
Energie Cottbus plant zweigleisig - Drittliga-Trainer gesucht
So weit entfernt ist das rettende Ufer gar nicht: Vier Punkte Rückstand hat Energie Cottbus auf den Relegationsplatz. Doch nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen droht weiterhin der Absturz in die Drittklassigkeit. Die Lausitzer planen bereits für die 3. Liga - mit Interimscoach Jörg Böhme?
Energie Cottbus muss sich nach den jüngsten Ergebnissen weiter intensiv mit der 3. Liga beschäftigen. Offizielle Gespräche oder Verhandlungen mit einem Trainerkandidaten für den Abstiegsfall aber habe es noch nicht gegeben, versicherte der Lausitzer Fußball-Zweitligist. "Wir haben keine Gespräche geführt", sagte Präsident Ulrich Lepsch am Sonntag im rbb-"Sportplatz".
Eine Kandidatenliste hatte der Verein schon nach der Beurlaubung von Trainer Stephan Schmidt Ende Februar aufgestellt, dann aber nach drei Siegen Interimscoach Jörg Böhme zum Cheftrainer bis zum Saisonende erklärt. Dabei soll es laut Lepsch beim Tabellenschlusslicht auch bleiben.
"Natürlich planen wir parallel im Hintergrund beide Ligen", so der Energie-Präsident, schloss aber kämpferisch an: "Es ist noch nicht aus." Am Sonntag treten die Lausitzer beim Tabellen-15. VfL Bochum an. Die Spieler haben noch immer Hoffnungen auf den Klassenverbleib.
Erst Sportdirektor, dann der Trainer?
Böhmes Chance, über den Sommer hinaus Trainer zu bleiben, sind nach den jüngsten zwei Niederlagen und dem 0:0 gegen Dynamo Dresden nicht mehr die besten. Die "Bild" berichtet derweil darüber, dass Peter Vollmann (früher Hansa Rostock und Wehen Wiesbaden) ein Topkandidat für den Posten sei, wenn Energie in die 3. Liga muss.
Auf einer zweiten internen Liste für die wieder zu besetzende Position des Sportlichen Leiters soll Ex-Profi Roland Benschneider stehen, der in Jugendzeiten für den FC Energie gespielt hatte. Zuletzt war der 33-Jährige Sportdirektor beim SV Elversberg. Idealerweise soll in Cottbus erst der Manager verpflichtet werden, der dann bei der Trainersuche mitsprechen könnte.
"Viele Spieler hätten keinen Vertrag mehr"
Präsident Lepsch verteidigte den Kurs der Lausitzer, die finanziell weiter solide dastehen. "Wir haben in neun Jahren unheimlich viel gemacht. Insofern sind wir unheimlich traurig, wenn es so kommen sollte", meinte der Präsident zum drohenden Abstieg. Er könne nicht verstehen, wenn jetzt Leute kommen und sagen, die Vereins-Führung hätte alles falsch gemacht: "Das ist frustrierend."
Seit dem Zweitliga-Aufstieg 1997 gehört der FC Energie ununterbrochen zu den besten 36 deutschen Profiteams. Sechs Jahre spielte der Cottbuser Club sogar in der 1. Liga. Ein Abstieg wäre ein einschneidender Schnitt für den ehemaligen Erstligisten, machte Lepsch deutlich: "Der Etat würde kräftig zurückgehen. Die Spieler hätten fast alle keinen Vertrag mehr."




