Stephan Schmidt und Jörg Böhme (Quelle: dpa)
Video: Brandenburg aktuell | 24.02.2014 | Christian Seewald

Fußball | Zweitligist kommt nicht aus Tabellenkeller - Energie Cottbus trennt sich von Trainer Schmidt

Nicht ein Spiel konnte Stephan Schmidt mit Energie Cottbus gewinnen. Nach acht Niederlagen und einem Remis hat das Zweitliga-Schlusslicht nun die Notbremse gezogen und sich von dem glücklosen Trainer getrennt. Schmidt wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt - seine Arbeit übernimmt jetzt zunächst Co-Trainer Jörg Böhme.

Nicht einmal vier Monate war er im Amt – jetzt ist Stephan Schmidt seinen Posten als Fußballtrainer des FC Energie Cottbus schon wieder los. Das Zweitliga-Schlusslicht beurlaubte den 37-Jährigen mit sofortiger Wirkung. Das Training vor der Partie gegen Kaiserslautern am Freitag übernahm Co-Trainer Jörg Böhme.

Das akut abstiegsgefährdete Lausitzer Team hatte unter Schmidts Führung acht von neun Spielen verloren. Nur in Aalen holte Energie mit einem 2:2 einen Punkt. Nach insgesamt 13 Spielen ohne Sieg gibt es für den Tabellenletzten mittlerweile wohl kaum noch Hoffnung auf den Klassenerhalt. Allein zum Relegationsplatz beträgt der Abstand acht Punkte. Als Schmidt seinen Posten antrat war es immerhin nur einer.

Niederlage gegen Aue gab wohl den Ausschlag

Die 2:3-Niederlage gegen Erzgebirge Aue am Freitag war dann wohl zu viel. Danach habe es intensive Gespräch mit der Vereinsführung gegeben, sagte Schmidt am Montag: "Unsere gemeinsame Entscheidung ist, dass gegen den FC Kaiserslautern ein anderer Trainer die Verantwortung übernimmt. Ich drücke der Mannschaft, dem Verein und vor allem den Fans, die in den letzten Wochen und Monaten gelitten haben, die Daumen, dass der Turnaround geschafft wird." Der 37-jährige Schmidt war erst am 6. November Nachfolger des ebenfalls glücklosen Rudi Bommer geworden.

Ob Co-Trainer Böhmer jetzt endgültig den Trainerposten übernimmt, ist noch nicht geklärt. Der 40-Jährige, der als Profi unter anderen für Schalke 04 und Borussia Mönchengladbach gespielt hatte, war zu Beginn dieses Jahres als Co-Trainer verpflichtet worden und hatte einen Vertrag bis 2015 unterzeichnet.

Ab Dienstag wird er bei der Vorbereitung des Spiels gegen Kaiserslautern von dem gebürtigen Lausitzer René Rydlewicz unterstützt, der in den Trainerstab aufrückt. Der ehemalige Profi von Bayer Leverkusen und Hansa Rostock schließt in den kommenden zwei Monaten die Trainer-Ausbildung ab.

Wie es nach dem Spiel am Freitag weitergeht, wird wohl noch besprochen: "Die Vereinsführung wird in den nächsten Tagen alles daransetzen, eine neue sportliche Leitung aufzustellen und geeignete Kandidaten für die Positionen des Sportdirektors und des Cheftrainers im Hinblick auf die bevorstehenden Aufgaben zu prüfen", hieß es am Montag in einer offiziellen Mitteilung des Vereins.

In den vergangenen Wochen waren mehrere Namen im Umlauf, unter anderem der des früheren FCE-Trainers Petrik Sander. Und auch um Ex-Coach Eduard Geyer warb der Club wohl noch mal heftig. Der gab den Lausitzern aber einen Korb.

Energie vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit

Der FC Energie spielt seit 1997 in der 2. Bundesliga, schaffte 2000 und 2006 sogar den Sprung in die erste Liga. Insgesamt sechs Spielzeiten war Cottbus erstklassig, jetzt steht der Club vor dem Abstieg in die 3. Liga.

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