
Fußball | Energie in der Krise - Cottbus träumt weiter von Ede Geyer
Immerhin: Die Niederlagenserie ist beendet, das bringt zumindest etwas Ruhe in die Lausitz. Doch das rettende Ufer ist noch acht Punkte entfernt, Energie taumelt weiter Richtung 3. Liga. Präsident Lepsch versucht daher weiter, mit Eduard Geyer einen moralischen Feuerwehrmann zu verpflichten.
Zurücklehnen kann sich niemand in Cottbus, doch das glückliche 2:2 in Aalen verschafft allen Beteiligten zumindest eine kleine Atempause. Vor allem der zuvor glücklose Chefcoach Stephan Schmidt hat für ein paar Tage etwas weniger Stress.
"Ich freue mich für ihn. Jetzt ist erst einmal die Diskussion über die Niederlagenserie beendet. Und wir haben eine Woche lang etwas mehr Ruhe", erklärte Vereinschef Ulrich Lepsch.
Doch etwas Unrueh bringt er selbst wieder rein, denn die Pläne für ein Comeback von Alttrainer Eduard Geyer in der Lausitz sind für ihn immer noch nicht abgehakt. Der Präsident des noch immer abgeschlagenen Tabellen-Letzten der 2. Bundesliga findet die Idee mit Geyer als Sportdirektor weiterhin gut. "Erst einmal ist dieser Plan vom Tisch, aber man hat ja immer mal wieder Gespräche", sagte Lepsch, für den Geyer in der gegenwärtigen schwierigen Situation der perfekte Mann als Sportchef wäre.
Der ehemalige Energie-Coach Geyer, der zehn Jahre in Cottbus gearbeitet und den Club bis in die Bundesliga gebracht hatte, lehnte schon vor der Partie beim VfR Aalen eine Rolle als Sportdirektor ab. "Es wäre eine ordentliche Variante gewesen, ich finde sie auch jetzt noch gut", meinte der Präsident.
Der Punkt ist nur für die Moral wichtig
Zwar hat Energie durch das späte Tor von Joker Sven Michel die Serie von neun Niederlagen beendet und den ersten Punkt unter Trainer Schmidt erkämpft. Doch mit einem Sieg klappte es auch im zwölften Anlauf nicht - acht Punkte Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz bleiben ein großer Ballast. "Der Punkt reicht nicht zur Aufholjagd, aber er ist für die Mannschaft moralisch eminent wichtig", sagte Cheftrainer Schmidt, der momentan auch Manager-Aufgaben erfüllt. "Man hat gemerkt, wie von allen der Druck abgefallen ist", ergänzte Torschütze Michel.
Die Aufholjagd soll nun am kommenden Freitag im Kellerderby gegen Erzgebirge Aue sozusagen im dritten Anlauf nach der Winterpause gestartet werden. "Da müssen wir gewinnen, wir wollen unseren ersten Dreier holen", äußerte Schmidt kämpferisch.
Dann kann der Cottbuser Coach wieder auf die in Aalen gesperrten Boubacar Sanogo und Alexander Bittroff zurückgreifen. Auch Torhüter Robert Almer, der wegen einer Armverletzung in Aalen nicht eingesetzt werden konnte, soll dann wieder im Tor stehen.


