Discover Football - Tunesien (l.) vs Ägypten (imago/Camera 4, Archivbild 2013)

"Discover Football"-Festival - Fußball-Frauen aus aller Welt treffen sich in Berlin

Grenzen überwinden und auf Probleme aufmerksam machen, die Frauen in einer von Männern dominierten Welt haben - das ist das Ziel des Frauen-Fußball-Festivals "Discover Football", das noch bis zum Sonntag in Kreuzberg stattfindet. Zur vierten Ausgabe sind über 100 Teilnehmerinnen aus aller Welt nach Berlin gekommen.

Im Deutschen Fußball-Bund (DFB) sind zur Zeit fast 1,1 Millionen Frauen und Mädchen organisiert - in anderen Teilen der Welt dagegen müssen Frauen immer noch lange kämpfen, bevor sie Fußball spielen dürfen. In manchen Ländern, vor allem muslimisch geprägten, gilt Frauen-Fußball sogar als unsichtlich.

Hier setzt das Berliner Sport- und Kultur-Projekt "Discover Football" an, bei dem sich seit 2009 alles um Frauen-Fußball dreht. Bis Sonntag noch findet in Berlin die vierte Auflage des Festivals statt - parallel zur Frauen-Fußball-WM in Kanada. Dabei sollen Begegungen zwischen Frauen ermöglicht werden, die sich sonst nie getroffen hätten. Und diese Begegnungen haben einen sehr politischen Charakter.

Fußball als Teil einer "Empowerment"-Strategie

Seit 2009 gibt es den Berliner Verein "Fußball und Begegnung", der "Discover Football" organisiert. Hinter dem Verein stehen rund 20 Frauen, die die Veranstaltung größtenteils ehrenamtlich organisieren und die ihr Projekt als Beitrag zur Gender-Debatte sehen. Fußball, so sagen sie, gilt immer noch als Männer-Domäne, in der Frauen weltweit noch immer um ihre Rechte kämpfen müssten.

Frauen-Fußball stelle traditionelle Geschlechterrollen in Frage und erkämpfe "neue Freiräume auf und neben dem Platz", sagen die Organisatorinnen. "Mit 'Discover Football" engagieren wir uns für Gleichberechtigung, Emanzipation und Frauenrechte weltweit, dabei setzen wir Fußball gezielt als Empowerment-Strategie ein", heißt es auf der Website des Vereins, der schon etliche Auszeichnungen erhalten hat. Sogar die Vereinten Nationen haben die Berliner Initiative 2013 und 2014 als "besonders förderungswürdiges Projekt" herausgestellt.

Über 100 Spielerinnen aus aller Welt

In diesem Jahr sind über 100 Fußballaktivistinnen und Spielerinnen nach Berlin gekommen und wollen mehr als nur Fußball spielen. So gibt es Workshops, Ausstellungen und Diskussionen - und natürlich ein Freundschaftsturnier mit bunt gemischten Teams. Unter dem Motto "Beyond Borders" geht es darum, Grenzen in jeder Hinsicht zu überwinden, seien es geografische, politische oder soziale.

Noch bis zum Sonntag findet im Willi-Kressmann-Stadion in der Kreuzberger Dudenstraße auch ein buntes Rahmenprogramm statt. Höhepunkte sind der Auftritt von "Stereo Total" und das Spiel um Platz drei bei der Frauen-Fußball-WM am Samstagabend in Kanada. Dann trifft das deutsche Team auf England. Dazu ist ein großes Public Viewing geplant. Das Endspiel beim "Discover Football"-Turnier ist dann für Sonntagabend angesetzt.

Frauen, Fussball, Kultur - Discover Football!

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