
Eishockey | Nach Randale in Iserlohn - Eisbären kritisieren Polizeieinsatz in Iserlohn
Der Eisbären-Sieg vom Freitag bei den Iserlohn Roosters gerät angesichts der Zusammenstöße von Berliner Fans und der Polizei in den Hintergrund. Nach den Rangeleien, bei denen mehrere Eisbären-Fans verletzt wurden, hat die Polizei 20 Ermittlungsverfahren eingeleitet, hieß es am Sonntag. Der Berliner Club will sich hingegen wehren und prüft derzeit eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Bundespolizei.
Obwohl die Eisbären am Freitag ihre Niederlagenserie gegen die Iserlohn Roosters nach fünf Spielen beenden konnten, muss sich der Verein mit einem unschönen Thema auseinandersetzen: Vor dem Spiel waren Berliner Fans und Polizei aneinander geraten, wobei acht Berliner verletzt worden sein sollen. Aufgrund der Rangeleien sind nun 20 Ermittlungsverfahren gegen Berliner Fans eingeleitet worden, wie ein Sprecher der Bundespolizei am Sonntag sagte.
Rund 50 Anhänger der Eisbären wollten am Bahnhof im Stadtteil Letmathe auf dem Weg zum Spiel eine Abkürzung über die Gleise nehmen, hieß es. Daran wollten sie die Beamten hindern, woraufhin es zum Zusammenstoß kam. Die Polizisten seien mit Schlägen und Fußtritten angegriffen worden. Diese setzten sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray zur Wehr. Sieben Berliner erlitten nach Polizeiangaben Augenreizungen, ein Mann musste mit einer Platzwunde im Krankenhaus behandelt werden.
"Fanatisch, kreativ, laut: aber nicht gewaltbereit"
Doch der Verein wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Diese Angaben würden deutlich von Informationen abweichen, die den Eisbären vorliegen, teilte der Berliner Club am Samstagabend in einer Pressemitteilung mit. Auch auf Videobildern, die den Eisbären vorliegen, würde die Darstellung der Polizei in keinem Fall gestützt.
Es sei die Frage, "ob das Einschreiten von Bundespolizisten in voller Montur, mit Helm, Pfefferspray und Schlagstöcken in eine abgeschlossene Belehrung eines einzelnen, durch das Betreten von Gleisanlagen auffällig gewordenen Fans zu rechtfertigen sei", heißt
es in der Club-Erklärung.
"Wir werden uns diese Vorfälle sehr genau zusammen mit den betroffenen Fans, dem Fanbeirat und der aktiven Fanszene anschauen und beraten", kündigten die Eisbären auf ihrer Homepage an: "Unsere Fans sind als fanatisch, kreativ und laut bekannt, aber nicht als gewaltbereit."
Der Verein will außerdem eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Bundespolizei prüfen und mit den Offiziellen der DEL beraten. "Wir werden es nicht hinnehmen, dass Eishockeyfans immer mehr kriminalisiert werden", heißt es auf der Eisbären-Website.
Hördler droht frühzeitiges Saisonende
Die Eisbären Berlin konnten am Freitag beim Auswärtsspiel in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bei den Iserlohn Roosters ihre Niederlagenserie nach fünf Spielen beenden. Die Berliner gewannen mit 3:0 (1:0, 0:0, 2:0) und verbuchten im Kampf um die Playoff-Qualifikation drei wichtige Zähler.
Neben den Auseinandersetzungen der Fans mit der Polizei beschäftigt den Club aber auch ein sportliches Problem: Verteidiger Frank Hördler hat in Iserlohn einen Innenbandteilabriss im Knie zugezogen, so dass sein Verein in den kommenden sechs Wochen auf ihn verzichten muss. Dem Nationalspieler droht nun das frühzeitige Saisonende, falls sich die Berliner nicht mehr für die Playoffs qualifizieren sollten.
Da in der Eisbären-Abwehr schon Jens Baxmann mit einem Kreuzbandriss ausfällt, ist eine kurzfristige Verstärkung auf der Verteidigerposition nicht auszuschließen. Die Transferliste in der DEL schließt am 15. Februar.
Der nächste Gegner der Eisbären ist am Sonntag die Düsseldorfer EG (14.30 Uhr in der O2 World).

