Handball | Bundesliga-Debakel - Füchse verlieren haushoch gegen Flensburg

Nur drei Tage hatten die Füchse Zeit, um sich vom Pokalfight am Mittwochabend zu erholen. Vielleicht war das für die ersatzgeschwächten Berliner zu kurz: Gegen den unmittelbaren Tabellennachbarn, die SG Flensburg-Handewitt, kassierten die Füchse am Sonntag die höchste Heimniederlage in ihrer Bundesliga-Geschichte.

Berlins Handball-Füchse haben gegen die SG Flensburg-Handewitt ein Debakel erlebt. Der ersatzgeschwächte Hauptstadtclub verlor am Sonntag mit 20:31 (12:15) gegen den Bundesliga-Vierten und musste eine bittere Lehrstunde über sich ergehen lassen.

Weder im Angriff noch in der Abwehr erreichten die Füchse Normalform. Einzig Kapitän Iker Romero kämpfte unermüdlich und erzielte sechs Treffer. Trotz der höchsten Heimniederlage ihrer Bundesliga-Geschichte bleiben die Hauptstädter auf Platz fünf.

Bob Hanning, Manager der Füchse Berlin (Quelle: dpa)
Keine Illusionen gegen Flensburg: Füchse-Manager Bob Hanning

Nur acht Minuten auf Augenhöhe

Nur die ersten acht Minuten über konnten die Berliner gegen die Norddeutschen mithalten, doch ab dem 3:3 übernahm Flensburg vor 9.000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle das Kommando. Fanden die Berliner doch einmal die Lücke, waren die Würfe zu harmlos oder Gäste-Torwart Mattias Andersson war zur Stelle. Auf der anderen Seite schlossen die Flensburger ihre Angriffe so konsequent ab, dass sie sich einen 15:8-Vorsprung erspielten. Im Gefühl der sicheren Führung gestatteten sie den Füchsen anschließend eine 5:0-Serie zum 12:15-Halbzeitstand.

Die Hoffnungen der Berliner, dem Spiel im zweiten Abschnitt noch eine Wende zu geben, schwanden indes schnell. Jubelte das Publikum noch über das 13:15 von Markus Richwien, ging danach nicht mehr viel zusammen bei den Gastgebern. Flensburg nutzte die Abschluss- und
Abwehrschwächen der Füchse gnadenlos aus und schraubte den Vorsprung Tor um Tor in die Höhe.

Viele Verletzungssorgen - gedämpfter Optimismus

Angesichts der angespannten Personallage hatten die Füchse ihre Erwartungen für das Spiel gegen die SG Flensburg-Handewitt von Anfang an zurückgeschraubt. "Wir müssen realistisch sein, ich bin mit einem Punkt zufrieden", hatte Manager Bob Hanning vor dem Spiel gesagt.

Neben den langzeitverletzten Rückraumspielern Sven-Sören Christophersen, Pavel Horak und Paul Drux fiel auch noch Nationaltorwart Silvio Heinevetter wegen einer Magen-Darm-Erkrankung aus. Zudem gingen Linksaußen Fredrik Pedersen und Kreisläufer Jesper Nielsen erneut angeschlagen ins Match.

"Nicht irgendeine Theken-Truppe"

"Das ist schon bitter", sagte Hanning, betonte aber auch, dass der Club nach wie vor über einen sehr guten Rückraum und in Petr Stochl einen "der besten Torhüter der Welt" verfüge: "Wir sind nicht irgendeine Theken-Truppe." Die Halle war gegen den Tabellen-Vierten aus dem hohen Norden mal wieder ausverkauft. "Wir wollen den Berlinern etwas bieten", hatte Hanning trotz Verletzungssorgen versprochen.

Als Fünfter haben die Berliner zwar nur zwei Punkte Rückstand auf Rang vier, der Blick geht aber eher nach unten. "Platz fünf verteidigen - das ist unser Ziel", sagt Hanning, der froh ist, dass sich diesmal keine weitere Partie am Mittwoch anschließt. "Dann können die Spieler endlich mal durchpusten". Weil keine Verpflichtungim EHF- oder DHB-Pokal ansteht, hat Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson seinen Spielern bereits drei freie Tage versprochen.

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