Constantin Braun (Bild dpa)

Eishockey | Verletzte vor der Partie - Eisbären stoppen gegen Iserlohn ihre Negativserie

Endlich ein Sieg! Nach fünf Niederlagen in Folge haben die Eisbären wieder gewonnen. Braun, Murlock und Rankel trafen gegen die Roosters und bewahren dem Club damit die Chance auf eine Play-Off-Teilnahme. Vor der Partie waren Eisbären-Fans mit der Polizei aneinander geraten.

Die Eisbären Berlin haben in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) ihre Niederlagenserie nach fünf Spielen beenden können. Am Freitagabend siegte der Titelverteidiger mit 3:0 (1:0, 0:0, 2:0) bei den Iserlohn Roosters, die ihrerseits erstmals wieder nach sechs Spielen verloren. Damit verbuchten die Berliner im Kampf um die Playoff-Qualifikation drei wichtige Zähler, auch wenn der Hauptstadtclub weiterhin auf dem elften Tabellenplatz bleibt.

Torhüter Zepp bewahrte Sieg

Vor 4.999 Zuschauern am Iserlohner Seilersee - darunter über 1.000 in einem Sonderzug angereiste Fans aus Berlin - brachte Constantin Braun (12.) den Meister in Führung. In Überzahl konnte der Nationalverteidiger Iserlohns Schlussmann Matthias Lange aus spitzem Winkel überwinden.

Nach dem Rückstand übernahmen die Hausherren nach und nach immer mehr das Kommando. Doch die große Druckperiode im zweiten Spielanschnitt der Roosters überstanden die Eisbären auch dank ihres wiedergenesenen Torhüters Robert Zepp unbeschadet.

Das letzte Drittel konnten die Berliner wieder offener gestalten. Eine der sich dadurch bietenden Konterchancen nutzte Travis Mulock (53.) zur Vorentscheidung für die Eisbären. Den Schlusspunkt setzte Kapitän André Rankel (59.), der in seinem ersten Spiel nach zehnwöchiger Verletzungspause den 3:0-Endstand markierte. Die Freude über den wichtigen Auswärtssieg wurde allerdings durch die Verletzung von Frank Hördler getrübt. Der Verteidiger schied während der Partie nach einem Check zum Knie aus.

Acht verletzte Eisbären-Fans vor der Partie

Vor dem Spiel waren Berliner Fans und Polizei aneinander geraten. Acht Berliner seien dabei verletzt worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Samstag. Auf dem Weg zum Spiel wollten rund 50 Anhänger der Eisbären am Bahnhof im Stadtteil Letmathe eine Abkürzung über die Gleise nehmen. Daran wollten sie die Beamten hindern, woraufhin es zum Zusammenstoß kam.

Die Polizisten seien mit Schlägen und Fußtritten angegriffen worden. Diese setzten sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray zur Wehr. Sieben Berliner erlitten nach Polizeiangaben Augenreizungen, ein Mann musste mit einer Platzwunde im Krankenhaus behandelt werden.

"Fanatisch, kreativ, laut: aber nicht gewaltbereit"

Doch der Verein wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Diese Angaben würden deutlich von Informationen abweichen, die den Eisbären vorliegen, teilte der Berliner Club am Samstagabend in einer Pressemitteilung mit. Auch auf Videobildern, die den Eisbären vorliegen, würde die Darstellung der Polizei in keinem Fall gestützt.

Es sei die Frage, "ob das Einschreiten von Bundespolizisten in voller Montur, mit Helm, Pfefferspray und Schlagstöcken in eine abgeschlossene Belehrung eines einzelnen, durch das Betreten von Gleisanlagen auffällig gewordenen Fans zu rechtfertigen sei", heißt
es in der Club-Erklärung.

"Wir werden uns diese Vorfälle sehr genau zusammen mit den betroffenen Fans, dem Fanbeirat und der aktiven Fanszene anschauen und beraten", kündigten die Eisbären auf ihrer Homepage an: "Unsere Fans sind als fanatisch, kreativ und laut bekannt, aber nicht als gewaltbereit."

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