
Fußball | Vor dem Topspiel der 2. Bundesliga - Mattuschka reist als Fan zum Topspiel
Mehr Spitzenspiel geht nicht: 1. gegen 2., Köln gegen Union. Beide Teams wurden vor der Saison als Aufstiegskandidaten gehandelt, auch wenn die Berliner davon nichts hören wollen. Doch ausgerechnet in diesem Spiel kann Unions Kapitän Torsten Mattuschka seinem Team nicht helfen - zumindest nicht auf dem Platz.
Ein echter Kapitän eben: Schon in der 12. Minute im Spiel gegen Aue ist Torsten Mattuschka klar, dass er das Spitzenspiel am Montag gegen Köln verpassen wird. Fabian Schönheim verliert im Angriff den Ball, Aue kontert, "Tusche" geht dazwischen. Und für ein taktisches Foul gibt es die Gelbe Karte, die fünfte in dieser Saison. Und damit ein Spiel Pause. Auch der Hinweis für den Schiedsrichter ("Mein erstes Foul") bringt da schon nichts mehr.
Geknickt trabt der Kapitän danach nicht über das Feld. Im Gegenteil: Mit einem herrlichen Freistoß sichert er den Köpenickern den 1:0-Sieg und Tabellenplatz zwei. Noch am nächsten Tag entschuldigt sich Schönheim bei Mattuschka. "Es tut mir leid, dass ich ihm das Spiel weggenommen habe."
"Unsere Serie ist kein Zufall"
Doch er wird trotzdem nach Köln reisen - als einfacher Fan im Stadion. "Das nervt total, aber ich fahre trotzdem mit, werde die Mannschaft moralisch unterstützen und mir die geile Stimmung reinziehen", so der 33-Jährige.
Mattuschka ist die Lebensversicherung beim Überraschungsteam aus Berlin. Fünfmal traf er bereits, fünf Treffer bereitete er vor. Immer dann, wenn Mattuschka selber einnetzte, gewann seine Mannschaft auch. In den sieben Partien ohne eines seiner Tore gelangen nur zwei Siege. Jetzt muss Trainer Uwe Neuhaus den Unersetzlichen in der Zentrale doch irgendwie ersetzen. "Wer die vergangenen Wochen verfolgt hat, weiß, wie wichtig er für uns ist".
Vor allem dank Mattuschka können die Berliner nach gut einem Drittel der Saison vom Aufstieg sinnieren. Punktgleich mit Köln (jeweils 24 Zähler) liegen sie an der Spitze, die Rheinländer sind lediglich wegen der etwas besseren Tordifferenz vorn. "Unsere Serie ist kein Zufall. Aber das ist kein Grund, überschwänglich zu werden", sagt Schönheim.
Der Abstand zur SpVgg Greuther Fürth (20, am Samstag bei Erzgebirge Aue) und den weiteren Verfolgern 1. FC Kaiserslautern (19) und FC St. Pauli (19) ist schon achtbar.

Neuhaus: Köln nicht unschlagbar
Kölns Trainer Peter Stöger hat den "Eisernen" jedenfalls seinen großen Respekt bekundet. "Berlin steht zurecht oben und ist auswärts noch ungeschlagen", sagte der Coach des einzigen noch ungeschlagenen Zweitligateams. "Union ist eine kompakte Einheit, die in allen Bereichen stark besetzt ist und offensiv ihre Möglichkeiten nutzt."
Auch Neuhaus schickte ein paar Nettigkeiten in Richtung Köln. Er lobte das "unglaubliche Abwehrbollwerk" der Geißbock-Elf und sieht seine Mannschaft "individuell nicht auf dem Niveau" wie der Gegner. Dennoch: "Der 1. FC Köln ist nicht unschlagbar", meinte Neuhaus, "wir haben in den letzten Wochen gute Spiele gezeigt."

