
Fußball | Hertha-Trainer Luhukay nach dem 0:3 - "Die Europa League war nur ein Traum"
Trotz guter Chancen - mit 0:3 unterlag Hertha am Samstag Hannover 96. Nach der Heimschlappe hakt Trainer Jos Luhukay die Europa League nun offiziell ab. Und besinnt sich wieder auf das eigentliche Ziel: der Klassenerhalt. Der Coach mahnt dazu im rbb-Interview die Offensive an und fordert Torgefahr.
Nach der bitteren Heimniederlage am Samstag gegen Hannover 96 hat Hertha-Trainer Jos Luhukay die Europa League abgehakt. "Wir haben nicht den Kader, um in der Europa League zu spielen", sagte der Niederländer einen Tag nach dem 0:3 der Berliner am 25. Spieltag der Fußball-Bundesliga im rbb-Interview." Ab heute muss man nicht mehr darüber reden." Die Europa League sei aber nie ein Ziel gewesen, sondern nur ein Traum.
"Unser größtes Ziel war der Klassenerhalt. Das wollten wir mit gutem offensivem Fußball erreichen." In der Hinrunde sei das "hervorragend gelungen". Dass die Rückrunde jetzt schwierig ist, sei "ganz normal", so der 50-Jährige. "Man kriegt verletzte Spieler dazu, die Gegner kommen mit einer gewissen taktischen Defensive, um hier in Berlin zu punkten." Hertha könne in der Rückrunde "nicht jede Woche wieder das abrufen, was uns in der Hinserie so stark gemacht hat."
Im Hinblick auf die Abhängigkeit von Stürmer Adrián Ramos und die Unsicherheit, ob er in der nächsten Saison noch für Hertha spielt, sagte Luhukai, Hertha könne sich nicht auf diesen einen Spieler verlassen. "Die Mannschaft muss offensiv stärker aufgestellt werden, mit mehr Effizienz, mit mehr Torgefahr."
Bis tief in die Nacht Torschüsse üben
Beim Spiel am Samstag drückten die Berliner Hannover in die eigene Hälfte, erspielten sich Chance um Chance - Ronny traf den Pfosten, Ramos das Außennetz. Eigentlich hätte Hertha BSC das Heimspiel gegen die Niedersachsen gewinnen müssen, 16:7 Schüsse, 6:1 Ecken, 59 Prozent Ballbesitz. Eigentlich. Endergebnis: 0:3.
Jos Luhukay müsste seine Mannschaft in der kommenden Woche bis tief in die Nacht Torschüsse üben lassen, allzu fahrlässig ging sie gegen Hannover mit ihren Gelegenheiten um. Dabei hatte Luhukay vor dem Spiel genau davor gewarnt: "Ich finde, dass unsere Offensivabteilung zu wenige Chancen nutzt, um noch erfolgreicher zu sein. Das ist Fakt, da können wir nicht drumherum reden", hatte Luhukay gesagt. Es nutzte nichts.
Dabei hatte Hertha gut begonnen, nach nicht einmal zwei Minuten traf Stürmer Adrian Ramos das Außennetz des Hannoveraner Tores. Angetrieben vom stark aufgelegten Ronny übernahm Hertha in der ersten Halbzeit die Kontrolle und drückte die abstiegsbedrohten Niedersachsen immer wieder in die eigene Hälfte. In der 11. Minute konnte 96-Torwart Ron-Robert Zieler einen Ronny-Freistoß gerade noch mit den Fingerspitzen abwehren. Eine Minute vor der Pause spielte Ronny Per Ciljan Skjelbred mustergültig frei, der aber verlor vor Zieler die Nerven.

Viertes Rückrunden-Heimspiel ohne Sieg
In der zweiten Halbzeit rächte Hannover die schlampige Berliner Chancenverwertung: Leandro Bittencourt hängte Fabian Holland locker mit einem Sprint ab, schob den Ball in die Mitte zu Lars Stindl, der mit einem unhaltbaren Rechtsschuss aus zehn Metern traf (49. Minute). Hertha wollte den Ausgleich nun erzwingen, aber Ramos und Skjelbred vergaben weitere Chancen. Hannover zog sich in die Defensive zurück, stellte die Räume zu und wartete auf Kontermöglichkeiten.
In der 57. Minute spielte Bittencourt an der Mittellinie Hertha-Verteidiger Kobiashvili aus und steckte den Ball zu Jan Schlaudraff durch. Der umkurvte mühelos Hertha-Keeper Thomas Kraft und schob zum 0:2 ein. Den Berlinern gelang dagegen kein Treffer mehr, auch weil Ramos nach einem Ronny-Freistoß knapp am Tor vorbeiköpfte (61.) und Ronny kurz vor dem Ende den Pfosten traf. Huszti erhöhte schließlich in der Nachspielzeit auf 0:3.
Für Hannover endete der Ausflug nach Berlin mit dem zweiten Auswärtssieg dieser Saison. Hertha setzte dagegen vor 46.727 Zuschauern ihre Negativserie vor eigenem Publikum fort und blieb auch im vierten Heimspiel nach der Winterpause ohne Sieg.

