
Fußball | Wechsel zum BVB schon fix? - Ramos auf dem Absprung aus Berlin
Bislang sind es nur Spekulationen, aber die Anzeichen verdichten sich, dass Borussia Dortmund Hertha-Stürmer Adrian Ramos verpflichten wird. Das soll der Kolumbianer der Vereinsführung bereits mitgeteilt haben. Beim BVB könnte er den Mann beerben, der mit ihm zusammen die Torjägerliste anführt.
"Das sind schon gute Spieler. Normal, dass man sich mit guten Bundesligaspielern beschäftigt. Wir sind nicht blind und auch nicht blind geworden", sagte Dortmund-Trainer Jürgen Klopp einst. Die Objektes des Lobes: Hoffenheims Kevin Volland und Herthas Adrian Ramos. Am 20. Dezember 2013 war das, seitdem brodelt die Gerüchteküche. Und sie hört nicht auf.
Klopp sah sich sogar schon gezwungen, ein wenig zu relativieren, ebenfalls im Dezember. "Es gibt keinen Kontakt zu Adrian Ramos, um das klar zu stellen. Ich habe nur gesagt, das ist ein guter Stürmer. Man stelle sich vor, ich hätte über Adrian Ramos gesagt, das ist ein Blinder. Dann hätte ich keine Ahnung. Aber das sieht ja jeder, dass er gut kicken kann".
Aussagen wie diese haben bekanntlich eine geringe Halbwertszeit im Fußball. Vor allem, seit der Abgang von Robert Lewandowski von Dortmund Richtung München im Sommer beschlossene Sache ist. Und auch, weil Ramos fast auf eine Stufe mit Lewandowski steht - zumindest was die Zahlen angeht. 11 Tore haben beide derzeit auf dem Konto.
Es wäre nicht der erste Beinahe-Wechsel
Seit 2009 spielt der Kolumbianer für Hertha, 60 Tore hat er wettbewerbsübergreifend erzielt. Immer wieder gibt es Gerüchte um einen Abschied aus der Hauptstadt. Kein Wunder - sein Marktwert liegt relativ konstant bei 4 Millionen Euro, Hertha ruft als Verhandlungsmasse zwischen 8 und 10 Millionen Euro auf. Schon mehrmals war Ramos auf dem Absprung. 2012 zum Beispiel waren die Berliner abgestiegen, Ramos saß schon in der Mainzer Geschäftsstelle. Hertha und Mainz waren sich einig, der Wechsel klappte nicht, Ramos und Hertha stiegen wieder in die Bundesliga auf. Auch nach dem Abstieg in der Saison 2009/10 konnten die Berliner ihn nur unter großen finanziellen Anstrengen halten.
Doch die jetzigen Gerüchte haben eine neue Qualität erreicht. Nach Informationen der "Bild" hat Ramos der Hertha bereits mitgeteilt, dass er den Verein nach der Saison verlassen will - und zu Dortmund wechselt. Hertha-Manager Michael Preetz weiß bislang nichts vom BVB-Interesse. "Wenn ein Verein ihn haben will, muss dieser erst einmal zu uns kommen und fragen. Das ist bisher noch nicht passiert". Ramos-Berater Helmuth Wennig sagte der Bild vielsagend nichtssagend: "Ich bin leider nicht autorisiert, Auskunft darüber zu geben. Wenn ich das darf, werde ich es tun."

Was wird aus Lasogga und dem HSV?
Dass Ramos in der kommenden Saison in Schwarz-Gelb aufläuft, glaubt auch Lothar Matthäus. "Jürgen Klopp ist ein großer Fan von ihm. Ich bin überzeugt, dass er die Nachfolge von Lewandowski antreten wird", sagte der einstige Weltfußballer am Sonntag. Orakel Matthäus lag auch beim Lewandowski-Wechsel einst richtig.
In der Stürmer-Rochade bei Hertha spielt Pierre-Michel Lasogga die zweite Hauptrolle neben Ramos. Der Jungstar ist an den Hamburger SV ausgeliehen, das Leihgeschäft endet im Sommer. Der HSV möchte den treffsicheren Angreifer (neun Bundesligatore) zwar gerne weiter binden, doch die Zukunft des Traditionsvereins ist ungewisser denn je: Spätestens nach dem 0:3 gegen Schalke schweben die Hanseaten in höchster Abstiegsgefahr.
Unverkäuflich ist man nur bei Bayern
Sollte also Lasogga im Sommer nach Berlin zurückkehren, hätten die Hertha-Verantwortlichen (theoretisch) das Luxusproblem, zwei erfolgreiche Stürmer für eine Position zu haben. Der Vertrag von Ramos läuft bis 2015, die notorisch klamme Hertha könnte noch einmal Kasse machen. Der Marktwert des 28-jährigen Ramos wird von transfermarkt.de auf vier Millionen Euro taxiert, wobei der Wert wohl noch nicht seine Spitzenposition in der Torjägerliste mit elf Treffern einpreist.
Zwar wird Manager Michael Preetz nicht müde zu behaupten, dass der Verein ab Juni mit Ramos und Lasogga plant. In der Expertenrunde vom "Doppelpass" musste er jedoch einräumen: "Es gibt in der Bundesliga nur einen Verein, der Spieler für unverkäuflich erklären kann: Bayern."

