Hertha-Spieler jubeln nach dem 1:0 gegen Braunschweig (Quelle: dpa)

Fußball | Sieg in Braunschweig - Ronny macht den Unterschied

Verschmäht, missachtet, nicht eingesetzt: Es waren schwierige Wochen für Aufstiegsheld Ronny. Dann der kleine Paukenschlag am Sonntag, in Braunschweig darf er wieder einmal von Beginn an spielen. Beim 2:0-Sieg hat er das Vertrauen von Trainer Luhukay mehr als gerechtfertigt. Hertha bleibt auf Tabellenplatz sieben, Braunschweig ist weiterhin Letzter. Das Verhalten der Hertha-Fans dürfte ein Nachspiel haben.

Startelf-Rückkehrer Ronny hat seine Hertha im Duell der Aufsteiger auf diese Siegerstraße gebracht. Dank seiner Vorlagen gewannen die Berliner 2:0 (1:0) bei Eintracht Braunschweig und können sich in der Fußball-Bundesliga wieder nach oben orientieren.

Beim Tabellenletzten traf Adrián Ramos am Sonntagabend in der 20. Minute nach einem Ronny-Eckball, Tolga Cigerci (80.) sorgte nach Ronny-Vorlage mit seinem ersten Bundesliga-Tor für die Entscheidung zum 2:0.

Hertha-Pyros in Braunschweig (Quelle: dpa)
Dürfte ein Nachspiel haben: Hertha-Fans zünden Bengalos im Auswärtsspiel

Pyros im Hertha-Block

Vor 23.100 Zuschauern im ausverkauften Stadion blieben die Braunschweiger Gastgeber, die in der Schlussphase Timo Perthel mit Gelb-Rot verloren, auch im vierten Spiel in Serie ohne Tor - damit stellten sie ihren Negativrekord aus dem Jahr 1985 ein.

Mit 22 Punkten ist Hertha nach dem 15. Spieltag deutlich über dem Hinrunden-Soll. Nach zuletzt zwei sieglosen Spielen sind die Berliner weiter Tabellen-7., verkürzten aber den Abstand auf den Europa-League-Rang sechs auf zwei Punkte. Braunschweig bleibt mit acht Zählern Letzter.

Das Spiel hatte kaum begonnen, da musste Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer die Partie wieder unterbrechen. Pyrotechnik im Berliner -Fanblock sorgte nicht nur für Kopfschütteln bei Hertha-Trainer Jos Luhukay, sondern auch für dichte Rauchschwaden auf dem Spielfeld.

Chancen für Braunschweig, Tore für Hertha

Beide Trainer hatten mit ihren Aufstellungen überrascht. So bekam Aufstiegsheld Ronny wieder einmal einen Platz in der Berliner Anfangsformation. Auch Eintracht-Trainer Thorsten wechselte auf drei Positionen durch und bot Torsten Oehrl als Offensivkraft auf.

Herthas Tolga Cigerci sorgte mit einem Distanzschuss für erste Torgefahr. Danach gewannen die Gastgeber die Oberhand, Oehrl und zweimal Orhan Ademi hatten gute Chancen. Auf der Gegenseite sorgte Nico Schulz mit einem Lattentreffer (16.) für das nächste Berliner Ausrufezeichen. In der 20. Minute rechtfertigte Ronny schon mal seine Rückkehr ins Hertha-Team. Seine Ecke in den Fünfmeterraum köpfte Ramos unhaltbar für Torhüter Daniel Davari ins Tor.

Die Gastgeber spielten anfangs agiler als die Berliner, zeigte sich aber wieder einmal im Abschluss zu harmlos. Hertha nutzte seine Chance eiskalt und konnte sich erst im Nachhinein die Führung verdienen, die Gäste agierten insgesamt cleverer.

Und wieder legt Ronny auf

Zu Beginn der zweiten Halbzeit musste der verletzte Ermin Bicakcic für Marcel Correia weichen. Braunschweig erhöhte den Druck, blieb aber im Abschluss zu harmlos. Berlin ließ sich zurückfallen, das genügte gegen die Angriffsbemühungen der Niedersachsen. Deniz Dogan (76.) mit einem Freistoß aus etwa 25 Metern sorgte für etwas Gefahr.

Auf der Gegenseite hätte Sandro Wagner für die Entscheidung sorgen können, doch die Beinahe-Kopie mit Kopfball nach Ecke von Ronny ging an die Latte und vor die Linie. Den Sieg sicherte dann Cigerci, der bei einem Konter eine weitere Vorlage von Ronny verwertete.

Hertha BSC, Mannschaftsbild aus der Saison 1982/83 (Bild: dpa)
Hertha '83: Dieter Timme (oben, vierter von links), zweifacher Torschütze beim letzten Bundesliga-Spiel gegen Braunschweig

1983 ging es für Hertha um alles oder nichts

Mehr als 30 Jahre war es her, dass Hertha BSC und Eintracht Braunschweig in der Fußball-Bundesliga zuletzt aufeinander getroffen waren. Nun führte das Fußball-Schicksal die beiden Traditionsvereine wieder zusammen - allerdings unter anderen Vorzeichen. Damals nämlich mussten die Berliner am Ende der Saison zurück in die zweite Liga. Heute steht die Eintracht ganz unten.

Im Mai 1983, am vorletzten Spieltag, empfing Hertha als Tabellenletzter die Eintracht im Berliner Olympiastadion, und es entwickelte sich ein besonders dramatisches Spiel. Die Berliner, die in der vorangegangenen Saison gerade aufgestiegen waren, hätten an den beiden letzten Spieltagen unbedingt zwei Siege gebraucht, um den Abstieg noch zu verhindern - und auch Braunschweig kämpfte gegen den Abstieg.

Hertha legte einen Blitzstart hin und ging bereits in der 3. Minute, nach einem verwandelten Handelfmeter von Werner Schneider, mit 1:0 in Führung. Nur vier Minuten später markierte Dieter Timme das 2:0, doch bis zur Pause glichen die Braunschweiger durch zwei Tore von Ilija Zavisic zum 2:2 aus. Noch vor der Pause erhöhte Ronnie Worm auf 3:2 für die Niedersachsen. Zwar schaffte Timme in der 61. Minute noch den Ausgleich, doch für Hertha war das Remis zu wenig.

Eine Woche später verloren die von Georg Gawliczek trainierten Berliner beim 1. FC Köln mit 2:3 und mussten den schmerzhaften Weg zurück in die zweite Liga antreten. Die Braunschweiger dagegen retteten sich auf den 15. Platz und spielten als Gründungsmitglied der Bundesliga noch weitere zwei Jahre im Fußball-Oberhaus, ehe auch sie in die Zweitklassigkeit abstürzten.

Herthas Sebastian Langkamp musste im Spiel gegen den FC Augsburg am 30.11.2013 wegen einer Verletzung ausgewechselt werden. (Quelle: dpa)

Fußball | Verletzungspech - Langkamp fällt drei Wochen aus

Fußball-Bundesligist Hertha BSC muss den Rest der Hinrunde voraussichtlich ohne seinen Innenverteidiger Sebastian Langkamp überstehen. Im Spiel gegen den FC Augsburg am Samstag hatte sich der 25-Jährige am Oberschenkel verletzt und musste ausgewechselt werden. Herthas Teamarzt diagnostizierte nun einen Muskelfaserriss.

Herthas Peter Niemeyer (l) und Augsburgs Halil Altintop warten auf einen von oben kommenden Ball. (Bild dpa)

Fußball | 14. Bundesliga-Spieltag - Hertha verpasst Sieg gegen Augsburg

Ein torloses Unentschieden trotz drückender Feldüberlegenheit, dazu ein weiterer Ausfall in der Innenverteidigung: Für Hertha BSC war das Spiel gegen den FC Augsburg keines, an das man sich gerne erinnern wird. Zudem vergaben die Berliner die Chance, wieder näher an die Europa-League-Plätze heranzurücken.