
Fußball | Vor der Winterpause - Turbine verliert Topspiel
Turbine Potsdam muss sich im Topspiel gegen den 1. FFC Frankfurt deutlich geschlagen geben. Die 0:3-Pleite leitete Laudehr schon nach gut einer Minute ein. Später traf auch noch eine Ex-Potsdamerin.
Turbine Potsdam hat erstmals in dieser Saison eine Partie in der Frauen-Bundesliga verloren. Gegen den Dauerrivalen 1. FFC Frankfurt setzte es am Sonntag eine deutliche 0:3 (0:2)-Niederlage. Die Hessinnen haben damit nationale Vorherrschaft im Frauen-Fußball weiter inne.
Vor 3030 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion wurden die Turbine-Spielerinnen sofort kalt erwischt. Praktisch der erste Spielzug brachte Frankfurt in Führung. Nach einer Ecke stand Simone Laudehr vollkommen frei und köpfte noch in der ersten Spielminute seelenruhig zum 1:0 ein.
Potsdam wirkte geschockt und apathisch. Die Elf von Trainer-Urgestein Bernd Schröder brachte nicht viel zusammen. Zehn Minuten vor dem Seitenwechsel verschärfte Frankfurt das Tempo. Die Folge war in der 36. Minute das 2:0 durch Sasic. Nach dem Wechsel wirkte Potsdam weiter abwesend. Die Ex-Potsdamerin Bajramaj angelt sich vor dem Strafraum die Kugel und erhöhte zum 3:0.
Pech hatte zudem Pauline Bremer mit einem Pfostenschuss (66.). Turbine hat nun sechs Punkte Rückstand auf Platz eins, allerdings auch eine Partie weniger absolviert. Turbine präsentierte sich auf eigenem Platz während der gesamten Partie behäbig und nicht auf der Höhe des Geschehens.
Turbine empfängt am 21.12. die SG Essen. Am Sonntag in zwei Wochen steht das Nachholgspiel vom 8. Spieltag der Bundesliga an.
Verantwortliche setzen auf Entspannung
Besonders im Blickpunkt stand Frankfurts Defensivspezialistin Bianca Schmidt. Die 39-malige Nationalspielerin hat vor einem guten Jahr die Seiten gewechselt. Nach einer erfolgreichen Zeit in Potsdam trägt sie inzwischen das Frankfurter Trikot. Spätestens seitdem sie im Sommer mit der DFB-Auswahl die Europameisterschaft gewinnen konnte, zählt sie auch im Team von Trainer Colin Bell zu den absoluten Führungspersönlichkeiten. "Die Vorfreude auf die Begegnung ist groß", sagt die 23-Jährige im DFB.de-Interview vor der Partie. "Es ist wirklich ein Klassiker und meiner Meinung nach das Top-Spiel im deutschen Frauenfußball, zumal ich lange bei Turbine Potsdam gespielt habe und immer noch viel mit dem Verein verbinde."
Im letzten Jahr ging es bei diesem Klassiker in der Liga noch heftig zur Sache, jetzt hat sich die Lage wohl entspannt. "Uns geht es um die sportliche Auseinandersetzung. Die Vergangenheit interessiert uns nicht mehr", erklärt Frankfurt-Manager Siegfried Dietrich im Vorfeld. "Klar hat uns das Duell lange zu schaffen gemacht. Jetzt geht es um gute Werbung für den Frauenfußball", pflichtete Turbine-Coach Bernd Schröder bei.


