Marco Stiepermann von Energie Cottbus (Quelle: dpa)

Fußball | Rückendeckung für Schmidt - Warten auf die Erntezeit

Der Wind weht derzeit eisig in der Lausitz: Energie Cottbus ist abgeschlagen Tabellenletzter der zweiten Bundesliga. Das Problem ist, dass im Moment keine Hoffnung auf Besserung besteht. "Die Lage ist dramatisch", sagt Präsident Ulrich Lepsch. Doch Stephan Schmidt stärkt er den Rücken. Der Trainer werde die Früchte seiner Arbeit bald ernten.

Sechs Spiele in Folge verloren, Tabellenletzter der zweiten Liga, sechs Punkte Rückstand zum rettenden Ufer: Die Lage für Energie Cottbus und seinen Trainer ist dramatisch. Zumal Stephan Schmidt seine ersten vier Partien in der Lausitz verloren hat. Doch er kann in Ruhe arbeiten, denn Präsident Ulrich Lepsch hat ihm trotz der trostlosen Bilanz Rückendeckung gegeben.

"Stephan Schmidt ist ein Arbeitstier, jeden Tag zwölf Stunden und länger auf der Anlage, hat Ideen und ist konsequent in seinem Handeln", sagte Lepsch nach dem 1:2 (1:1) im Kellerduell gegen den FC Ingolstadt auf der vereinseigenen Homepage: "Wenn es ein Belohnungsprinzip bei Mannschaften gibt, die viel investieren, dann ganz bestimmt auch bei Trainern. Stephan Schmidt wird die Früchte ernten, wir sind absolut überzeugt davon."

Es bleibt die Frage, wann er die Ernte einfahren will. Viel Zeit bleibt ihm in diesem Jahr nicht mehr. Zwei Spiele stehen noch auf dem Plan: Am Samstag zu Hause gegen Düsseldorf, die ebenfalls in einer Krise stecken; und zwei Tage vor Weihnachten gegen Paderborn, die einigermaßen gefestigt im Mittelfeld der Tabelle stehen (9. Platz).

"Die Lage ist dramatisch"

Der Verein habe sich nach der Trennung von Rudi Bommer bewusst gegen einen Feuerwehrmann entschieden und stattdessen für einen Trainer, "der die Defizite erkennt und behebt, der hart mit der Mannschaft arbeitet, eine gute Ansprache und Visionen hat, das Team und einzelne Spieler entwickeln kann, sich mit der Region identifiziert, moderne Methodik einbringt und den Nachwuchs berücksichtigt", sagte Lepsch. "Perspektivisch ist Stephan Schmidt genau der Richtige und passt hervorragend zu Energie Cottbus."

Nach der sechsten Niederlage in Serie steht der ehemalige Bundesligist weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz. Der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nach dem Ende der Hinrunde bereits sechs Punkte. "Die Lage ist dramatisch. Da gibt es nichts zu beschönigen oder zu beschwichtigen. Das Team hat die Zeichen der Zeit zwar inzwischen erkannt. Doch die Blockade sitzt offenbar so tief, dass unbedingter Wille und Leidenschaft im Zweikampf allein auch keine Siege bescheren", betonte der Präsident, der gleichzeitig ankündigte, in der Winterpause den Transfermarkt noch einmal zu sondieren.

"Es geht ihnen nicht um das Wohl von Cottbus"

Die von einigen Fans am Sonntag formulierte Kritik am Vorstand des Vereins wies er zurück. "Bei dem besagten Flyer handelt es sich um eine gezielte Aktion von Leuten, die bei uns Stadion- und Hausverbot haben. Den verständlichen Unmut der besorgten Fans zu nutzen und damit Gehör zu finden, macht strategisch durchaus Sinn", sagte Lepsch: "Allerdings geht es dabei ausschließlich um ihre persönliche Situation, die sich bei einem Wechsel in der Vereinsführung womöglich verbessert. Und nicht um das Wohl von Energie Cottbus, das sie vorgeben zu vertreten."