
Potsdamer Bob-Pilot legt Einspruch gegen Urteil ein - Machata nimmt Sperre nicht hin
Er hatte es angekündigt, nun macht Manuel Machata es wahr. Der Bob-Pilot vom SC Potsdam ficht die gegen ihn verhängte einjährige Sperre an. Sein Anwalt hat Einspruch eingelegt. Der Bobverband hatte die Strafe verhängt, weil Machata seine Kufen dem Russen Subkow geliehen hatte, der damit Olympia-Gold holte.
Manuel Machata hat über seinen Anwalt Einspruch gegen das Urteil des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) eingelegt.
Der nicht für Olympia qualifizierte Bobpilot hatte in Sotschi Kufen an den späteren Doppel-Olympiasieger Alexander Subkow weitergegeben. Daraufhin sprach der deutsche Verband eine 5.000 Euro-Geldstrafe sowie eine Wettkampfsperre von einem Jahr aus. Zudem wirft der BSD Machata "ein treuwidriges Verhalten gegen die eigene Organisation vor".
Nach Erhalt der Urteilsbegründung hat Machatas Rechtsanwalt Thomas Fleischer nun Einspruch eingelegt. Er begründet diesen mit einer fehlenden Rechtsgrundlage.
Hinweis auf Pechstein-Urteil
Fleischer erklärte, der verbandsinterne Rechtsweg sei zwar vorgeschrieben, wies aber zugleich auf ein Urteil des Münchner Landgerichts im Fall Claudia Pechstein hin, das die Sportgerichtsbarkeit infrage gestellt hatte: "Daraus kann man lernen, dass sich die Verbände nicht einfach darauf berufen können, dass man nicht vor ein ordentliches Gericht gehen kann."
Zunächst aber wolle man Schritt für Schritt gehen und davon ausgehen, "dass es soweit nicht kommen wird", sagte Fleischer.
Sperre bedroht sportliche Zukunft Machatas
Im rbb hatte Machata Anfang März die Sperre als "brutal" bezeichnet. Er sieht dadurch seine sportliche Karriere massiv gefährdet. Es sei schwierig, ein Jahr ohne Wettkampfpraxis, Sponsoren und Anschieber zu überbrücken, sagte Machata damals. Das Team würde auseinanderfallen, und ohne Sporthilfe der Bundeswehr sei seine komplette Existenz erst einmal weg.
Der Ex-Weltmeister Manuel Machata war vom BSD nicht für die Olympischen Winterspiele von Sotschi nominiert worden und hatte daraufhin seine Kufen dem russischen Piloten Alexander Subkow geliehen.
Der Russe hatte dann damit einen Doppel-Olympiasieg erzielt, während die deutschen Bobpiloten erstmals seit 50 Jahren ohne olympische Medaille nach Hause fahren mussten. Wegen dieser Kufen-Leihgabe hatte der BSD Machata mit einer einjährigen Wettkampfsperre und einer Strafe in Höhe von 5.000 Euro belegt.

