Der Cottbusser Spieler Detlef Irrgang jubelt am Freitag (26.05.2000) kurz nach seinem Führungstreffer zum 1:0 (Quelle: dpa)

Fußball | Serie: Energie vor dem Abstieg - "Die letzten Chancen nutzen"

Seit 17 Jahren spielt Energie Cottbus entweder in der ersten oder zweiten Liga. Die Lausitzer haben große Zeiten erlebt mit Siegen über Bayern München und Borussia Dortmund. Aber das ist im Moment weit weg. Energie ist Schlusslicht in der zweiten Liga. Die Mannschaft stemmt sich gegen den Abstieg und die Region steht hinter ihr. Auch der Mann, der den Verein überhaupt erst nach oben geschossen hat.

Er ist bei den Energie-Fans unvergessen. Ohne die Tore des immer noch schmerzlich vermissten und mitreißenden Detlef Irrgang hätte es Energie Cottbus nicht nach ganz oben geschafft. 1997 war das entscheidende Aufstiegsspiel in die zweite Liga gegen Hannover 96: Irrgang trifft gleich zweimal. "Cottbuser Held" nennen ihn die Reporter. Drei Jahre später findet dann das entscheidende Aufstiegsspiel in die erste Liga gegen Köln statt - und wieder ist auf Irrgang Verlass. Er selbst erinnert sich gerne an den entscheidenden Moment in der 40. Minute, in dem er einen Pass in Richtung Tor zum Abschluss verwandelte - getreu der Devise: "Wenn ich auf das Tor schieße, dann kann ich auch ein Tor machen". Deswegen hat er sehr oft aufs Tor geschossen – und auch sehr oft getroffen. Genau 174 Mal für den FC Energie.

Bitteres Ende für ein Lebenswerk?

Der rasante Cottbuser Aufstieg ist das sportliche Lebenswerk von Detlef Irrgang. Mit dem Abstieg würde es ein bitteres Ende erfahren. Das Schlimmste, was es gibt, nennt Irrgang den drohenden Gang in die Drittklassigkeit. Wenn man aus der 2. Liga absteige, gebe es keine Garantie für den Wiederaufstieg. "Das kann dann Jahre dauern, bis wieder Profifußball in Cottbus stattfindet". Für den Ex-Profi ist deshalb klar: Es muss jetzt alles getan werden, um die letzten Chancen zu nutzen.

Heimspiele sind ein Fest für die Region

Detlef Irrgang drückt jedenfalls fest die Daumen. Auch wenn der 47-Jährige heute hauptberuflich im Vertrieb des Glaswerks Cristalica in Döbern arbeitet - am Wochenende ist er oft noch live dabei im Stadion der Freundschaft, bei seinem FC Energie.  

Seit 25 Jahren hält er dem Verein die Treue. Eine echte Herzensangelegenheit und sein halbes Leben lang, sagt Irrgang. Die Heimspiele empfindet er auch als Festtage für die Stadt Cottbus und die Lausitz. Und das soll auch so bleiben - wenn Energie Cottbus den Klassenerhalt schafft. Die Punkte, sagt Irrgang, müssen jetzt zuhause geholt werden und auch in Cottbus bleiben. Er jedenfalls glaube noch an Klassenerhalt, an die letzten Chancen. Am Ende würde er sich natürlich riesig freuen, meint der Cottbuser.

Beitrag von Karsten Steinmetz

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