnte das am Samstag mit drei Treffern beherzigen.

Statistiken zum Spiel

Hoffenheim: Casteels - Beck, Abraham (28. Vestergaard), Süle, Salihovic - Polanski (66. Schipplock), Strobl - Volland, Firmino, Elyounoussi (46. Johnson) - Modeste. - Trainer: Gisdol
Berlin: Kraft - Pekarik, Lustenberger, Sebastian Langkamp, van den Bergh - Cigerci, Hosogai - Allagui (79. Ndjeng), Skjelbred (72. Niemeyer), Ben-Hatira (68. Nico Schulz) - Ramos. - Trainer: Luhukay
Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)
Tore: 0:1 Ben-Hatira (13.), 0:2 Ramos (53., Foulelfmeter), 1:2 Salihovic (70., Foulelfmeter), 2:2 Salihovic (81.), 2:3 Ramos (84.)
Zuschauer: 25.078
Gelbe Karten: Strobl, Modeste (2) - Pekarik (4), Ben-Hatira (2)

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