Eisbären unter Druck gegen die Kölner Haie (Bild: DPA)

Eishockey | Sudden Death - Eisbären ringen Haie in der Overtime nieder

Ohne Kapitän André Rankel, aber mit großer Leidenschaft sind die Eisbären am Dienstagabend gegen die Kölner Haie zu Werke gegangen. Lohn der Mühe: ein 5:4-Sieg in der Overtime - nach dem Auswärtserfolg in Schwenningen der zweite Berliner Sieg in Folge. Die Achterbahnfahrt des amtierenden deutschen Meisters scheint vorerst beendet zu sein.

In einem vorgezogenen Spiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) haben die Berliner Eisbären am Dienstagabend Tabellenführer Kölner Haie in der Overtime niedergerungen. Vor 11.800 Zuschauern setzte sich der Titelverteidiger in der Verlängerung mit 5:4 (2:1, 0:0, 2:3 / 1:0) gegen den Vizemeister durch. Die beiden ersten Spiele hatten die Eisbären gegen die Haie jeweils mit 1:3 verloren.

Der Tabellenführer aus der Domstadt stellte in Berlin das läuferisch stärkere Team mit der weitaus besseren Spielanlage. Immer wieder überbrückten die Haie wie beim Führungstreffer durch Philip Riefers (9. Minute) mit nur wenigen Stationen das Spielfeld. Die Eisbären hingegen kämpften eher Eishockey, als dass sie es spielten. Doch das mit Erfolg. Julian Talbot (11.) traf in Überzahl zum Ausgleich. Viel zu selten wusste der Meister durch strukturierte Aktionen zu überzeugen. Einen der wenigen guten Spielzüge nutzte Florian Busch (15.) zum 2:1.

Andre Rankel (dpa-Archivbild)
Eine Gehirnerschütterung bei André Rankel kann nicht mehr ausgeschlossen werden

Kölner gingen trotz Unterzahl in Führung

Die Haie liefen trotz Überlegenheit diesem Rückstand bis in den letzten Spielabschnitt hinterher. Mit zwei Treffern innerhalb von 28 Sekunden durch John Tripp (47.) und Yared Hagos (48.) gingen die aktiveren Gäste mit 3:2 in Führung, doch schon im Gegenzug - nach erneut nur 28 Sekunden - glich Frank Hördler (48.) für die Eisbären aus. Kurios ging es weiter. In Unterzahl schoben sich die Kölner durch einen verwandelten Penalty von Christopher Minard (50.) wieder nach vorne.

Kurz darauf, immer noch mit einem Mann weniger, scheitertet Rok Ticar mit einem weiteren Strafschuss an Berlins Torwart Robert Zepp. Berlins Shawn Lalonde (53.) sorgte mit dem letzten Tor in der regulären Spielzeit für die Punkteteilung zwischen den beiden Vorjahresfinalisten. Der überragende Berliner Verteidiger Lalonde (61.) war es schließlich, der mit dem dritten Powerplaytreffer den Zusatzpunkt für den Meister sicherstellte.

Weiter Probleme bei Kapitän Rankel

Am Sonntag hatten die Eisbären nach einer Durststrecke von 86 Tagen auswärts wieder drei Punkte geholt und Schwenningen mit 5:3 besiegt. Nicht nur bei Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson wirkte der Sieg wie eine Befreiung. "Der Sieg ist eine Erleichterung", atmete der Coach der Eisbären auf. Nun muss der Titelträger nachlegen und die bisher schwankenden Leistungen beenden. Der Sieg gegen die Haie war dabei keine Selbstverständlichkeit, denn in den bisherigen beiden Saisonspielen hatte Vizemeister mit jeweils 3:1 zweimal die Oberhand behalten. "Die Haie waren in diesen Spielen einen Tick besser", sagte Eisbärenmanager Peter John Lee, "hoffentlich können wir unseren Heimvorteil nutzen."

Verzichten mussten die Eisbären gegen Köln einmal mehr auf ihren Kapitän André Rankel. Der Stürmer klagt nach wie vor über Gleichgewichtsstörungen, so dass mittlerweile eine Gehirnerschütterung nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Vor knapp drei Wochen hatte Rankel in der Partie gegen Mannheim einen Schlag mit dem Ellbogen an den Kopf erhalten, der möglicherweise ein Schädel-Hirn-Trauma zur Folge hatte. Bislang waren die Schwindelanfälle des 28-jährigen Berliners auf einen Virusinfekt zurückgeführt worden.

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