
Fußball | Regionalderby in Köpenick - Energie Cottbus setzt auf Sieg gegen Union Berlin
Tabellen-Schlusslicht FC Energie Cottbus geht mit viel Zuversicht ins Derby beim 1. FC Union Berlin. Trainer Jörg Böhme hat noch nie ein Derby verloren, personell können sie aus dem Vollen schöpfen und sie haben nichts mehr zu verlieren. Union-Trainer Uwe Neuhaus erwartet daher keinen Durchmarsch, zumal ihn Personalsorgen quälen.
Zweitliga-Schlusslicht Energie Cottbus geht optimistisch in das Spiel gegen den 1. FC Union Berlin am Montagabend in der Alten Försterei. Der Cottbuser Trainer Jörg Böhme hat seiner Mannschaft ohnehin mit seiner Zuversicht die Hoffnung auf den Klassenerhalt zurückgegeben. Jetzt soll auch noch seine persönliche Serie helfen. Er erklärte am Freitag vollmundig: "Ich habe als Spieler noch nie ein Derby verloren", und will das als gutes Omen vor dem wichtigen Duell verstanden wissen.

Alle Verletzten und Gesperrten zurück bei Energie
Die Berliner haben nach zuletzt fünf Spielen ohne Sieg keine realistische Chance im Aufstiegsrennen in die 1. Liga. Da hat Trainer Böhme mit dem Blick Richtung 3. Liga ohnehin ganz andere Sorgen. Er will die zuletzt schlechte Bilanz der Eisernen keineswegs als Vorteil für Elf verstanden wissen. "Darauf sollte man sich nie verlassen", sagte der 40-jährige, der bis mindestens bis zum Saisonende Chef-Trainer bleiben will. Allerdings hat er keine Personalsorgen und rechnet fest mit dem Einsatz von Torhüter René Renno, der sich im Spiel gegen 1860 München eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Auch der mit einer Oberschenkelprellung gehandicapte Marco Stiepermann wird auflaufen können. Zudem sind Jurika Buljat und Erik Jendrisek nach ihrer Gelbsperre zurück.
2.000 Lausitzer kommen mit nach Köpenick
Nach drei Siegen aus fünf Spielen seit Böhmes Amtsantritt Ende Februar liegt Cottbus drei Punkte hinter dem Relegationsplatz 16. Der Abstand auf den rettenden 15. Rang beträgt sieben Punkte. 2.000 hochmotivierte Fans aus der Lausitz werden ihre Mannschaft am Montag in die alte Försterei begleiten.
Für Energie sind die verbleibenden sieben Partien der Saison Endspiele. Trainer Böhme sieht sich gut gewappnet: "Wir sind gut vorbereitet. Ich habe das Gefühl, alle Jungs geben Gas". Er habe sich die Berliner beim 1:1 gegen Paderborn angeguckt. Er sei zwar "kein Hellseher", sei sich aber sicher, "dass wir wieder alles raushauen" werden.

Neuhaus fordert Cottbuser Leidenschaft von seinen Leuten
1. FC Union-Trainer Uwe Neuhaus warnt vor Experimenten. "Wir haben ein ausverkauftes Haus, da kann man nicht einfach mal probieren, es geht oder es geht nicht", sagte er dem rbb. Nur weil sein Verein die Aufstiegsgedanken abgehakt habe, stelle man sich nicht ständig Grundsatzfragen und würde alles ändern wollen. Nach den Rückschlägen in der Liga hofft der 54-Jährige darauf, dass der Derby-Charakter der Begegnung seine Spieler besonders motivieren kann. In den letzten fünf Spielen blieb seine Mannschaft ohne Sieg.
Grundsätzlich warnt er davor, Cottbus zu unterschätzen. Jeder wisse, dass die nichts mehr zu verlieren hätten. Die müssten gewinnen und würden deshalb mit entsprechender Leidenschaft auftreten, wie im Spiel gegen 1860 München am Mittwoch gezeigt. Zwar haben sie das Spiel verloren, gingen aber zunächst in Führung. Neuhaus: "Wir müssen mindestens genauso auftreten von der Leidenschaft her und dieses Spiel für uns entscheiden."

Kapitän Mattuschka kommt zurück
Allerdings plagen Union Verletzungssorgen. Innenverteidiger Mario Eggimann fehlte beim Training am Freitag wegen Krankheit. Mittelstürmer Adam Nemec musste die Einheit wegen einer Schienbeinprellung abbrechen und Abwehrspieler Fabian Schönheim konnte nur individuell trainieren, weil ihn eine Oberschenkelverletzung plagt, ist aber für Montag noch gesetzt. Zur möglichen Aufstellung für das Derby wollte sich Trainer Neuhaus nicht äußern. Allerdings dürfte Kapitän Torsten Mattuschka in die Startelf zurrückkehren.
Insgesamt wünscht sich Neuhaus mehr Killerinstinkt und Entschlossenheit vor dem Tor von seiner Mannschaft als in den vergangenen Spielen. Weniger Fehler und ein Quäntchen Glück wären auch schön, daran entscheide sich eben manchmal Aufstieg und Abstieg. Dass die Anforderungen für sein Team zu hoch gewesen seien, weist er weit von sich. "Ich habe nur gesagt, wir wurden den Anforderungen nicht gerecht", so Neuhaus.


