
Fußball | Rückschlag für Energie - FC Union beherrscht Cottbus nach Belieben
Der FC Union Berlin hat das Ost-Derby in der zweiten Fußball-Bundesliga für sich entschieden - und den FC Energie im Kampf um den Klassenerhalt wieder zurückgeworfen. Die Berliner waren über weite Strecken des Spiels klar überlegen und gewannen durch zwei Treffer von Sören Brandy mit 2:0.
Zwei Treffer von Sören Brandy in der 28. und 82. Minute reichten aus, um dem FC Energie Cottbus den Schneid abzukaufen. Nach fünf Spielen ohne Sieg schaffte der FC Union Berlin im Ost-Derby der zweiten Fußball-Bundesliga wieder einen Sieg - und stürzte die Cottbuser erneut in schwere Abstiegsnot.
Im wiederum ausverkauften Stadion An der Alten Försterei war Union vor knapp 21.000 Zuschauern von Anfang an das torgefährlichere und zweikampfstärkere Team. Folgerichtig gingen die Hausherren in der 28. Minute durch Brandy in Führung. Danach verpassten zwar Roberto Puncec, Michael Parensen und Brandy das mögliche 2:0, aber nach einer Gelb-Roten Karte gegen den Cottbuser Uwe Möhrle sorgte Brandy mit seinem zweiten Treffer (82.) doch für die Entscheidung. Der FCE ließ über weite Strecken des Spiels den nötigen Willen vermissen, der zum Klassenerhalt notwendig wäre und konnte infolgedessen nur wenige Chancen herausspielen.
Energie ohne Ideen und ohne Leidenschaft
Die Gastgeber starteten furios: Christopher Quiring hätte eine Flanke von Björn Kopplin bereits nach zwei Minuten zur Führung nutzen müssen. Energie zeigte nach diesem Weckruf allerdings kaum eine Reaktion, die Mannschaft von Trainer Jörg Böhme präsentierte sich im ersten Durchgang ideen- und leidenschaftslos. Brandy nutze dann das Durcheinander im Cottbuser Strafraum.
Nach der Pause nahm Energie den Kampf an und kam vereinzelt zu Chancen, der Schuss von Ivica Banovic verfehlte sein Ziel aber deutlich (55.). Union überließ den Gästen danach die Initiative ohne jedoch ernsthaft unter Druck zu geraten - und Brandy machte mit seinem Treffer aus kurzer Distanz den Sack zu. Bei Union gefielen Torjäger Brandy und Kapitän Torsten Mattuschka, aufseiten der Gäste überzeugten Keeper Rene Renno und Marco Stiepermann.
Mit nunmehr vier Punkten Rückstand auf den Relegationsrang bleiben die Lausitzer hinter Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld (beide 27 Zähler) weiter Tabellenletzter. Bis zum VfL Bochum und den rettenden 15. Tabellenplatz sind es bereits zehn Punkte. Union klettert mit nun 42 Punkten auf Rang sechs, ist aber nach dem Sieg von Paderborn weiterhin sieben Punkte Rüclstand auf den Relegationsplatz.
Vor dem Berlin-Brandenburg-Derby hatte sich Unions Trainer Uwe Neuhaus betont ruhig gegeben. Sein Gegenüber Jörg Böhme erinnerte sich an alte Erfolgserlebnisse: "Nur weil wir den Aufstiegsgedanken abgehakt haben, gibt es nicht in jeder Frage eine Grundsatzentscheidung", so Neuhaus vor dem Fußball-Zweitligaduell am Montagabend.
Seit fünf Spielen warteten die Köpenicker auf einen dreifachen Punktgewinn. "Für die ersten drei Plätze hat es nicht gereicht. Trotzdem war nicht alles schlecht und falsch", meinte der Union-Coach. Das Aufstiegsrennen haben die Berliner also aufgegeben.
Grandiose Aufholjagd nach Antritt von Böhme
Beim Tabellenletzten Energie Cottbus war die Hoffnung auf den Klassenerhalt mit dem neuen Trainer enorm gestiegen. Doch die 1:2-Niederlage gegen 1860 München am Mittwoch war ein empfindlicher Dämpfer für die Aufholjagd. Dennoch lag Cottbus nach drei Siegen aus fünf Spielen seit Böhmes Amtsantritt nur noch vier Punkte hinter dem Relegationsplatz. Bei einem Sieg gegen Union wäre der 15. Platz also nur noch ein Punkt entfernt gewesen - vor wenigen Wochen wäre das noch unvorstellbar gewesen.
Als kleiner Mutmacher vor dem Ostderby erinnert sich Böhme an die Vergangenheit. Als Spieler gewann er mit Schalke 04 im Jahr 2001 den DFB-Pokal im Finale gegen die "Eisernen" und erzielte beim 2:0 beide Treffer (traumhafter Freistoß und Elfmeter). "Es war schön damals, doch das ist schon lange her", sagte der Energie-Coach. "Da gab es doch noch Schwarz-Weiß-Fernsehen." Und der letzte Sieg in Berlin liegt nun schon über zehn Jahre zurück.
Kurios, dass Energie-Trainer Böhme im November 2013 einige Tage bei Union hospitierte. Damals war sein Engagement in der Lausitz noch nicht abzusehen. "Er hat ein paar Tage bei uns beim Training zugeschaut. Ich hoffe, dass er nicht zu viel gesehen hat", flachste Neuhaus.






