Herthas Ronny (l) gestikuliert neben dem Assistenzschiedsrichter (Quelle: dpa)

Fußball | 1:3-Pleite gegen Nürnberg - Bittere Heimniederlage für Hertha BSC

Kein Punkt nach Herthas Millionendeal: Die Berliner haben ihr sportliches Konto nicht aufstocken können. Der Hauptstadtclub unterlag im Olympiastadion trotz früher Führung gegen Nürnberg mit 1:3. Dabei gestaltete sich die Schlussphase äußerst turbulent - mit dem Ergebnis: Die Berliner fühlen sich vom Schiedsrichter um einen Punkt gebracht.

Über 60 Millionen Euro auf dem Konto, aber kein Sieg bei der Heimspielpremiere im Berliner Olympiastadion: Hertha BSC unterlag am Sonntag vor 37.438 Zuschauern mit 1:3 gegen den 1. FC Nürnberg und verpasste damit den Sprung auf die Europapokalplätze.

Adrian Ramos (M) von Hertha BSC köpft zum 1:0 ein (Quelle: dpa)
Ramos' früher Führungstreffer half den Berlinern nicht

Herthas Toptorschütze Adrian Ramos schoss die Berliner zwar mit 1:0 in Führung (4. Minute), doch die Tore von Markus Feulner (20.) und Drmic (68.) drehten das Blatt zugunsten der Nürnberger.

Elfmeter in der Nachspielzeit

Turbulent wurde es in der Schlussphase: Schiedsrichter Michael Weiner gab zunächst Nürnbergs Ondrej Petrak für ein Handspiel auf der Torlinie die Rote Karte - nahm die Entscheidung aber zurück, da zuvor Herthas Spieler Ramos im Abseits gestanden hatte. In der vierten Minute der Nachspielzeit entschied Weiners auf Strafstoß für Nürnberg nach Foul von Marcel Ndjeng. Josip Drmic (90+4.) traf zum 1:3-Endstand.

"Rot und Elfmeter. Da war sonst gar nichts. Der Assistent hat etwas gesehen.
Das hat er exklusiv", kommentierte Hertha-Manager Michael Preetz nach dem Spiel die Abseitsentscheidung.

Luhukay hadert mit Referee-Entscheidung

Auch Hertha-Trainer Jos Luhukay haderte mit Michael Weiner und beklagte nach dem 19. Spieltag und einem Null-Punktestart in die Rückrunde das verloren gegangene Glück. "Ein Schiedsrichtergespann muss ein Spiel leiten und sollte nicht der Hauptdarsteller sein", monierte Luhukay, der sich schon eine Woche zuvor beim 0:1 in Frankfurt bei einer entsprechenden Kombi-Entscheidung mit möglichem Rot und Elfmeter benachteiligt gefühlt hatte.

Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger ereiferte sich wie seine Vorgesetzten. "Adrian kreuzt zwar den Laufweg, aber Schäfer war 15 Meter entfernt und wäre nie mehr an den Ball gekommen."

Seit fast sechs Jahren konnten die Berliner nicht mehr gegen den "Club" gewinnen. Hertha rangiert nach der zweiten Rückrunden-Niederlage nun mit 28 Punkten auf dem achten Platz.

Sportliche Niederlage nach Millionen-Freude

Die zweite Niederlage des Jahres passte so gar nicht ins beschwingte Berliner Stimmungsbild. Vor dem Spiel waren die Wirtschaftsnachrichten aus der Hauptstadt das Thema. Am Freitag hatte Hertha einen Anteilsverkauf von 9,7 Prozent an eine US-Beteiligungsgesellschaft abgeschlossen. Insgesamt investiert der Finanz-Investor KKR 61,2 Millionen Euro.

"Wir sind nicht reich. Aber wir haben den wichtigsten Meilenstein in der Geschichte von Hertha BSC erreicht", jubilierte Finanzvorstand Ingo Schiller über den Deal. Vorhandene Bedenken teile er nach dem Einstieg von KKR nicht, sagte Schiller am Samstag im rbb. "Das Unternehmen steht für Nachhaltigkeit." Die Bundesliga boomt und gemeinsam wolle man das Wachstum realisieren", so Schiller weiter. Mit der sportlichen Situation haben die Investitionen allerdings nichts zu tun. Auch im Sommer will Preetz nicht "mit dem Geldkoffer" losziehen.

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