Fußball | Union bricht Gesangsrekord - Der größte Weihnachtschor Deutschlands
Es ist schon seit Jahren der größte Weihnachtschor Deutschlands, der sich am Tag vor Heiligabend im Stadion von Union Berlin an der Alten Försterei zusammenfindet, um im Kerzenschein traditionelle Lieder zu singen. Rund 27.000 Menschen waren es in diesem Jahr - ein Rekord. Inzwischen stößt die Veranstaltung allerdings an ihre Grenzen.
Fußball-Zweitligist 1. FC Union Berlin hat am Montag wieder zum traditionellen Weihnachtssingen in das Stadion An der Alten Försterei eingeladen. Gekommen sind mehr als 27.000 Fans - und sie stellten damit wohl einen neuen Rekord auf. Längst ist das Weihnachtssingen Kult und hat bei 1860 München und Alemannia Aachen erste Nachahmer gefunden. Der britische "Guardian" schrieb unlängst von "ungewöhnlichen Fans mit einer außergewöhnlichen Weihnachtstradition".
Rote Mütze ist Pflicht
Torsten Eisenbeiser vom Fanclub der Berliner Alt-Unioner gibt zu, dass er sich vor zehn Jahren nie hätte träumen lassen, was er da gemeinsam mit 88 Mitstreitern unbewusst ins Leben rief. "Keiner hat damals daran gedacht, dass wir jemals solche Dimensionen erreichen", sagte er. Frustriert von den Ergebnissen ihrer Lieblingskicker vom 1. FC Union in der 2. Fußball-Bundesliga wollten sie das Jahr 2003 noch halbwegs erfreulich ausklingen lassen und versammelten sich ohne Genehmigung in der damals maroden Arena, in der Grasbüschel auf den Tribünen wuchsen. Nach ständiger Verdopplung der Sängerschaft von Jahr zu Jahr stößt Eisbenbeisers Initiative inzwischen an ihre Grenzen: Mehr als 27 000 Menschen passen nicht ins Stadion.
Die Stadiontore öffneten bereits um 17.00 Uhr; beim Einlass wurden an allen Eingängen kostenlose Eintrittskarten, Kerzen und Liederbücher ausgegeben. Lediglich für den VIP-Bereich der neuen Haupttribüne mit festem Sitzplatz und Bewirtung musste bezahlt werden. Bis zum Beginn des Weihnachtssingens um 19.00 Uhr verkürzten ein Posaunenchor und ein Männerchor die Wartezeit mit festlichen Melodien.
Um Punkt 19.00 Uhr wurde das Flutlich ausgeschaltet und das Stadion mit tausenden Kerzen erhellt. Ein Pfarrer las die Weihnachtsgeschichte vor, sprach ein Fürbittgebet und erteilt den Segen. Der Chor des Emmy-Noether-Gymnasiums Köpenick und der Posaunenchor begleiteten die Gesänge von den Rängen. Zum Abschluss erklang nach 90 Minuten die Union-Hymne, gesungen von Nina Hagen.
Union hat Grund zum Feiern
In diesem Jahr hatten die Union-Fans allen Grund zum Feiern. So hat Union doch das letzte Spiel des Jahres gewonnen. Mit dem 4:2-Heimsieg gegen Arminia Bielefeld halten die Köpenicker Kontakt zu den Aufstiegsrängen der 2. Bundesliga. Vergangenes Jahr zog das gemeinsame Singen von Liedern wie "Oh du fröhliche", "Vom Himmel hoch" oder "Stille Nacht" mehr als 22.000 Menschen an.




