Berlins Eisbären-Trainer Jeff Tomlinson mit Spielern im September 2013 (Quelle: dpa)

Eishockey - Durchhalteparolen bei den Eisbären

Vor der Partie gegen den alten Rivalen Adler Mannheim stehen die Eisbären in der Kritik. Der Rekordmeister dümpelt momentan auf Platz neun der Tabelle, muss um die Playoffs bangen. Manager John-Peter Lee hält trotzdem weiter an seinem umstrittenen Coach Tomlinson fest.

Vor dem Spiel gegen Adler Mannheim stehen die Eisbären unter Druck. Ein Sieg muss her, denn der deutsche Rekordmeister hat schon 15 Punkte Rückstand auf den direkten Playoff-Platz 6. Den belegt derzeit der Gegner aus Mannheim, der seit dem Trainerwechsel Ende letzten Jahres im Aufwind ist. Die Adler tauschten Coach Harold Kreis gegen "Alpen-Vulkan" Hans Zach aus.

Eisbären-Manager Peter John Lee dagegen hält trotz zuletzt heftiger Kritik vieler Fans an Trainer Jeff Tomlinson fest. Er verweist auf die vielen jungen Spieler, dank ihnen stünden die Eisbären  langfristig vor einer rosigen Zukunft, ein Trainerwechsel stünde nicht zur Debatte. "Wir sind planen mittel- und langfristig. Wir hoffen auf ein paar Überraschungen.“

"Wann handeln Sie?"

Bei den Fans dagegen hat Tomlinson offenbar seinen Kredit weitgehend verspielt. Nach der Meisterschaft im vergangenen April konnten die Eisbären schließlich alle Leistungsträger halten, überaltert war das Team auch nicht - die einzige gravierende Veränderung im Vergleich zur letzten Saison: Meister-Coach Don Jackson ging und wurde durch den jungen Trainer Jeff Tomlinson ersetzt.

Auf der Eisbären-Webseite wurde der Coach unter anderem für seine Aussage kritisiert, er sei mit der Leistung beim 0:3 gegen Hamburg über 40 Minuten "sehr zufrieden" gewesen. "Ist das Ihr Anspruch an das Team?", fragt ein Fan und gibt gleich die Antwort: "Dann sind Sie aus meiner Sicht fehl am Platz."

"Trauerspiel", "Totalausfall", "Zumutung", "ohne Worte" beklagen andere Eisbären-Anhänger den momentanen Zustand ihres Teams. "Wann handeln Sie?", fragt einer Manager Lee. Und ein anderer hat bereits einen Tomlinson-Nachfolger auserkoren: "Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann Felle (Sven Felski, Red.) mit Trainerlizenz."

"Hurra, nicht 8:0!"

Auf der Facebook-Seite der Eisbären gibt es auch unterstützende Stimmen für den in die Kritik geratenen Coach. "Das darf man nicht alles nur auf den Trainer schieben, denn der ist erst seit dieser Saison da und den Qualitätsverlust konnte man auch schon letzte Hauptrunde deutlich spüren", analysiert ein Fan die Situation. Einige User posten Durchhalteparolen wie "Kopf hoch", doch auch hier gibt es mehr Rufe nach einer Trainerentlassung.

Vereinzelte Fans sind längst in Sarkasmus übergegangen. "Tomlinsons Serie hält", lautet ein Kommentar zur jüngsten Niederlage in Hamburg, und einer meint nach dem 0:3 gegen die Hanseaten: "Hurra - nicht 8:0!".

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