
Bob-Pleite in Sotschi - "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen"
Mit null Medaillen haben die deutschen Bobpiloten in Sotschi ein Debakel erlebt. Danach wurde viel über das angeblich schlechte Material geredet. Doch vor dem Sportausschuss des Bundestags gab sich Anschieber Kevin Kuske aus Potsdam selbstkritisch. Ausdrücklich nannte er auch die schwachen Anschubzeiten als Grund für die Pleite.
Das Olympia-Debakel der deutschen Bob-Piloten in Sotschi war am Mittwoch Thema im Sportausschuss des Deutschen Bundestages.
Dabei trat der viermalige Olympiasieger Kevin Kuske aus Potsdam dem Eindruck entgegen, die erste medaillenlose Olympia-Teilnahme seit 50 Jahren sei nur auf das Material zurückzuführen. "Für mich war wichtig, die Wahrheit zu sagen - auch mal ein kritisches Wort in Richtung Piloten", sagte Kuske nach der nicht-öffentlichen Sitzung dem rbb. Seit Fazit: "Wir müssen uns an die eigene Nase fassen." Dabei kritisierte ausgerechnet Anschieber Kuske die schwachen Anschubzeiten.

FES aus der Schusslinie genommen
Auch der Direktor des Instituts für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES), Harald Schaale, wehrte sich gegen die heftige Materialschelte: "Die These, dass das schlechte Abschneiden ausschließlich am Material festzumachen ist, konnte klar widerlegt werden."
Bereits im Vorfeld der Sitzung wurden Details über geplante Änderungen im Verband öffentlich. So wird der offenbar ohnehin problematische Dialog zwischen Bundestrainer Christoph Langen und dem FES beendet. Als Kontaktperson wird auf Seiten des Verbandes der ehemalige Bobpilot Matthias Höpfner installiert.
Fall Machata: Verhandlung wie geplant
Im Fall des gesperrten Manuel Machata dementierte BSD-Präsident Andreas Trautvetter Angaben des SC Potsdam, wonach die Sperre aus Sicht des Vereins vom Verband aufgehoben wurde. Die Sperre werde wie geplant am 7. April vor dem Rechtsausschuss des Bobverbands verhandelt.
Machata, der nicht für die Winterspiele qualifiziert war, hatte seine Kufen dem Russen Subkow geliehen, der in Sotschi Gold gewann. Der Verband hatte daraufhin die umstrittene einjährige Sperre verhängt. Dagegen hat Machata Einspruch eingelegt.
Mit Informationen von Philipp Büchner


