Hertha-Mannschaft lässt sich in der Fankurve feiern (Quelle: imago/Contrast)

Fußball | Hertha BSC im Rückblick - Vom Abstiegskandidaten zur Spitzenmannschaft

Hertha BSC ist die Überraschungsmannschaft der bisherigen Saison. Noch im Mai haben die Berliner um den Verbleib in der Bundesliga gekämpft. Jetzt überwintern sie auf dem dritten Tabellenplatz. Es ist ein bemerkenswerter Wandel, den die "Alte Dame" unter Trainer Pal Dardai hingelegt hat. Von Dennis Wiese

Nicht nur die Fans, auch Herthas Trainer Pal Dardai ist nach der Hinrunde stolz auf seine Mannschaft. "Das ist eine Hammer-Leistung", bestätigt der Coach. "Aber wir dürfen nicht zufrieden sein. Wir müssen immer weiter arbeiten und arbeiten. Wenn wir anfangen, zufrieden zu sein mit dieser Situation, dann haben wir Probleme." Besser könnte Dardai seine Arbeit und den neuen Charakter seiner Mannschaft nicht beschreiben.

Dem Fußball-Bundesligisten gelang eine der besten Hinrunden seiner Historie und er steht sogar im DFB-Pokal-Viertelfinale. Dabei war es beinahe zur Tradition geworden, dort frühzeitig auszuscheiden. Und doch dreht keiner durch in Berlin. Die letzten Jahre als Fahrstuhlmannschaft haben demütig gemacht. Noch in der Vorsaison hielt man die Klasse nur denkbar knapp. "Wir haben erst am letzten Spieltag den Abstieg verhindert. Und das trotz einer Niederlage und nur aufgrund der besseren Tordifferenz. Ich glaube, dass diese Situation jedem noch einmal das Bewusstsein geschärft hat", sagt Abwehrspieler Sebastian Langkamp.

Konkreter Plan führt zu konkretem Erfolg

Sein Kapitän, Fabian Lustenberger, sieht weitere Gründe für den Erfolg. "Ein Grund ist sicher unsere Fitness. Wir hatten eine extrem harte Vorbereitung. Außerdem haben wir uns durch die ersten erfolgreichen Spiele der Saison ein gewisses Selbstvertrauen erarbeitet", resümiert Lustenberger.

Klar ist: Das System Dardai funktioniert. Bei seiner Amtsübernahme im Februar hatte der Ungar einen konkreten Plan aufgestellt. Erstens sollte die Defensive verbessert werden - und tatsächlich: Nur die Bayern haben weniger Tore kassiert als die Alte Dame. Zweitens sollte der Angsthasen-Fußball in Ballbesitz-Fußball übergehen. Auch das ist gelungen und zudem sehr ansehnlich. Schließlich wollte Dardai Torgefahr - und auch die hat er seiner Mannschaft beigebracht. Mit 26 Treffern stellen die Berliner den vierterfolgreichsten Angriff der Liga. Die Neuzugänge sind allesamt eingeschlagen: Vladimir Darida, Mitchell Weiser und Vedad Ibisevic, der mit Salomon Kalou die ertragreiche Ü30-Doppelspitze bildet.

Hertha hat sich bodenständig-sympathisch auf den dritten Tabellenplatz gearbeitet. Das Saisonziel sind nach wie vor 40 Punkte, 32 sind es schon jetzt. Geht es so weiter wie bisher, müssen die Berliner schon bald über neue Ziele nachdenken. Nach oben korrigiert aber bekanntlich jeder gerne.

Beitrag von Dennis Wiese

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