Florian Busch von den Eisbären Berlin (Quelle: imago)

Eishockey | Letzte European Trophy am Wochenende - Eisbären streben internationale Wiedergutmachung an

In der Liga läuft es nicht optimal, deswegen schauen die Eisbären nun nach Europa: Bei der European Trophy an diesem langen Wochenende können die Berliner ihren Fans einen internationalen Titel schenken. Es wäre ein besonderer - denn es gibt ihn zum letzten Mal.

Nach vier Jahren ist schon wieder Schluss mit der European Trophy. Von der kommenden Saison an soll eine neue europäische Turnierform mit dem Label Champions League dem Eishockey zu mehr Bedeutung verhelfen. Eisbären-Manager Peter John Lee wirbt fast schon pathetisch für das am Wochenende in Berlin letztmals stattfindende Endturnier: "Es ist eines der, wenn nicht das bedeutendste europäische Turnier in der Eisbären-Geschichte, welches wir hier veranstalten."

Internationaler Glanz gegen nationales Mittelmaß

Für den Rekordmeister der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ist das Turnier eine gute Gelegenheit, zum zweiten Mal nach 2010 diesen Wettbewerb zu gewinnen. Was für den derzeit in der Liga nur Mittelmaß darstellenden Meister aber noch wichtiger ist: Er kann vor eigenem Publikum beweisen, dass mehr in ihm steckt als ein enttäuschender neunter Platz in der DEL. "Es ist eine sehr gute Möglichkeit, uns mit starken europäischen Gegnern zu messen", sagte Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson.

Prominente Sportler in der O2-Arena

Der junge Spieler Alex Trivellato sprach von einer "besonderen Ehre", das Finalturnier auszutragen. "Wir wollen uns hier auch sehr gut schlagen - um Europas Meister zu werden", sagte der Verteidiger. Coach Tomlinson hatte bereits vor dem Saisonstart den Gewinn der European Trophy als Ziel ausgegeben. Hierfür können sich die Eisbären der Unterstützung der Berliner Sportprominenz sicher sein. Nach Robert Harting, den Handball-Füchsen und den Volleys hat sich auch Unions Kapitän Torsten Mattuschka in die Daumen-Drücker-Liste eingereiht. "Ich bin mir sicher, dass ihr das Ding holt. Europameister ist nur der EHC", teilte der Zweitliga-Fußballer per Video-Botschaft mit.

Zum Auftakt gegen schwedisches Spitzenteam

Allerdings müssen sich die Eisbären mit starker Konkurrenz auseinandersetzen. Zum Auftakt tritt der deutsche Meister am Freitagabend gegen Färjestads BK an, das bereits einen 5:2-Erfolg gegen seinen schwedischen Ligarivalen Frölunda Göteborg in der Tasche hat. 

Färjestad nimmt bereits zum vierten Mal an dem Endturnier teil. Nach zwei zweiten Plätzen und einem dritten Rang möchte das schwedische Spitzenteam dieses Jahr endlich den Titel gewinnen. "Hier zu spielen und Erfolg zu haben, ist neben der heimischen Meisterschaft unser wichtigstes Saisonziel", erklärte Trainer Leif Carlsson. In der anderen Vorrundengruppe kämpfen Titelverteidiger Lulea Hockey, Djurgardens IF aus Stockholm und der finnische Vertreter JYP Jyväskylä um den Einzug ins Endspiel am Sonntag.

Fans meiden Finalturnier

Auch wenn alle Teilnehmer die Wichtigkeit der European Trophy betonen - die Eishockey-Fans haben diese nicht verinnerlicht. Die Ränge in der riesigen Arena am Ostbahnhof werden nur spärlich besetzt sein. Die Eisbären rechnen im Schnitt mit 5.000 Besuchern für ihre Spiele. Wenn die ausländischen Teams im kleineren Wellblechpalast gegeneinander spielen, wird der Zuspruch noch weit geringer ausfallen. Hier wird einmal mehr ein Problem im europäischen Eishockey deutlich: Die Fans nehmen anders als im Fußball die internationalen Wettbewerbe nicht an. Kein Wunder: Selbst Experten fällt es schwer, alle Wettbewerbe aufzuzählen, die es schon einmal und meist nur kurz gegeben hat.

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Trainer Jeff Tomlinson (M) von den Eisbären Berlin (Quelle: dpa)

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