Dragan Milosavljevic von Alba Berlin gegen Nicolai Simon von den Löwen Braunschweig (Quelle: imago/Eibner)

Basketball | Start der Bundesliga-Rückrunde - Alba verliert mit schwacher Angriffsleistung in Braunschweig

Es ist die schlechteste Ausbeute von Zählern für Alba in der Bundesliga-Geschichte: Am Samstagabend verloren die Albatrosse bei den Löwen Braunschweig mit 43:46. Nach der Eurocup-Niederlage am Mittwoch verpatzen die Berliner nun auch noch den Auftakt in die Bundesliga-Rückrunde.

Die Basketballer von Alba Berlin sind mit der schlechtesten Angriffsleistung in der Bundesliga-Geschichte des Clubs in die Rückrunde gestartet. Bei den Löwen Braunschweig erzielten die Berliner am Samstagabend nur 43 Punkte und verloren trotz einer disziplinierten Verteidigung mit 43:46 (24:20). "Es war sicherlich eines der hässlichsten Spiele, die ich jemals erlebt habe", Trainer Sasa Obradovic.

Die zuvor schlechteste Ausbeute von 49 Zählern verbuchte Alba 1992 in Leverkusen. Durch die historische Pleite rutschten die verletzungsgeplagten Albatrosse auf den dritten Tabellenplatz hinter Meister Bamberg und Bayern München ab.  

Alba und die Löwen liefern sich Abwehrschlacht

Dragan Milosavljevic war mit 13 Punkten der beste Werfer des Hauptstadtclubs, für die Gastgeber war Dereck Needham mit 11 Zählern am treffsichersten.  In einem an Höhepunkten armen ersten Viertel neutralisierten sich die beiden Mannschaften weitgehend. Alba glich die schwache Wurfquote mit guter Rebound-Arbeit aus und führte nach 10 Minuten mit 14:13.

Im Anschluss verteidigten die ohne die verletzten Jordan Taylor und Niels Giffey angetretenen Hauptstädter noch konzentrierter und bauten ihren Vorsprung bis zur Halbzeit auf vier Punkte aus. "Wir lassen den Ball zu langsam laufen und brauchen in der Offensive bessere Ideen", mahnte Vargas in der Pause.

Doch die Berliner taten sich auch im dritten Durchgang schwer. Die Abwehrschlacht setzte sich auch im Schlussviertel fort. Eineinhalb Minuten vor Spielende sorgte ein Dreier des zuvor aus dem Feld erfolglosen BBL-Topscorers Keaton Grant für die Entscheidung - die Albatrosse konnten nicht mehr kontern.

Obradovic schob den harmlosen Auftritt seines Teams vor allem auf die Doppelbelastung in Bundesliga und Eurocup. "Wir waren noch ein bisschen vom Spiel in Klaipeda beeinflusst", sagte der Serbe. "Der Eurocup ist für uns im Fokus und im Moment wichtiger."

Obradovic: "Löwen sind Playoff-Anwärter"

Auch wenn der Tabellenplatz der Braunschweiger nach der Hinrunde zunächst etwas anderes suggerierte: Die Löwen sind ein "klarer Playoff-Anwärter", gab auch Obradovic vor dem Spiel zu verstehen. Zwar schlossen die Niedersachsen die Hinrunde nur auf dem zehnten Rang ab, hatten aber genau so viele Punkte wie der Ulm.

Auch haben die Braunschweiger mit Dean Keaton den besten Werfer der Liga in ihrer Mannschaft. Keaton erzielt pro Spiel im Schnitt 17,6 Punkte. Am Samstagabend glänzte der Topscorer zwar nicht mit vielen Körben, doch am Ende landete er den entscheidenden Treffer.

Alba mit verletzungsbedingten Ausfällen

Was Alba offenbar auch zu schaffen machte, ist, dass die Berliner noch die Eurocup-Niederlage im litauischen Kleipeda vom Mittwoch verkraften mussten. Nach dem Auftakterfolg in der Top32-Zwischenrunde gegen Mailand kassierte Alba ein verdientes 65:73 gegen Neptunas Klaipeda.

Außerdem mussten die Berliner einige Ausfälle verkraften. Niels Giffey ist am Fuß verletzt und Jordan Taylor am Daumen. Dadurch mussten schon am Mittwoch im Eurocup die anderen Spieler länger ran als gewohnt. Dragan Milosavlejevic etwa stand da mehr als 37 Minuten auf dem Feld. Gastgeber Braunschweig konnte hingegen zuschauen und ging nun ausgeruht in die Partie.

Ein Heimsieg muss her

Die Berliner müssen die Pleite nun schnell abhaken. Denn schon am Dienstag (19.00 Uhr) müssen sie wieder im Eurocup gegen Aris Thessaloniki antreten. "Wir müssen versuchen, dass das jetzt nicht zu sehr in die Köpfe reinkommt", sagte Manager Marco Baldi. Dass die Spieler nun die ganze Zeit auf die historisch schwache Angriffsleistung - Baldi redete von "Magerkost" - angesprochen werden, mache die Sache nicht einfacher. "Aber Profis müssen damit umgehen können", sagte der Geschäftsführer.

Thessaloniki ist laut Baldi nach den beiden Großclubs Panathinaikos Athen und Olimpiakos Piräus die "dritte Kraft" im griechischen Basketball. Die Mannschaft trete "geschlossen und gallig" auf und werde den verletzungsgeplagten Berlinern alles abverlangen.

Alba braucht dringend einen Heimsieg, um seine Ausgangslage in der bislang sehr ausgeglichenen Gruppe J zu wahren. Vermutlich muss Obradovic auch im Eurocup mit seinem dezimierten Kader planen. Ein Ersatz für den in Braunschweig an allen Ecken und Enden fehlenden Spielmacher Jordan Taylor ist derzeit jedenfalls nicht in Sicht. "Wir sondieren noch immer den Markt, aber es hat sich noch nichts Konkretes ergeben", sagte Baldi. Es könne auch gut sein, dass man nicht mehr aktiv werde. Nationalspieler Niels Giffey leidet noch immer an seiner Sehnenentzündung im Fuß. "Er kann noch immer nicht schmerzfrei auftreten, auch die Ärzte können nicht abschätzen, wann das wieder geht", sagte der Manager.

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