Blitzschach-WM in Berlin (Quelle: Imago)

Finale der Berliner Blitzschach-WM - Nur drei Minuten Bedenkzeit

Schach ist eigentlich kein temporeiches Spiel, ganz anders sieht das bei den Varainten Blitz- und Schnellschach aus. Bei der WM in Berlin kann man derzeit staunen, wie Spitzenspieler gar nicht erst ins Grübeln kommen dürfen. Dominiert wird der Wettkampf vom populären jungen Weltmeister aus Norwegen, Magnus Carlsen. Von Dennis Wiese

Turm vor, Klick auf die Uhr, Dame nach rechts, Klick auf die Uhr, Springer vor, Klick auf die Uhr. Die Finger fliegen über die Schachbretter – von den Figuren, zur Schachuhr und wieder zurück.

Bei Schach denkt man normalerweise nicht an Hochgeschwindigkeitssport, aber beim Blitzschach fällt es den Zuschauern in Berlin-Moabit tatsächlich schwer, den Zügen der Weltklassespieler zu folgen. Viele dieser Züge sind vorher schon im Kopf gut durchgeplant, sagt der Deutsche Meister im Blitzschach, Robert Rabiega. "Die ersten zehn, fünfzehn Züge sind bei allen Teilnehmern im Kopf abgespeichert." Erst danach fängt das Nachdenken an, gehe es richtig los, sagt Rabiega. Es ist ein Nachdenken gegen die Uhr. Jedem WM-Teilnehmer bleiben pro Partie nur gut drei Minuten Bedenkzeit.

Blitzschach-Turnier mit dem norwegischen Weltmeister Magnus Carlson (rechts), hier im Spiel gegen den Kubaner Leimier Dominguez.(Quelle:Imago)
Magnus Carlsen hat das "Killergen"

Entweder setzt man den Gegner in dieser Zeit Schachmatt oder die Uhr entscheidet über den Sieger. Gewonnen hat, wem mehr Sekunden auf dem Display bleiben. Für einen Sieg gibt es einen, für ein Remis einen halben Punkt. Wer nach 21 Partien die meisten Zähler hat, gewinnt.

Und im Gewinnen kennt sich der Norweger Magnus Carlsen besonders gut aus. Der 24-Jährige ist amtierender Champion im klassischen Schach. In Berlin hat seinen Titel im Schnellschach verteidigt. Nun will er - wie im letzten Jahr auch – Weltmeister im Blitzschach werden.

Der Norweger, mit Arbeitskleidung Sakko, Hemd und Jeans ist der Popstar der Branche. Seinetwegen überträgt das norwegische Fernsehen die Weltmeisterschaft live.

Für Herbert Bastian, Präsident des Deutschen Schachbundes ist klar, was Carlsen so stark macht: Talent, Arbeitswillen und Killerinstinkt. "Alles muss zusammenkommen: körperliche Konstitution, geistige Voraussetzung und natürlich die emotionale Haltung. Dass man absolut gewinnen will. Das hat er." Und so wird Magnus Carlsen wohl auch in Berlin die Konkurrenz in Grund und Boden spielen.

Für den WM-Titel ist die stolze Prämie von 176.000 Euro ausgelobt. Mittwochabend steht der Sieger fest. Bis dahin fliegen die Finger noch über die Schachtische in Berlin - bei den schnellsten und besten Schachspielern der Welt.

Beitrag von Dennis Wiese

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