
Fußball | Cottbus gegen Dresden - Nur ein Sieg kann Energie noch retten
"Endspiel" für Energie Cottbus und Dynamo Dresden - für beide Vereine geht es am Freitag um den Verbleib in der 2. Bundesliga. FCE-Trainer Jörg Böhme war bis zuletzt bemüht, die Köpfe seiner Spieler nach der schwachen Vorstellung bei Union Berlin wieder freizubekommen. Auch die Polizei ist mit vollen Kräften im Einsatz.
Schicksals-Derby, Platz 18 gegen Platz 16, "Endspiel": Wenn Energie Cottbus am Freitag (18:30 Uhr) im Stadion der Freundschaft auf Dynamo Dresden trifft, geht es um alles - beide Mannschaften schweben in höchster Abstiegsgefahr, wieder einmal steht die Zukunft des Profifußballs im Osten der Republik auf dem Spiel. Energie-Verteidiger Alexander Bittroff gibt sich kämpferisch: "Uns wurde in den letzten Monaten schon genug in den Arsch getreten, wir können jetzt nur noch gewinnen."
Aber auch Dynamo braucht einen Sieg. Die Mannschaft um Trainer Olaf Janßen hat seit mittlerweile 12 Spielen nicht mehr gewonnen. Eine weitere Niederlage könnte sie den Relegationsplatz kosten.
"Ruhe bewahren!"
Den will Energie Cottbus unbedingt erreichen. Zwar bliebe die Mannschaft selbst bei einem Sieg am Freitag noch immer Schlusslich der Tabelle, wäre dem Klassenerhalt aber wieder ein Stück näher gerückt. Nach der enttäuschenden Leistung der Lausitzer beim 0:2 gegen Union Berlin ist Trainer Böhme deshalb vor allem als Psychologe gefragt. "Für meine Spieler ist der Kopf das Entscheidende. Wir müssen Ruhe bewahren und bei eigenem Ballbesitz entschlossener agieren", sagt der Chefcoach.
Bis auf den nach Gelb-Rot gesperrten Kapitän Uwe Möhrle und den verletzten Ersatztorwart Robert Almer hat Böhme den kompletten Kader zur Verfügung. Auch Michael Schulze hat nach wochenlanger Verletzungspause wieder mit der Team trainiert.
Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen
Die Cottbuser Polizei erwartet sechs Fanbusse aus Dresden, rund 200 Fans werden mit dem Zug anreisen. Bereits ab 15 Uhr am Freitagnachmittag wird der Stadtring, einer der Hauptverkehrsstraßen in Cottbus, gesperrt. Hier finden auch die ersten Kontrollen statt, mehrere hundert Polizisten sind rund um das Spiel im Einsatz. Vor, während und nach der Partie herrscht im voraussichtlich ausverkauften Stadion der Freundschaft striktes Alkoholverbot.
Karten gibt es am Freitag keine mehr, aus Sicherheitsgründen bleiben die Kassen geschlossen. Wie es heißt, wurde das Kontingent für die Gäste deutlich reduziert, statt der üblichen 4.000 bekamen die Sachsen nur 2.500 Karten.
Die Hoffnung bleibt
Vor dem Derby haben sich der FC Energie und die Polizei zudem mit einem Fairness-Appell an die Fans gewandt. "Die Fans beider Mannschaften werden gebeten, sich couragiert gegen alle Versuche der Verwendung von Pyrotechnik, von Provokationen sowie rassistischen und fremdenfeindlichen Aktionen zu stellen", heißt es in einer Presseerklärung.
Sollten beide Mannschaften den Klassenerhalt nicht schaffen, würden mit Union Berlin und Erzgebirge Aue nur noch zwei Ost-Vereine in der 2. Bundesliga verbleiben. In der 1. Bundesliga ist bereits seit dem Abstieg von Cottbus 2009 kein Ost-Klub mehr präsent.
Eine entsprechend hitzige Atmosphäre erwarten die Verantwortlichen. "Wir hoffen alle auf ein tolles und friedliches Fußballspiel", sagt FCE-Trainer Jörg Böhme.


