Der deutsche Handball-Nationalspieler Tobias Reichmann beim EM-Halbfinalsieg über Norwegen in Krakau (Quelle: imago/Camera 4)

Norweger lassen Protest fallen - Deutsche Handballer können aufatmen

Deutschlands Handballer stehen sicher im EM-Finale. Nach dem 34:33-Halbfinal-Sieg gegen Norwegen wollte die norwegische Mannschaft den Sieg anfechten, weil deutsche Spieler noch vor dem Schlusspfiff aufs Feld gelaufen waren. Nun ziehen die Norweger den Protest zurück. Damit steht einer Party in der Berliner Max-Schmeling-Halle nichts mehr im Weg.

Aufatmen bei den Handball-Helden: Norwegen hat am Samstagvormittag nach nur rund zwölf Stunden den Protest gegen den 34:33 (27:27, 14:13)-Halbfinalsieg der deutschen Mannschaft nach Verlängerung wieder zurückgezogen. Damit steht dem großen Finale um EM-Gold an diesem Sonntag in Krakau gegen Spanien nichts mehr im Wege. "Ich bin froh, dass der Unsinn ein Ende hat. Jetzt freuen wir uns einfach nur noch auf das Finale gegen Spanien", sagte Bob Hanning, Vizepräsident Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB).

Norwegen hatte seinen Protest damit begründet, dass nach dem Treffer von Kai Häfner wenige Sekunden vor der Schlusssirene zum 34:33 zu viele Spieler - darunter zwei Torhüter - auf dem Parkett gewesen sind. Dieser Wechselfehler hätte mit einer Zwei-Minuten-Strafe geahndet werden müssen. Am Samstagvormittag beschloss der norwegische Verband den Protest "im Sinne des Fairplay" zurückzuziehen.

Im Endspiel noch einmal gegen Spanien

Damit steht auch der angekündigten Party nach dem EM-Finale in der Berliner Max-Schmeling-Halle nichts mehr entgegen. Dort deutschen Handballer wollen nach dem EM-Finale mit ihren Fans in Berlin feiern, kündigte der Deutsche Handball-Bund (DHB) nach dem Halbfinal-Sieg gegen Norwegen an - und zwar, auch wenn die deutsche Mannschaft das Endspiel gegen Spanien am Sonntag verlieren sollte. Laut DHB reist die Mannschaft am Montag aus Krakau an und wird kurz nach 14 Uhr in Berlin-Tegel erwartet. Um 15 Uhr soll die Feier beginnen. Als Gast soll DJ Ötzi den Fans einheizen.

Überragender Torschütze im Halbfinale war einmal Tobias Reichmann, der zehnmal traf, darunter siebenmal vom Siebenmeter-Punkt. Eine starke Partie zeigten auch die beiden Nachnominierten Kai Häfner und Julius Kühn, die jeweils fünfmal trafen - und auch ein Berliner war wieder erfolgreich: Fabian Wiede, Rückraumspieler von Füchse Berlin, steuerte zwei Tore bei und erhöhte seine Bilanz bei dieser EM auf 19 Tore in sieben Spielen.

Erster Titel seit 2007 lockt

Mit einem Sieg über Spanien könnten die deutschen Handballer am Sonntag den ersten Titel seit dem WM-Sieg 2007 und zugleich den zweiten EM-Erfolg nach 2004 klarmachen. Allerdings hatte das Team des früheren Trainers der Berliner Füchse, Dagur Sigurdsson, im ersten Vorrundenspiel der EM gegen Spanien mit 29:32 verloren - es war bisher die einzige Niederlage der Deutschen bei der EM in Polen. Die Spanier, die bei der letzten WM Vierter geworden waren, gewannen am Freitagabend ihr Halbfinale gegen Kroatien mit 33:29 (18:14).

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