
Hertha unterliegt Wolfsburg - Plötzlich verloren
Geld, Stars und Ambitionen - das ist Wolfsburg. Eine Niederlage ist also eigentlich keine große Überraschung. Doch nach den 90 Minuten zwischen Hertha und dem Gast aus der Autostadt werden sich Berliner fragen müssen, wie das überhaupt passieren konnte.
Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat einen Rückschlag im Kampf um die internationalen Plätze erlitten. Die Berliner verloren am Sonntag gegen den VfL Wolfsburg mit 1:2 (1:0).
Die Wölfe bleiben den Spitzenclubs der Liga damit auf den Fersen und kletterten mit nun 36 Punkten auf den fünften Tabellenplatz. Der Rückstand zu den Champions-League-Plätzen beträgt dabei nur vier Zähler. Die Berliner (31 Punkte) mussten dagegen die dritte Niederlage im vierten Rückrundenspiel einstecken und rutschten auf Platz acht ab.
Ramos vergibt nach Medojevic-Patzer
Dabei gab die Hertha eine vollkommen verdiente 1:0-Halbzeitführung aus der Hand, nachdem Per Skjelbred die Gastgeber vor 40.648 Zuschauern im Olympiastadion früh in Führung gebracht hatte (21.). Doch nach der Pause gelang Robin Knoche zunächst der überraschende Ausgleichstreffer per Kopf (58.), ehe Caligiuri (78.) zuschlug und den zweiten VfL-Sieg in Serie sicherstellte.
Von Beginn an entwickelte sich ein offenes Spiel. Das 1:0 fällt unter die Kategorie "Billard-Tor". Über Adrian Ramos und Sami Allagui kam der Ball zu Per Skjelbred, der aus zehn Metern zum 1:0 einschoss. Sein erster Schuss war dabei noch abgeblockt worden, der Nachschuss dann landete aber rechts unten im Tor. Für Skjelbred war es der zweite Saisontreffer.
Wie schon beim 3:0 in Hamburg überließen die Gastgeber daraufhin den Wolfsburgern ein wenig die Spielkontrolle, waren aber bei ihrem geschickten Umschaltspiel mit schnell vorgetragenen Angriffen stets gefährlich. So besaßen die Berliner noch vor der Pause durch Adrian Ramos eine weitere Großchance. Nach einem groben Schnitzer von Slobodan Medojevic setzte der in dieser Saison schon 14-mal erfolgreiche Kolumbianer einen Heber über das Tor (35.).
Lustenberger wieder verletzt nicht im Kader
Chancen besaßen allerdings auch die Wolfsburger von Beginn an. Dabei hatten die Berliner Glück, dass Ivan Perisic einen Schuss aus kurzer Entfernung genau auf Schlussmann Thomas Kraft abfeuerte (27.). Eine Minute später hatte Hertha-Verteidiger Johannes van den Bergh bei einem Schuss von Kevin De Bruyne (für 20 Millionen Euro von Chelsea verpflichtet) noch einen Fuß dazwischen.
Wirklich viele Möglichkeiten aber ließ die Hertha-Abwehr in der ersten Halbzeit nicht zu. Dabei musste Routinier Lewan Kobiaschwili den weiterhin verletzten Kapitän Fabian Lustenberger (Muskelfaserriss) in der Innenverteidigung ersetzen.
Die Wolfsburger kamen zwar mit etwas mehr Engagement aus der Pause, der Ausgleich kam aber dennoch überraschend: Nach einer Ecke von Rodriguez sprang Knoche am höchsten und traf zum 1:1. Erst in der Folgezeit wurde die Hertha wieder aktiver, was sich in Chancen für Ramos (66.) und Cigerci (75.) ausdrückte. Doch das Tor erzielten erneut die Wolfsburger durch besagten Schuss von Caligiuri aus 18 Metern. Auch in den letzten Minuten der Partie drängte Hertha auf das Wolfsburger Tor, doch der verdiente Ausgleich wollte nicht fallen. Ben-Hatira scheiterte auch noch an der Latte (83.).
Das Spiel in Zahlen
Berlin: Kraft - Pekarik, Sebastian Langkamp, Kobiaschwilli, van den Bergh - Hosogai - Ndjeng, Skjelbred (81. Ronny), Cigerci (86. Mukhtar), Allagui (74. Ben-Hatira) - Ramos. - Trainer: Luhukay
Wolfsburg: Benaglio - Ochs, Klose, Knoche, Rodriguez - Luiz Gustavo, Medojevic - Arnold, De Bruyne (88. Marcel Schäfer), Perisic (70. Daniel Caligiuri) - Dost (90.+2 Kutschke). - Trainer: Hecking
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Tore: 1:0 Skjelbred (21.), 1:1 Knoche (58.), 1:2 Daniel Caligiuri (78.)
Zuschauer: 40.648
Gelbe Karten: - Luiz Gustavo (4), Klose
Torschüsse: 13:8 Ecken: 4:6 Ballbesitz: 42:58 (Quelle: impire):
Stimmen zum Beispiel
Hertha-Manager Michael Preetz: "Das ist ärgerlich. Es ist nicht das erste Mal, dass wir gegen eine Spitzenmannschaft das bessere Team sind und verlieren."
Lewan Kobiaschwili: "Das ist bitter. Wir sollten in der Lage sein, ein 1:0 über die Zeit zu bringen."
Wolfsburg-Manager Klaus Allofs: "Wir müssen es uns immer unnötig schwer machen. Das 0:1 fiel viel zu einfach. Da hat der Biss gefehlt."


