Djurgardens IF gegen Union Berlin (Quelle: dpa)

Fußball | "Sie sollen nie wieder ein Fußballspiel sehen können" - Union rechnet mit Dutzenden Stadionverboten

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen von Fans des 1. FC Union Berlin in Stockholm wird es Konsequenzen geben: Der Club rechnet damit, dass er 60 Stadionverbote aussprechen wird. Und der DFB-Kontrollausschuss hat bereits Ermittlungen angekündigt. Bei dem Spiel am Samstag waren zwölf Polizisten verletzt worden.

Der 1. FC Union rechnet nach den gewalttätigen Ausschreitungen in Stockholm damit, dass er bis zu 60 Stadionverbote aussprechen muss. Das teilte der Berliner Fußball-Zweitligist am Dienstag mit. Nach Angaben des Clubs hat die Berliner Polizei bisher 24 Personen identifiziert, die im Zusammenhang mit den Tumulten stehen sollen. Union kündigte an, alles dafür zu tun, um die Straftäter zu ermitteln.

In Stockholm waren bei einem Testspiel zwischen dem schwedischen Fußball-Erstligisten Djurgården IF und dem 1. FC Union Berlin am Samstag zwölf Polizisten und ein deutscher Fan verletzt worden. Das Spiel musste in der 73. Minute abgebrochen werden, nachdem Anhänger beider Clubs wiederholt Pyrotechnik gezündet hatten und auf den Platz gestürmt waren. Anschließend kam es zu Tumulten im Zentrum der schwedische Hauptstadt.

"Hier wurde eine Grenze überschritten"

"Das Spiel war eine Katastrohe, dabei haben wir uns so lange darauf gefreut", sagte Union-Pressesprecher Christian Arbeit dem rbb am Dienstag. 1.000 Fans seien nach Schweden gereist, doch "100, 150, vielleicht 200 davon - jedenfalls ein kleiner Teil - hat es geschafft, das Spiel mit Fans von Djurgården zu ruinieren." Jetzt werde versucht, so viele Straftäter wie möglich zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass diese zukünftig kein Fußballspiel mehr sehen können.

Das sei nicht einfach durchzusetzen, so Arbeit weiter. Gerade, weil es kein Spiel auf deutschem Boden gewesen sei, kein Spiel zwischen deutschen Vereinen, kein Spiel unter deutschen Verbänden. "Das macht die Sache nicht einfacher. Aber hier wurde eine Grenze überschritten. Das hat mit dem, wie wir Union lieben, wie wir Fußball sehen wollen nichts zu tun."

Djurgardens IF gegen Union Berlin (Quelle: dpa)
Auch BFC-Dynamo-Banner wurden im Stadion ausgerollt.

DFB-Kontrollausschuss ermittelt

Nicht nur die Polizei - auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird wegen der Ausschreitungen ermitteln. "Der Kontrollausschuss wartet auf Unterlagen und Material vom schwedischen Verband. Dann wird er auf jeden Fall ermitteln, da das Spiel auch abgebrochen wurde", sagte DFB-Mitarbeiter Michael Morsch. Jeder Verein sei verantwortlich für seine Fans. Das gelte auch für Spiele, die außerhalb Deutschlands stattfinden.

Da es sich um ein Freundschaftsspiel gehandelt hatte, sind die Sportgerichtsbarkeiten der nationalen Verbände zuständig für die Aufarbeitung. Bei einem Wettbewerbsspiel der UEFA wäre es der europäische Verband. Falls der DFB-Kontrollausschuss belastendes Material erhält, würde ein Strafantrag beim DFB-Sportgericht gestellt.

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