Leonard Kaminski spielt beim TuS Makkabi mit der Rückennummer 3 (Quelle: rbb / Ole Hilgert)

Für mehr Heimat in der Heimat - "Es lebe Makkabi"

Nicht nur zu den Makkabi-Games, auch sonst sind in Berlin viele jüdische Sportler in einem Verein organisiert: Im TuS Makkabi Berlin, dem einzigen jüdischen Sportverein in Berlin. Der Berliner Leonard Kaminski spielt hier Fußball in der dritten Mannschaft und er ist stolz darauf, das Makkabi-Zeichen auf der Brust zu tragen. Von Ole Hilgert

Fußball, Schwimmen, Volleyball – oder neuerdings auch Zumba. Der TuS Makkkabi e.V., der einzige jüdische Sportverein in Berlin, bietet seinen Mitgliedern nicht nur ein großes Angebot an Sportarten, sondern auch ein Stück Heimat. 

Clubhaus des TuS Makkabi Berlin (Quelle: rbb / Ole Hilgert)
Berlins einziger jüdischer Sportverein: der TuS Makkabi

Fußball in der Julius-Hirsch-Sportanlage

"Es lebe Makkabi!" – der weltweite Schlachtruf aller Mannschaften der jüdischen Makkabi-Sportbewegung schallt auch am Sonntagnachmittag über die Julius-Hirsch-Sportanlage am Eichkamp in Berlin-Charlottenburg. Es spielt die Kreisklasse: Die dritte Mannschaft von TuS Makkabi Berlin empfängt den FC Kreuzberg.

Auf Seiten Makkabis steht Leonard Kaminski auf dem Platz. Der jüdische Berliner hatte schon in der Jugend im Verein gespielt und war anschließend zum Studium in Israel. Zurück in Berlin tritt Kaminski nun wieder für Makkabi gegen den Ball. "Für mich war das eine natürliche Sache, dass – wenn ich wieder anfange auf einem geringen Niveau zu spielen - ich das dann bei Makkabi mache. Und es freut mich auch, mit dem Makkabi-Zeichen auf der Brust zu spielen", so Kaminski.

Bei Makkabi spielen auch Muslime, Christen und Atheisten

Damit geht es dem 28-Jährigen wie vielen Juden in Berlin, die bei Makkabi eine nicht nur sportliche Heimat gefunden haben. Der Verein tritt in zehn Sportarten an und hat gut 500 Mitglieder. Die meisten davon sind jüdischen Glaubens, aber es gibt bei Makkabi auch Muslime, Christen oder Atheisten.

Einige jüdische Regeln gelten aber für alle. An jüdischen Feiertagen wie Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, fällt das Training aus. "Den Feiertag, den feiern in Deutschland – wenn überhaupt - 100.000 Menschen. Wenn man da nicht nur im ganz Privaten, sondern auch im Sportverein eine gewisse Identifikation hat, die sonst in Deutschland nicht so leicht zu finden ist, ist das schön", so Kaminski.

Das Clubhaus ist auch eine Begegnungsstätte

Gegründet wurde Makkabi Berlin 1898. Nachdem der Verein von den Nazis verboten und zerschlagen wurde, kam es 1970 zur Neugründung. Inzwischen ist Makkabi zuhause am Charlottenburger Eichkamp und damit am Ziel einer langen Reise, wie Pressesprecher Claudio Offenberg berichtet. "Ich glaube, der Fußball-Bereich hat in drei Jahrzehnten sechs oder sieben verschiedene Locations gesehen, mehr oder weniger gezwungenermaßen, weil es keine Heimat gab."

Es sei wichtig, dass Makkabi dort – nach vielen Jahrzehnten der Wanderschaft – seit 2005 eine feste Heimat habe. "Mit dem angeschlossenen Clubhaus gibt es auch eine Begegnungsstätte, die sehr wichtig ist", so Offenberg. In Zukunft sollen hier noch mehr Veranstaltungen über den Sport hinaus stattfinden. Der TuS Makkabi Berlin will für seine Mitglieder noch mehr Heimat in der Heimat werden.

Beitrag von Ole Hilgert

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