Touristen fotografieren am 16.08.2014 in Berlin das Olympiastadion (Quelle: dpa)
Video: Abendschau | 07.10.2014 | Heike Bettermann

BUND und Landessportbund starten Online-Dialog - Noch mehr Fragen an die Bürger zur Olympia-Bewerbung

Sollte sich Berlin um Olympia bewerben? Und wenn ja, unter welchen Bedingungen? Die Olympia-Bewerbung des Berliner Senats wirft viele Fragen auf. Großen Wert auf die Meinung der Bürger legt aber nicht nur die rot-schwarze Koalition, sondern seit Dienstag auch der Umweltverband BUND und der Landessportbund.  

Hilft ein Olympisches Dorf gegen den Wohnungsmangel und nützen neue Olympiaanlagen hinterher dem Vereinssport? Zu acht Fragen rund um die Spiele können die Nutzer seit Dienstag auf olympia-diskutieren.de ihre Pro- und Contra-Argumente eingeben, sich gegenseitig bewerten und miteinander diskutieren.

Die Online-Plattform haben der Berliner Landessportbund und der Naturschutzbund BUND initiiert, um die öffentliche Debatte um eine mögliche Olympia-Bewerbung Berlins zu befördern. Offen, transparent und strukturiert - so stellen sich Sport- und Naturschutzbund den Online-Dialog vor. Die Berliner haben aber auch die Möglichkeit, zusätzlich eigene Fragen einzugeben.

BUND eher skeptisch - Landessportbund generell für eine Bewerbung

Der Berliner Senat macht derzeit ebenfalls eine eigene Umfrage zu seinem bisherigen Olympia-Konzept. Jetzt folgt die nächste. Warum die beiden Organisationen selbst einen Dialog mit den Bürgern suchen, begründet BUND-Geschäftsführer Tilmann Heuser damit, dass dies nun ein Dialog sei, der von Verbänden und damit von der Zivilgesellschaft selbst organisiert sei.

Dabei steht der BUND angesichts vieler ungeklärter Fragen einer Olympia-Bewerbung eher skeptisch gegenüber. Für den Umweltverband ist entscheidend, ob und wie Olympische und Paralympische Spiele in Berlin ökologisch tragfähig, sozial verträglich und wirtschaftlich vertretbar durchgeführt werden können.

Riesenevent mit "ökologischem Fußabdruck"

Riesenevents wie Olympische und Paralympische Spiele hätten grundsätzlich einen großen "ökologischen Fußabdruck" und müssten daher so umweltschonend wie möglich organisiert werden, heißt es von Seiten des Umweltverbands. Das bisherige Bewerbungskonzept des Senats zeige, dass die Spiele in Berlin bei weiterer Optimierung unter ökologischen Gesichtspunkten grundsätzlich ohne Versiegelung wertvoller Freiflächen, dem olympiabedingten Neu- und Ausbau von Verkehrsinfrastruktur oder dem Zubau von Hotelkapazitäten auskommen könnten.

So fordert der BUND, dass das Olympische Dorf in ein intelligentes Nachnutzungskonzept eingebunden werden soll. Offen und bisher ungeklärt seien  jedoch laut BUND insbesondere die vom Steuerzahler zu tragenden Kosten und die Anforderungen und Bedingungen des IOC an die Gastgeberstädte.

Das Bewerbungsheft für Berlins Bewerbung um die mögliche Ausrichtung der Olympischen Spiele 2024 oder 2028 wird am 01.09.2014 in Berlin während einer Pressekonferenz vorgestellt (Quelle: dpa)
Das Bewerbungsheft für Berlins Bewerbung um die Olympischen Spiele

Umfrage nicht repräsentativ

Der Landessportbund Berlin dagegen steht einer Bewerbung grundsätzlich positiv gegenüber und begrüßt das Interesse des Senats Olympische und Paralympische Spiele in Berlin auszurichten. Dieses Weltereignis würde Milliarden Menschen erreichen, bewegen und begeistern.

Dem Austragungsort sowie dem Austragungsland würden "eine unvergleichbare internationale Aufmerksamkeit" zu Teil. Doch der Sportbund fordert auch, dass auch die Berlinerinnen und Berliner etwas von diesen Spielen haben müssten. Daher müssen die Spiele auch aus Sicht des Landessportbundes sozial, ökologisch sowie wirtschaftlich verträglich und somit nachhaltig sein.

Die Ergebnisse der Online-Befragung sollen Senat und Abgeordnetenhaus am Ende zugehen. Rund 5.000 Nutzer wünschen sich die Initiatoren in den kommenden vier Wochen. Repräsentativ ist die Befragung nicht.

Mit Informationen von Susanne Gugel