
Eisschnelllauf | Weltcup in Salt Lake City - Pechstein-Team droht Olympia-Aus
Seit Einführung des Teamwettbewerbs haben die deutschen Eisschnellläuferinnen bei Olympia zweimal Gold geholt. Doch für einen Hattrick wird es nicht reichen: Beim Weltcup in Salt Lake City haben die Kufenflitzerinnen um Claudia Pechstein das Olympia-Ticket für das Verfolgungsrennen in Sotschi mit großer Wahrscheinlichkeit verpasst.
Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi werden die deutschen Eisschnellläuferinnen um die Berlinerin Claudia Pechstein im Mannschaftswettbewerb wohl ohne Medaille bleiben. Beim Weltcup in Salt Lake City belegte das deutsche Team in der Nacht zu Montag mit Pechstein, Bente Kraus (Berlin) sowie Jennifer Bay (Dresden) nur den elften und letzten Platz.
Die Deutschen liefen mit dem Handicap, ohne Gegner im direkten Duell antreten zu müssen und enttäuschten vor allem auf der Schlussrunde. Pechstein übernahm größtenteils die Führungsarbeit, doch die anderen beiden konnten dem hohen Tempo der fünmaligen Olympiasiegerin kaum folgen. In 3:00,85 Minuten waren die DESG-Läuferinnen am Ende fast fünf Sekunden langsamer als die Siegerinnen aus den Niederlanden. Pechstein, die in Sotschi auf eine weitere olympische Einzelmedaille spekuliert, musste sich teilweise nach ihren beiden Mitläuferinnen umsehen.
"Die Hoffnung stirbt zuletzt"
Vor dem letzten für die Sotschi-Qualifikation entscheidenden Rennen am 8. Dezember in Berlin haben die Deutschen nun einen riesigen, kaum noch aufholbaren Rückstand von 63 Punkten auf die fünftplatzierten Amerikanerinnen. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", meinte Kraus, "aber man soll nie nie sagen." DESG-Präsident Gerd Heinze sprach von einer vertanen Chance: "Ein Aushängeschild ist uns verloren gegangen. Jetzt müsste in Berlin schon ein Wunder passieren." Pechstein wollte sich nach der Niederlage nicht äußern.
Nach dem schwachen Auftritt in der Vorwoche in Calgary war die Berlinerin Monique Angermüller durch Jennifer Bay ersetzt worden. Doch der Wechsel zeigte kaum Wirkung. Nach einer soliden Anfangsphase hatten Bente Kraus und Bay in den letzten beiden Runden zunehmend Probleme, dem Tempo der formstarken Pechstein zu folgen. Die fünfmalige Olympiasiegerin schaute sich teilweise sogar nach ihren Kolleginnen um. Am Ende blieb die Enttäuschung.
"Der Teamwettbewerb hat sich enorm entwickelt. Top-Platzierungen sind nur noch dann möglich, wenn dafür hart trainiert wird. Und zwar gemeinsam, im Team. Die Weltcups in Übersee haben gezeigt, dass wir in Deutschland da offensichtlich erheblichen Nachholbedarf haben", sagte Pechsteins Manager Ralf Grengel.




