Jos Luhukay, Trainer von Fußball-Bundesligist Hertha BSC (Bild: dpa)

Fußball | Samstag gegen Augsburg - "Hertha ist Hertha"

Angesprochen auf seine Zeit beim FC Augsburg, reagiert Jos Luhukay dieser Tage äußerst dünnhäutig. 2011 hatte er den FCA erstmals in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga geführt, doch der Abschied verlief nicht gerade harmonisch. So besteht kein Anlass für falsche Sentimentalitäten. Gegen Augsburg verlangt Herthas Trainer "volles Tempo über 90 Minuten".

Für Hertha-Coach Jos Luhukay wird das Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg zu einer Begegnung der besonderen Art. 2011 hatte er die Schwaben in die Bundesliga geführt - das erste Mal überhaupt in ihrer Vereinsgeschichte. Anschließend gelang Luhukay auch der Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse, inzwischen ist der FCA das dritte Jahr in Folge erstklassig.

Dennoch verließ Luhukay den Verein unter nicht ganz harmonischen Umständen. Entscheidungen in der Führungsriege sollen den Niederländer zunehmend genervt haben - er wechselte zu Hertha BSC - und führte prompt auch die Berliner zurück in die Bundesliga.

Vergleichen möchte der 50-Jährige seinen alten mit seinem aktuellen Arbeitgeber aber nicht. "Augsburg ist Augsburg und Hertha ist Hertha. Mehr möchte ich darüber nicht sagen, sonst müsste ich zu tief gehen", sagte er kurz angebunden. Dennoch kann er einen gewissen Stolz nicht verhehlen: "Ich habe die erste Entwicklung dort miterlebt und mitverantwortet. Sechs, sieben Spieler von damals spielen heute noch dort. Das Team profitiert immer noch davon."

"Volles Tempo über 90 Minuten"

Nun allerdings verantwortet Luhukay den sportlichen Erfolg von Hertha BSC und blickt daher ohne jede Sentimentalität auf das schwere Spiel am Samstag. Für Herthas Aufstiegsheld Ronny (18 Tore und 14 Assists im vergangenen Jahr) scheint dabei nach wie vor kein Platz zu sein. "Unser Mittelfeld ist außergewöhnlich stark. Wir sind noch nie auseinander gespielt worden und haben kaum Konter kassiert", sagte Trainer Jos Luhukay am Donnerstag. "Es ist unglaublich, was die Spieler an Laufbereitschaft und körperlicher Voraussetzung mitbringen."

Somit dürfte klar sein, dass der schussstarke, aber behäbige Ronny am Samstag gegen den FC Augsburg im besten Fall eingewechselt wird, denn dessen mangelnde Fitness ist bei den Berlinern inzwischen ein Dauerbrenner. "Volles Tempo über 90 Minuten", wie es Luhukay auch gegen Augsburg verlangt, kann der Brasilianer jedenfalls nicht gehen. Da seine schlampige Saisonvorbereitung in Brasilien bis jetzt nachwirkt, soll Ronnys Berater Dino Lamberti seinem Klienten den Heimaturlaub über Weihnachten gestrichen haben, berichtete die "Bild"-Zeitung am Mittwoch.

"Wir müssen uns gegen Augsburg belohnen"

Sorgen bereitet dem Trainer nach der 0:1-Heimniederlage gegen Leverkusen auch die Effizienz seines Teams. "Wir tun uns schwer, Tore zu erzielen", sagt Luhukay und fordert: "Wir müssen uns gegen Augsburg für unseren Aufwand belohnen."

Die Schwaben haben die zurückliegenden vier Auswärtsbegegnungen verloren. Dennoch warnte der 50-Jährige vor seinem Ex-Club. Zudem ist Augsburg der einzige aktuelle Liga-Konkurrent, gegen den die Hertha noch nie gewonnen hat. Allerdings gab es auch erst zwei Duelle gegeneinander. Trotzdem glaubt Luhukay daran, dass ein Heimsieg möglich ist und fordert von seinem Team "maximale Konzentration und absolute Fokussierung".

Ausfälle in der Innenverteidigung

Doch gegen den Tabellenzehnten, der nur zwei Punkte weniger hat als Hertha auf dem achten Platz, könnten die Berliner Probleme in der Innenverteidigung bekommen, denn John Anthony Brooks fehlt wegen seiner Meniskus-Probleme. Der US-Boy fällt eine Woche aus. Fraglich sind zudem die Einsatzchancen von Kapitän Fabian Lustenberger (Fieber) und Maik Franz (Magen-Darm-Probleme), die ebenfalls in der Innenverteidigung spielen.

Doch der Hertha-Coach beschwichtigt: "Ich bin nicht unruhig. Wir haben einen ausgeglichenen Kader und genügend Alternativen." Als Ersatz im Abwehrzentrum kämen Christoph Janker oder Ex-Kapitän Peter Niemeyer infrage.

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