
Motorsport ohne Lärm und Geruch - Formel-E-Premiere in Berlin am 30. Mai 2015
Schnell wie ein Formel 1-Bolide, aber kaum lauter als ein normaler PKW: Am 30. Mai feiert die vollelektrische Motorsport-Serie Formel E in Berlin Premiere. Die umweltfreundlichen Rennwagen werden auf dem Tempelhofer Feld ihre Runden drehen.
Bis vor 15 Jahren rasten Rennautos in Berlin noch über die Avus. In zwei Jahren wird das Tempelhofer Feld Austragungsort für das erste Deutschland-Rennen der neuen Formel E, eine WM-Serie für Elektroautos. Die Elektro-Boliden werden am 30. Mai 2015 auf dem betonierten Vorfeld des geschichtsträchtigen Airports beweisen, wie schnell sie sein können.
Diesen Termin bestätigte der Internationale Automobilverband FIA am Mittwoch nach einer Sitzung des Motorsport-Weltrats in Paris. Auf dem Tempelhofer Feld soll ein 2,5 bis 3 Kilometer langer Kurs aufgebaut werden. "Das Interesse von Städten in aller Welt war überwältigend", sagte Alejandro Agag, der Geschäftsführer der Rennserie.
Bis zu 30.000 Besucher erwarten Veranstalter
Bereits im Sommer diesen Jahres fiel die Entscheidung auf den ehemaligen Flughafen Tempelhof als Austragungsort. Wobei das Tempelhofer Feld nicht die erste Wahl war, denn die Formula E Holding hätte es lieber gesehen, dass die umweltfreundlichen Rennwagen in der Berliner City auf der Straße des 17. Juni starten.
Diesem Wunsch erteilte die Senatsverwaltung jedoch bereits im vergangenen Jahr eine Absage. Das Brandenburger Tor wird als imposantes Hintergrund-Motiv somit wegfallen.
Doch auch so soll das Formel-E-Rennen ein großes Spektakel werden, zu dem die Veranstalter bis zu 30.000 Zuschauer erwarten. Der Eintritt soll frei sein.
Saisonfinale steigt in London
Das erste Rennen der Formel E wird am 13. September 2014 in Peking ausgetragen. Insgesamt sind zehn Läufe für die erste Formel-E-Meisterschaft geplant, allesamt auf Stadtkursen. Weitere Gastgeber sind Putrajaya in Malaysia, Rio de Janeiro, Punta del Este in Uruguay, Buenos Aires, Los Angeles, Miami und Monaco. Das Saisonfinale steigt am 27. Juni 2015 in London.
Boxenstopp mit Wagentausch
In der Formel E wird der aus der Formel 1 bekannte Reifenwechsel durch den Tausch der Autos ersetzt. Denn bei Tempo 220 ist eine Batterie nach etwa 25 Minuten leer. Jedes Rennen soll an einem Tag über die Bühne gehen, vom Freien Training über die Qualifikation bis hin zum einstündigen Rennen. Damit sollen die Einschränkungen in der jeweiligen Gastgeber-Stadt minimiert werden.
Der Elektro-Flitzer ist kleiner als ein Formel-1-Bolide. Die mit elektrischer Energie angetriebenen, bis zu 272 PS starken Rennwagen sollen Spitzengeschwindigkeit von 240 Stundenkilometer erreichen. Die Autos sollen mit 80 Dezibel kaum lauter sein als ein herkömmlicher PKW.
Ohne Benzingeruch und ohne Lärm passe die Formel E gut zur "Go Green"-Kampagne des Automobil-Weltverband FIA, erklärten die Veranstalter.
Große Ziele der Formel E
Die Serie, die von der FIA mitfinanziert wird, soll mit 20 Piloten in zehn Teams beginnen. Mindestens zehn Rennen soll die WM umfassen. Die Hälfte davon sind in Europa geplant. Das Gewinner-Team bekommt am Saisonende zwei Millionen Euro, die siegreichen Fahrer vier Millionen Euro.
Mit der ersten Rennserie mit ausschließlich elektrisch angetriebenen Autos wollen die Formel-E-Macher die Königsklasse Formel 1 nicht be- oder gar verdrängen. Im Gegenteil: "Ich bin sicher, dass Rennställe wie Ferrari oder Red Bull eines Tages auch Formel-E-Teams stellen werden", sagte Agag.

