Berlins Baris Özbek reklamiert gegen seine Rote Karte (Quelle: dpa)

Fußball | 0:3 bei Kaiserslautern - Union verliert in Unterzahl

Die Aufstiegshoffnungen des 1.FC Union Berlin haben einen weiteren Dämpfer erlitten. Die "Eisernen" verloren am Samstag das Zweitliga-Topspiel beim 1. FC Kaiserslautern mit 0:3 und sind damit seit mittlerweile drei Partien sieglos. In Unterzahl waren die Gäste unter Druck geraten. Vor und nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen.

Union Berlin hat das Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga beim 1. FC Kaiserslautern klar verloren. Die "Eisernen" unterlagen am Samstag in Unterzahl mit 0:3 (0:0) und sind damit zum dritten Mal in Folge ohne Sieg. Die Lauterer rückten mit ihrem Erfolg an die Tabellenspitze, da der bisherige Spitzenreiter Köln sein Heimspiel gegen Ingolstadt überraschend mit 0:1 verloren hat.

Uwe Neuhaus, Trainer des 1. FC Union Berlin
Unzufrieden: Union-Trainer Uwe Neuhaus

Vor 33.284 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion entwickelte sich eine intensive Begegnung. Die Gäste machten es den Lauterern mit einer hohen Laufbereitschaft schwer und ließen im ersten Durchgang wenig zu. Aber auch Kaiserslautern stand in der Defensive meist sicher.

Kurz vor Ende der ersten Halbzeit leistete sich Union Baris Özbek einen Aussetzer, als er Olivier Occean, der in der 36. Minute mit einem Fallrückzieher an Daniel Haas gescheitert war, mit dem Ellenbogen im Gesicht traf. In Unterzahl geriet Union dann arg unter Druck.

Mohamadou Idrissou scheiterte nach 52 Minuten zunächst an Haas, dann traf Occean nach einer Freistoßflanke von Markus Karl zur verdienten Führung. Florian Dick erhöhte in der 79. Minute, Enis Alushi sorgte keine zehn Minuten später für den Endstand.

Das Team von Trainer Uwe Neuhaus, der am Freitag seinen Vertrag um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2016 verlängert hatte, bekommt bald Gelegenheit zur Revanche. Am 3. Dezember treffen beide Mannschaften in Berlin im Achtelfinale des DFB-Pokals aufeinander.

Verletzte Polizisten bei Fan-Ausschreitungen

Vor und nach dem Spiel ist es zu Ausschreitungen gekommen. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Bundespolizeidirektionen Koblenz und Berlin hervor. Nach dem Schlusspfiff trafen im Kaiserslauterer Bahnhof gewaltbereite Anhänger beider Vereine aufeinander. Es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen, bei denen auch ein Bahnmitarbeiter angegriffen wurde.

Union verurteilte seinerseits die Polizei-Einsätze scharf - der Fanbeauftragte Lars Schnell sowie weitere "Betroffene" werden laut einer Pressemitteilung Anzeige erstatten. Die Bundes- und die Landespolizei setzte laut eigenen Angaben zur Beruhigung der Lage Pfefferspray und Diensthunde ein, fünf Beamte wurden durch Glasflaschen, Tritte und Schläge verletzt. Zwei von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

Union sprach dagegen in seiner Mitteilung von "erheblichen Rechtsverstößen" der Polizei. Der "rücksichtslose und brutale" Einsatz, "insbesondere der Bundespolizei in Kaiserslautern", habe für "zahlreiche Verletzte" gesorgt.

Identität von 193 Personen festgestellt

Präsident Dirk Zingler sagte: "Wir haben es hier mit einem massiven Versagen derjenigen zu tun, die eigentlich für die Sicherheit von Menschen sorgen sollen. Stattdessen erleben wir provozierendes Auftreten, Gewalt, Freiheitsberaubung, Gefährdung der öffentlichen Ordnung und eine unglaubliche Verschwendung von Steuermitteln, die anschließend per Pressemitteilung gerechtfertigt wird."

Schon bei der Anreise der etwa 1200 Union-Fans hatte es auf dem Bahnhof laut Angaben der Polizei in Mannheim einen Zwischenfall mit Flaschenwürfen und verbalen Provokationen gegenüber den Polizisten gegeben. Bei der Ankunft in Berlin nahmen etwa 400 Bundespolizisten die Union-Anhänger in Empfang, es wurden von 193 Personen die Identität festgestellt und Lichtbilder gefertigt. Die Bilder werden nun mit dem gesicherten Videomaterial von den Ausschreitungen in Kaiserslautern abgeglichen, um die Gewalttäter zu ermitteln.

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