Herthas Fabian Lustenberger (l) gestikuliert nach der Rücknahme der Roten Karte gegen den Nürnberger O. Pedrak durch Schiedsrichter Michael Weiner. (Quelle: dpa)

DFB-Schiedsrichterportal nach Hertha-Niederlage - "Diese Bewertung ist nicht richtig"

Erst entschied Schiedsrichter Michael Weiner auf Rot und Handelfmeter - dann aber nahm er diesen Beschluss zurück. Und statt 2:2 stand es für Hertha BSC in der Partie gegen den 1. FC Nürnberg am Ende 1:3. Nun urteilte das DFB-Schiedsrichterportal: Weiners Entscheidung war falsch.

Die Entscheidung von Schiedsrichter Michael Weiner, die Rote Karte wegen absichtlichen
Handspiels und den Elfmeter im Bundesligaspiel Hertha BSC-1. FC Nürnberg (1:3) in der Schlussphase zurückzunehmen, war falsch. Zu diesem Schluss kommt das Schiedsrichterportal des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). "Diese Bewertung ist nicht richtig. Hier findet kein Zweikampf um den Ball statt", heißt es da am Dienstag.

Wurde der Nürnberger Torhüter behindert oder nicht?

Berlins Ronny hatte am Sonntag den Ball Richtung FCN-Tor geschossen, auf der Linie stand der Nürnberger Ondrej Petrak, der den Ball mit der Hand abwehrte. Die Kunststoffkugel landete dann vor den Füßen von Herthas Adrian Ramos, der zuvor den Laufweg mit Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer gekreuzt hatte. Ramos traf zum vermeintlichen 2:2, doch dem Treffer verweigerte der Unparteiische die Anerkennung.

Weiner entschied stattdessen auf Rote Karte und Handelfmeter. Dann besprach er sich mit seinem Assistenten Norbert Grudzinski und revidierte sich: Abseits. Kein Tor. Kein Elfmeter. Keine Rote Karte. Angeblich habe Ramos Schäfer im Laufduell behindert und damit aktiv ins Geschehen eingegriffen.

Keine Zweikampfsituation

Im Schiedsrichterportal des DFB wird erläutert, dass Schäfer keine Möglichkeit mehr gehabt habe, noch an den Ball zu kommen. Der Kontakt zwischen Ramos und Schäfer stelle keine Zweikampfsituation dar, "weil sie in die Spielsituation nicht eingreifen können". Auch ein Foulspiel von Ramos liege nicht vor. Wenn Petrak "den Ball nicht mit den Händen abgewehrt hätte und der Ball direkt in das Tor gegangen wäre, wäre der Treffer korrekt erzielt worden".

Nach der Entscheidung von Weiner war bundesweit heftig diskutiert worden: Kam Ramos aus dem Abseits? Hat er Torhüter Raphael Schäfer behindert und damit strafwürdig ins Spiel eingegriffen? Waren deswegen alle anderen Handlungen irrelevant? Nun stellt der DFB klar, dass dem Referee ein Fehler unterlaufen ist. Allerdings handelt es sich um eine Tatsachenentscheidung, die nicht revidiert werden kann.

Das Schiedsrichterportal zählt laut DFB seit 2011 zu einem der wichtigsten Werkzeuge der Schiedsrichter in den drei höchsten Spielklassen. Das Portal ermöglicht es, stritttige Szenen zu zeigen und den theoretischen Hintergrund für die richtige Entscheidung darzulegen - als Lerneffekt und Rückmeldung für Schiedsrichter.

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