
Fussball | Energie verliert gegen Aue - Die Moral ist da, die Punkte sind weg
Nach dem zwischenzeitlichen 0:3 in der 36. Minuten nahmen die Energie-Fans ihr Transparent mit dem Schriftzug "Niemals aufgeben" ab. Doch aufgegeben haben die Energie-Spieler zumindest in der 2. Hälfte nicht. Nach langem Kampf konnte das Team aus Aue aber drei Punkte aus der Lausitz mitnehmen.
"Wir haben verdient verloren. Die ganze Mannschaftsleistung war katastrophal in der ersten Halbzeit", sagte Doppeltorschütze Marco Stiepermann nach der Partie. Nach dieser Horror-Halbzeit ist Energie Cottbus wohl kaum noch vor dem Abstieg in die 3. Liga zu retten.
Seit fünf Monaten ist das Tabellenschlusslicht der 2. Liga ohne Sieg, am Freitagabend gin auch das "Spiel der letzten Hoffnung" gegen Erzgebirge Aue mit 2:3 (0:3) verloren.
Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz. Auch die Lücke von elf Zählern auf den rettenden 15. Rang könnte am Wochenende noch größer werden - es ist fraglich, wie lange sich Trainer Stephan Schmidt bei diesen Aussichten noch halten kann. "Das kann ich nicht beantworten, das haben andere zu entscheiden", sagte Schmidt. Vereinschef Ulrich Lepsch war am Freitag nicht im Stadion.
Auch fraglich ist, ob die - wie auch immer geartete - Rückkehr von Trainer-Legende Eduard Geyer noch etwas bewirken kann. Einziger Trost für die Lausitzer (14 Punkte) war, dass auch der Tabellenvorletzte Bielefeld (22 Punkte) im Heimspiel gegen Ingolstadt als Verlierer vom Platz ging.
Totale Verunsicherung bei Gegentreffern
Seit Schmidt im Amt ist, hat Energie acht von neun Spielen verloren und nur einen Punkt geholt. Vergangene Woche hatte Energie noch den späten Ausgleich zum 2:2 beim VfR Aalen erzielt. Doch die daraus gschöpfte Hoffnung war am Freitag nach nur 19 Minuten verschwunden. Frank Löning (16./19.) stellte schnell die Weichen auf Sieg für Aue. In der 36. Minuten traf Jakub Sylvestr schon zur 0:3-Vorentscheidung.
Die Fans nahmen da sogar schon ihr Plakat "Niemals aufgeben" ab. Auch Marco Stiepermanns Doppelpack (48./72., Foulelfmeter) brachte keine Wende mehr. Immerhin scheint die Moral in Cottbus nicht vollends abhanden gekommen zu sein.

Wie verunsichert die Lausitzer aber sind, ließ sich an der Entstehung der Gegentreffer ablesen. Beim ersten Treffer ließen Energie-Kapitän Uwe Möhrle und Alexander Bittroff Löning aus drei Metern einköpfen. Das zweite Tor leitete Ahmed Madouni mit einem katastrophalen Fehlpass ein. Vor dem 0:3 köpfte Möhrle genau auf Filip Luksik, der erst noch an René Renno - er lenkte den Ball unzureichend zur Seite ab - scheiterte. Sylvestr setzte den Ball danach an beide Innenpfosten und ins Netz.
Dabei hatte sich Cottbus - begleitet von Pfiffen der eigenen Fans unter den 10.000 Zuschauern - nach dem 0:2 einigermaßigen gefangen, sogar die eine oder andere Torchance herausgespielt. Sylvestr aber erwischte die Gastgeber just in deren bester Phase mit seinem neunten Saisontor. Die Aufholjagd der Gastgeber kam zu spät. In einer hektischen Nachspielzeit kam es noch zu einer Rangelei, die aber keine großen Konsequenzen hatte.
Das Spiel in Zahlen
Cottbus: Renno - Bittroff, Möhrle, Madouni (25. Buljat), Svab - Perdedaj, Bohl - Stiepermann, Affane, Bickel (46. Rivic) - Fetsch (46. Michel). - Trainer: Schmidt
Aue: Männel - Klingbeil, Nickenig, Paulus, Miatke (78. Kocer) - Michael Fink, Benatelli (74. Janjic) - Könnecke, Luksik - Löning (66. Schröder), Sylvestr. - Trainer: Götz
Schiedsrichter: Christian Dietz (Kronach)
Tore: 0:1 Löning (15.), 0:2 Löning (18.), 0:3 Sylvestr (36.), 1:3 Stiepermann (48.), 2:3 Stiepermann (72., Foulelfmeter)
Zuschauer: 9485
Gelbe Karten: Michel, Perdedaj (2), Buljat (3) - Miatke (7), Klingbeil (4), Männel (2), Paulus (3)
Torschüsse: 18:10
Ecken: 8:3
Ballbesitz: 57:43 Prozent (Quelle: impire)



