
Fußball | Union Berlin - "Tusche" will aufsteigen
Nun ist es raus: Torsten Mattuschka hat das "A-Wort" benutzt und die Bundesliga ins Visier genommen. "Ich will es unbedingt", sagte der Union-Kapitän im rbb. "Tusche" äußerte sich auch über seine wechselvolle Karriere und die Anfänge in Cottbus.
Platz sieben in der Tabelle, nur zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang - für Union Berlin ist der Aufstieg durchaus in Reichweite. "Wir haben die Riesenchance in diesem Jahr", sagte Kapitän Torsten Mattuschka am Sonntagabend im rbb, "ich will es unbedingt."
Erneut ein früher Rückstand
Das 1:1 am vergangenen Freitag gegen den FC Ingolstadt sieht "Tusche" mit gemischten Gefühlen. "Wir haben uns sehr schwer getan." Im Nachhinein könne man aber mit dem Punkt zufrieden sein.
Mit nur einem Sieg in fünf Spielen hatten sich die Eisernen zuletzt selbst ein Bein im Aufstiegsrennen gestellt. An Bereitschaft fehle es der Mannschaft nicht, betonte Mattuschka. "Wir haben 'ne Riesenmoral. Aber es ist das dritte Mal, dass wir nach 30 Sekunden zurückliegen."
"Vielleicht die letzte Chance"
Da aber auch die Konkurrenz zuletzt Federn ließ, gehe es an der Tabellenspitze sehr eng zu, und der FC Union sei nach wie vor dabei. "Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass es für jeden Einzelnen in unserer Mannschaft und im Verein eine Riesenchance ist. Vielleicht ist es für den ein oder anderen die letzte Chance, da nochmal hochzugehen."
Auch seine eigene Karriere neige sich dem Ende zu: "Ich werde auch nicht mehr so lange spielen. Noch ein, zwei Jahre wolle er seine Leistung bringen, sagte der 33-Jährige, dessen Laufbahn gewissermaßen mit Verzögerung begann.

Geyer: "Er war zu fett"
Erst mit 22 kam die Karriere bei Energie Cottbus in Gang. Bis dahin hatte vor allem sein Lebenswandel dem jungen Mattuschka im Weg gestanden. "Er war zu fett", lautete die ebenso uncharmante wie zutreffende Erkenntnis von Kult-Trainer Eduard Geyer.
In der Bezirksklasse hatte der 100-Kilo-Mattuschka 100 Tore in 100 Spielen gemacht, doch nun musste er seiner Vorliebe für Schnitzel, Würstchen und Ketchup abschwören. Unter Geyer wurde Fitness gebolzt, und mit schwindenden Kilos kam der Erfolg. 2002/2003 durfte Mattuschka im Energie-Trikot bereits Bundesliga-Luft schnuppern. Im Sommer 2005 wechselte er zu Union in die Oberliga Nordost und war maßgeblich am Durchmarsch in die 2. Bundesliga beteiligt.
Im Herbst seiner Karriere will der Publikumsliebling nun noch einmal ganz oben mitspielen. Wie das funktionieren könnte? "Wir haben jetzt zwei richtungsweisende Spiele gegen Fürth und gegen Paderborn. Wenn du die nicht gewinnst, ist der Zug abgefahren."
Die Mannschaft werde aber alles dafür tun, am Ende erfolgreich zu sein.


